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Prolific 2303
In unserem Hotel wurden wir quasi angefixt. Es handelte sich um das YMCA Salisbury. YMCA klingt nach Mollebar, homoerotischen Erlebnissen, einer Jugendherberge, aber eben auch nach Christentum. In Hong Kong ist das YMCA aber (leider) weder eine Bar, noch sonderlich schwul, noch eine Jugendherberge, sondern ein sündhaft teures Vier-Sterne-Hotel (was uns als billigste Midrange-Option vom Lonely Liar empfohlen wurde). Es ist aber wirklich für unsere Verhältnisse verdammt luxuriös gewesen.
Nur christlich war es dann schon noch. So kamen wir auch gleich am zweiten Tag in Hong Kong auf die Idee, Erleuchtung zu suchen! Wo ginge das besser als auf der benachbarten Lantau-Insel. Dort konnte man mit einer coolen Cable-Car-Bahn (leider in dem Monat defekt) direkt zu der konkurrenzlos größten Buddhastatue Hong Kongs fahren!
Diese war für unseren Geschmack (aber in China typisch) etwas überkommerzialisiert, mit Veggie-Fresstempel, Spendensammlung für das nächste große Bauwerk (die Halle der 1000 Buddhas, jeder kann einen spenden - oder doch eine Stützsäule für ein paar Millionen Euro?), lustigen Weisheitssäulen und - warum auch immer - einem Baumsorten-Lehrpfad.
Per Schnellboot ging es weiter in den "Stinkenden Hafen". Für unsere smoggewöhnten Nasen war es abe gar nicht schlimm, Hong Kong fiel eher durch häufigen Nebel und subtropischen Stundenregen auf.
Bei unserer Reise hatten wir dann versucht, eine Vermessung von Hong Kong von oben bis unten durchzuführen. Das ist viel spannender als eine Sightseeing-Tour! So waren wir zuerst einmal unten am Ufer der gegenüberliegenden Insel Kowloon und blickten auf Hong Kong Island. Dem klaren Blick kam eine Lichtshow dazwischen, die sogenannte Symphony of Lights, war aber unserem Zweck im Nachhinein zuträglich - so wussten wir, wie hoch die Wolkendecke lag!
Portugal wäre ja im letzten Jahr in aller Munde gewesen, wenn es nicht durch Griechenland über/unterschattet worden wäre. Hinfahren konnte ich allerdings nicht - so dass ich mit einer ehemaligen Kolonie Vorlieb nehmen musste.
Zurück von unserem friedlichen Trip nach Kaiping war unsere letzte Zeit in Kanton von famosen (und leider sündhaft teuren) japanischen Restaurants und dem absolut lohnenswerten Totenbesuch beim ehemaligen König (seiner Meinung nach Kaiser) von Südchina geprägt. Dessen Heimat (im Aggregatzustand "tot") und zwangsweise auch die Heimat (im selben Aggregatzustand) der vier Konkubinen, mehrerer Generäle und Diener enthielt dermaßen viele Schätze, dass man ein riesiges Museum drumherum errichten konnte.
Der König selbst wurde mit einem Jadepanzer umgeben, von denen jede einzelne Platte im Geschäft heute wohl neu mehrere tausend Euro kosten dürfte, weil das den Körper konservieren sollte (eine Legende). Schick, sowas will ich auch mal haben.
Abends ging es dann in den Stadtpark, der zum chinesischen Lichterfest mit Leuchtfiguren ausgestattet war. Sämtliche chinesische Sternzeichen wie hier das Hühnchen waren dabei, aber auch tolle, leuchtende und Nebel speiende Porzellangeschirrdrachen. Awesome.
Kaiping, zu deutsch etwa "Friedensstart", ist Weltkulturerbe. Nachdem Mitte des 19. Jahrhunderts viele Südchinesen (nicht so sehr -innen) den hoffnungsvollen und absolut unterbezahlten Weg zum Schuften beim Aufbau der US-amerikanischen Eisenbahnen auf sich nahmen, schließlich nach Fertigstellung als Ausländer sehr unbeliebt wurden, weil sie anders aussahen und nun den nachrückenden US-Pionieren die Arbeitsplätze wegnahmen (man kennt das leider...), gingen diese eben zurück in ihre alte Heimat.
In Kanton besuchten wir auch ein Nationalheiligtum der Chinesen - kostet nämlich nix ;-): Die Whampoa-Militärakademie. Eigentlich alle relevanten Revolutionäre aus Chinas Republikwerdungszeit (und die späteren Führungspersonen Taiwans und der Festlands-Volksbefreiungsarmee) waren hier versumpft.
Heute kann man den OffiziersanwärterInnen (Y. sagt immer etwas sehr solidarisch "Solidaten") beim Zigarette rauchen zuschauen, die patriotischen Geschichtsmuseen durchstöbern und ganz normale Menschen etwas abseits vom hektischen Stadtzentrum Kantons beobachten.
Kanton (auf Chinesisch besser bekannt als Guangzhou) hat uns überrascht. Es ist mindestens genauso angenehm wie Shanghai und Peking - und im Gegensatz zu unseren vorherigen Reisezielen deutlich sauberer und besser organisiert. Englisch wird auch vereinzelt, und damit deutlich häufiger als anderswo, gesprochen.
Das mag daran liegen, dass es sich um eine wirkliche Multi-Kulti-Stadt handelt. Schon die ollen Römer waren hier, ab Macaos Gründung war hier der Handelshafen für die Europäer. Eine Zeit lang waren alle anderen chinesischen Häfen für Ausländer gesperrt. Von hier aus lief in den Opiumkriegen auch die Eroberung Chinas. Und während der Zeit des Bambusvorhangs, also etwa bis zur Kulturrevolution, hatte ganz China nur während der jährlichen Kantoner Handelsmesse Kontakt mit Weststaaten.
England erzwang sich auch eine eigene Sandbank (Shamian), die mittlerweile restauriert als "Europetown" dient und architektonisch spannend ist.
Wir versuchten hier im Eiltempo alles Kanton-typische und Seltsame zu erkunden, damit wir schneller als Merkel waren - soviel gebietet die Erkundungsehre! Zum Beispiel im ganz schön deutschen "1920"-Restaurant mit hausgemachten Spätzle. Ansonsten blieben wir aber ganz bei der kantonesischen Küche. "Hier wird alles gegessen, was schwimmt, außer das U-Boot, alles was vier Beine hat, außer der Tisch und alles, was fliegt, außer dem Flugzeug" bezieht sich nämlich auf die vielfältige und teilweise doch etwas eklige südchinesische Küche (Katzen, Hunde, Schlange, Schildkröte...). Besonders lecker ist der "Zaocha"-Frühtee mit Dim Sum - diese oft süßen, mit allen möglichen Köstlichkeiten gefüllten Teigtaschen sind hier zu Hause. Mmhmhm.
Was machen mit dem Zwischenreisetag? Aus Yangshuo waren wir schon zurückgekommen, und unser Flug nach Guangzhou ("Kanton") war erst einen Tag später angesetzt. Also das beschauliche Guilin erkunden (etwa so groß, und so schön, wie Hannover).
Hier können wir eigentlich auch nur Kleinigkeiten berichten. Ich sah die erste politische Demo in Guangxi - jedenfalls wenn das Private bzw. das Speiseverhalten als politisch definiert wird. Als mich die Demonstrantin beim Fotografieren entdeckte, strahlte sie breit lächelnd, wohl erwartend, dass ich ein Fotoreporter von CNN oder BBC bin. Mal sehen, welchen Effekt das Cabrio so hat.
Im Freizeitpark "Seven stars", der eigentlich ziemlich langweilig ist, war wenigstens für die Kleinsten gesorgt. Kinder konnten zum Beispiel mit Thyssen-Krupp-Spielzeugkanonen auf Terroristen ballern. Yay! Oder, wenn das die Reflexe noch nicht ausreichend schult, in der großen CounterStrike-Area vergünstigt rein - als Erwachsener ist es da deutlich teurer! Auch eine Art Jugendschutz - Schutz davor, zu viel Geld auszugeben beim Ballern und Köpfe blutig explodieren lassen. Nun ja.
Y. jedenfalls war glücklich, dass es in Guilin die weltweit wohl einzige Pagode mit eingebautem Fahrstuhl zu besichtigen gab! Sonst ist sie ja nicht ganz so ein großer Treppensteig-Fan wie ich. Hier waren wir beide aber überglücklich...
Eigentlich fährt man gar nicht nach Guilin. Ziel ist eigentlich das winzige Kaff Yangshuo (mittlerweile 100000 Einwohner) mit seiner tollen Karstbergegegend, entlang am Fluss (=jiang) Li. Das hieß dann Lijiang Flusstour, und führt bei uns natürlich überhaupt nicht zu Verwechslungen mit unserem vorherigen Aufenthalt in Lijiang, der Stadt in Yunnan, weil das eine Li ja steigend und das andere fallend betont wird.
Zurück aus der fernen Südwestprovinz Yunnan in die "Zivilisation"! Guilin in der Guangxi-Provinz hieß unser neues Ziel. Der einsame Lügner/Planet sagt zu dieser Stadt: "Mention you're going to Guilin to any Chinese person and you'll almost certainly receive longing looks of jealousy." Auf jeden Fall hat Guangxi große Nebelvorräte, wie wir festgestellt haben.
Das erste Ziel waren die "Drachenrückenknochenreisterrassen". Das sind die wohl berühmtesten Reisterrassen in China. Die Tour dahin war wieder ein toller Spaß mit dem beliebten "Ach übrigens habt ihr noch eine optionale, nicht billige Veranstaltung - die Langhaarfrauenshow. Wenn ihr da nicht mitmachen wollt, auch kein Problem, ihr könnt ja dann warten, bis die anderen damit fertig sind." Grr.
Im Nachhinein war das aber wirklich praktisch, denn der Nebel machte die Reisterrassen doch... ein wenig undurchsichtig. Die Langhaarfrauenshow war wieder so eine "kleine Gruppe hat komischen Brauch, wir machen ein Megaevent draus"-Sache. Die unverheirateten Damen des Dorfes ließen sich nämlich die Haare wachsen und schnitten sie im Leben nur einmal, nämlich mit dem Erwachsen werden. Außerdem sammeln sie alle ausgefallenen Haare. Damit haben sie dann drei Sätze Haare: die Originalhaare auf dem Kopf, die Jugendhaare, und die zusammengestückelten Fallhaare. In die daraus resultierende Haarkämmshow wurde dann noch ein "ist hier jemand unverheiratet?"-Event eingebaut, in dem die männlichen Singles mit den weiblichen Dorfsingles verkuppelt wurden und lustige, haarige Zeremonien hinter sich bringen mussten. Mit viel Schnaps. Ihr könnt es Euch ungefähr vorstellen, es war sehr authentisch und kaum touristisch, aber eben auch nicht so neblig.
Danach waren wir dann erst mal zwangsweise essen und schließlich, nach etwa vier Stunden, hatten wir eine Stunde für das eigentliche Planziel: Die Wanderung in den Drachenrückenterrassen. Y. und ich hatten im Rekordtempo als einzige beide Aussichtspunkte besuchen können, aber so richtig beeindruckend war die Drachenperspektive dann nicht. L. hatte uns schon vorgewarnt... Die anderen, chinesischen MittouristInnen ließen sich vom Wetter natürlich nicht abhalten und machten die beliebten Fake-Fotos. Uns war es so recht wie es war - Die chinesischen Drachen hatten der Legenda nach die Fähigkeit der Wetterkontrolle und konnten insbesondere Wasser regnen lassen, so dass der Nebel für uns eigentlich die echte Macht der Drachen demonstierte.
Unsere letzte geplante Aktivität in der Yunnan-Provinz war eine Hiking-Tour entlang des Lugu-Sees. So richtig geplant allerdings doch nicht ganz - eigentlich sollte es eine E-Bike-Tour um den ganzen See herum werden. Das scheiterte allerdings am sechs Fussstunden entfernten nächsten Bankautomaten, Ebbe in unserer Bike-Ausleih-Kasse, Ebbe in unserer Nahrungsmittel-Wasserkauf-Überleben-Kasse und der Tatsache, dass es auch gar keine versprochenen E-Bikes gab, sondern nur normale, d.h. viel zu kleine und für die Seehügel dank Eingangschaltung ungeeignete Drahtesel.
Nach dem Lonely Liar/Planet war unser nächstes Reiseziel, der Lugu-See, etwa 8 Busstunden entfernt. Kein (Michael?) Ende in Sicht. Nachdem wir die Straßenqualität begutachtet hatten, war uns auch klar, warum. Unser späterer Rückfahrtfahrer schaffte es auch noch, die Strecke in der Hälfte der Zeit zu packen, was zu spannenden Gesprächen mit einigen der Beifahrerinnen führte, die sogar ich übersetzen konnte ("Idiot!" "Fährst Du oder fahre ich?").
Das Jahr des Drachens ist über uns gekommen. Vor kurzem war es auch für uns soweit: Frühlingsfest (=Silvester) in China, das wichtigste Fest des Jahres! Wir hatten nach langen und zähen Verhandlungen schließlich einen besonderen Dispens bekommen - obwohl wir uns in China befanden und eigentlich keine Ausrede gehabt hätten (auch nicht die 4000 km Entfernung), durften wir wegen unserer Flitterwochen das Neujahrsfest ausnahmsweise auswärtig und nicht zu Hause in Fushun feiern.
Dafür zahlten wir natürlich drauf: Alle Preise waren standesgemäß erhöht und als Ersatzleistung gab es von unserem Herbergsvater, der für seine Familie gekocht hatte, das gut gemeinte Angebot, uns und die gar nicht so wenigen Gäste in unserer Situation mit beim traditionellen Abendessen zu versorgen. Wir "außerfamiliaren" saßen dann auch an einem extra Tisch und hatten viel Spaß. Der Herbergsvater/Koch machte für meinen Geschmack ganz gutes Essen, für die anwesenden ChinesInnen war es aber wohl nur mittelmäßig. Und die in Nordchina üblichen Mitternachtsjiaozi wurden stillos vorgezogen. Geballert wurde übrigens zwar für deutsche nicht-Kreuzberger Verhältnisse unglaublich viel, aber wohl weniger als in den Jahren zuvor. Trotzdem zeigte der Pekinger Luftqualitätsmesser der US-Botschaft dort für Neujahr zum ersten Mal in diesem Jahr den Wert "Katastrophal" an. Gut, dass wir weit weg in der beschaulichen Kleinstadt (1,2 Millionen Einwohner) Lijiang waren.
Unser früheres Kälteproblem behoben wir ab Neujahr dann übrigens auch mit Heizlüfter auf voller Stufe, einem Umzug ein Stockwerk höher und die Schleimhäute schonten wir dabei mit einer lustigen Wasserbeckenkonstruktion. Eine große Verdunstungsfläche war leider nicht drin. Nun, es war immer noch wärmer als beim lustigen Sibieren-Tief in Deutschland - endlich ist es da mal kälter als in Fushun. Vorteil von solchem Klirrfrost ist ja z.B., dass nach Zahn-OPs die Kühlung deutlich unproblematischer vonstatten geht (nutze diesen Vorteil gut, Sj.!). Wer sich rechtzeitig mit Thermo-Unterwäsche, Buff-Fleece-Röhrenschals, Windbreaker-Mützen und Fettcreme ausgestattet hat, sollte aber überleben. Viel Glück Euch! Die aktuelle Außentemperatur der Blogstation ist übrigens 15 Grad plus in Kanton (*prahl*), Südchina, wo wir Merkel beim Chinabesuch wohl knapp verpassen.
Jedenfalls blogbedingt leicht verspätet allen Leserinnen und Lesern ein frohes neues Drachenjahr!
Zukünftig muss ich sehr aufpassen wenn ich die Nerven verliere, denn seit letztem Mittwoch habe ich einen weniger.
Schafft dieses schlechte Wortspiel es wohl auf H&M-Niveau? Man weiß es ebenso wenig wie die Antwort auf die Frage, warum denn im Cabrio Kommentare nicht mehr freigeschaltet werden. Die Zensur ist also gar nicht chinesisch.
Imbissstatistik:
manchmal fühle ich mich herausgefordert:
Sehr geehrter Herr Wulff!
Gerade lese ich auf zeit.de, dass sie im Gespräch mit Herrn Joffe vor Journalisten berichteten, sehr viel Zuspruch aus der Bevölkerung zu bekommen.
Hiermit möchte ich ihnen das Gegenteil zukommen lassen.
... und auch schon abgeschickt. Und ich will auch endlich nichts mehr von diesem ganzen Geretze lesen.
Imbissstatistik:
Spielend lernen oder so: Ich zeige J. anhand der Karten des Kartenspiels Café International die chinesische Flagge. J.'s Kommentar: "In China ist meine Y. Und mein M." Betonung natürlich auf mein. Wir wünschen euch ganz viel Spaß und freuen uns schon jetzt darauf, euch wieder zu Hause zu begrüßen!
Wir sind also mal wieder in Berlin. Diesmal um das umgebaute Cabrio zu bestaunen. Die Fahrt mit dem Auto hat diesmal nur etwa zehn Stunden gedauert, verglichen mit den 15 von vor ein paar Jahren, ist das echt unglaublich kurz. Trotzdem konnten wir uns gegenseitig fast in den Wahnsinn treiben und meine Überlegungen eine KA-B Transferroute für Mitfahrgelegenheiten zu eröffnen liegen nun wieder auf Eis. Dafür gab es letzte Nacht schon verdammt preiswerten Döner und das Hostel hat W-Lan auf dem Zimmer. Da freu ich mich mal auf die Party und merke, dass meine Blogschreibqualitäten im aktuellen Bloxil deutlich abgenommen.
Jetzt müssen mal schnell noch ein paar gute Verschwörungstheorien her und dann kann das Wochenende starten.
Imbissstatistik:
Finally I managed to write up a transition statement for my not so new, but stronger GnuPG key. See below:
-----BEGIN PGP SIGNED MESSAGE-----
Hash: SHA1,SHA256
I am transitioning my GPG key from an old 1024-bit key to a new 4096-bit key.
The old key will continue to be valid for some time, but I prefer all new
correspondence to be encrypted for the new key, and will be making all
signatures going forward with the new key.
If you have signed my old key, I would appreciate signatures on my new key as
well, provided that your signing policy permits that without reauthenticating
me.
The old key, which I am transitioning away from, is:
pub 1024D/99E141B4 2004-02-10
Key fingerprint = 25FE 4741 4770 0558 949D 1DB1 58DD 3FE2 99E1 41B4
The new key, to which I am transitioning, is:
pub 4096R/51B85139 2009-06-18
Key fingerprint = A3EB B41F C5AB D675 CEE4 1C45 EA6C A6B9 51B8 5139
Thanks in advance.
Cheers,
Micha Lenk
-----BEGIN PGP SIGNATURE-----
Version: GnuPG v1.4.10 (GNU/Linux)
iEYEARECAAYFAk5aOnkACgkQWN0/4pnhQbTxPgCgzRhREZlQiKJyI9UIdJLLs3Zq
bH4AnA1myFxgDWM7aUMHXgvvsujLTjiWiQIcBAEBCAAGBQJOWjp5AAoJEOpsprlR
uFE5gCsP/0dtCUPl9aQHV1MbQl7+bMofpsC2ikkpdZmrzi68jTG16We49BuzY+PV
S8FhXqg17/YxhKYDnDNTowfztUOyjAOJxy5vrqm3X5xiLwTqN3js9mra+vb4s35k
EVbKMzLLDhj3i0FjeargWEmJmm9cVhaZWKvOvQUhDJAilqvEQ0/50P7B8I+1YvtV
UHoQKbweTljVSlK5R1YPPy9i6r2/oZBYxK4nrknWwS+qPQ5luqelJd+mZdgQ6tow
7HIvtmPgCblJ+hYZWFpoZK6vxs8RaBbuCQcKwYArNhZT/v4TeD/LAaUmIkbQMyKV
J2TKuEHya4+5GMbtg6BGKeiZpleEHPnAq1AfvGpz6opkxjxCLG3RO3X8D3EuM3RW
mkq60mWM8+Zwu1yKbb62iHplp6jpyiQgdjJlB6eHjX7SdY7CvHgYZxGDx4kclP0/
HAdig2U1T+nG6Nn5XflmmKwvNLuKlQlIwJ5NeXyCONRnYvdomQn2hgvkjwMLCdFh
ulIhxa4UvDY7/aQNPZeOrvDHb2XYpiV3TwA9hLgQXXWd0FPmUMVVPpKpRjilaWth
Mtq/QiMGP5Mq/YxgLInRZHGyajDtE67RD4+RgHYOP50cP3UGPoB4ncc2EEtM2kfe
BzJrXPHmdtyGEA6Korl0YwUTRnYsqkqkY1VqDsO0UkOLlV7RAzb9
=9vw1
-----END PGP SIGNATURE-----
Damit es nicht vergessen wird...
Problem: Meine analogen Filmrollen habe ich digitalisieren lassen. Dabei kommen Foto-CDs heraus (z.B. bei dm), die nach dem Motto "img01_01.jpg" heißen, eben bis "img36_36.jpg".
Meine Bildverarbeitung sortiert aber nach EXIF-Zeitstempel, und nicht nach irgendwelchen Dateinamen. Diese sind aber alle gleich, weil sie alle in der selben Sekunde digitalisiert wurden. Außerdem ist das das Digitalisierungsdatum, nicht etwa das Aufnahmedatum. Mit digikam konnte ich mit dem Time & Date-Adjust-Plugin alle Zeiten auf den 21. Juli setzen, das Datum, an dem ich mit dem Fotografieren dieses Films begonnen hatte.
Das war schon besser, aber immer noch nicht gut. Jetzt hatten alle Bilder das ungefähre Knipsdatum, aber eben alle das gleiche. Die Sortierung war immer noch nicht ok! Also habe ich das Perl-Exiftool installiert und folgenden bash-Einzeiler eingetippt:
for i in *.jpg ; do num=${i:4:2} ; exiftool -AllDates+='00:'$num'' -P -overwrite_original "$i" ; done
Das nimmt alle JPG-Dateien, nimmt die vierten Stelle des Dateinamens zwei Zeichen (hier also 00 bis 36), und addiert diese als Minuten auf den Zeitstempel des Bildes. Das Bild img05_05.jpg erhält also nun den 21. Juli plus 05 Minuten als Zeitstempel, was die Sortierung wieder in Ordnung bringt.
Man müsste das nun nur noch "streckbar" machen (also bspw. alle Zeitstempel zwischen Erstknips- und Letzknipsdatum äquidistant verteilen) und den Exiftool-Aufruf in die Kipi-Plugins integrieren, dann wäre das ein prächtiges Feature für digikam. Wenn ich mal nachts nicht schlafen kann..
Gestern war ich im Kino in Source Code. Wer unter diesem Titel einen Geek-Film erwartet hat, dürfte enttäuscht sein. Dennoch ist der Film durchaus sehenswert — sicherlich auch für Leute, die mit Geeks nichts zu tun haben.
Gedankenblitz: Jetzt weiß ich, was M. immer mit "Alles wird gut" meint...
Nichts ist unmöglich. Auch Macbooks könnten von Viren befallen sein. Der einzige mir bekannte kostenlose Virenscanner für Apple Computer ist ClamXAV.
Ich wurde gerade um Rat gefragt, was zu tun ist, nachdem einem in das GoogleMail Konto eingebrochen worden ist. Es ist offenbar garnicht so einfach, in so einem Fall wieder volle Kontrolle über das GoogleMail-Konto zu kriegen. Selbst die Hinweise von Google scheinen mir nicht vollständig zu sein. Hier eine Liste der Einstellungen, die man in seinem GoogleMail-Konto überprüfen sollte. Die Seiten, auf denen man etwas ändern muss, habe ich jeweils verlinkt.
In den Kontoeinstellungen sollte man folgende Dinge tun:
Anschließend sollte man zusätzlich seine GoogleMail-Einstellungen überprüfen:
Diese Liste ist möglicherweise nicht ganz vollständig. Hinweise zur Vervollständigung nehme ich natürlich gerne entgegen.
Neulich wollte ich doch wirklich mal wieder bloggen und dann war blogger.com kaputt.
Imbissstatistik:
Vor besonders unkomplizierten Leipzigerinnen habe ich westdeutsche Gastarbeiter in den 90er Jahren oft gewarnt. Sie wollten das nie hören. Es passte nicht in ihr Bild von dieser glückseligen Insel ohne Aids und Vermögensausgleich, wo alle immer nur nackt badeten und aus Mangel an Freizeitangeboten nichts mit sich anzufangen wussten, als es ständig und zügellos miteinander zu treiben.

Von führenden Freiheitskämpfern empfohlen.
herzblut - ich mag es nicht mal groß schreiben. Jeder redet von Herzblut. Was ist das denn? Arterienblut, Venenblut, nun Herzblut?
Als Nullnegativerin sollte ich ja sämtliche Autorität zu diesem Thema haben, aber nee, ich verstehe nicht was Herzblut sein soll außer einer gnadenlosen, pathetischen Übertreibung.
In diesem Sinne - tretet mit Kapillarenblut zurück, klingt echt extravagant.
- kde4 stinkt immernoch, alternativ trinity, das hab ich aber noch nicht hingekriegt - Stichwort: zu doof gpg zu holen
- /etc/fstab bearbeitet, aber die Festplatten erscheinen als leer (mkdir hab ich auch für alles gemacht), laut gparted sind sie's nicht
- vergessen, wie ich usbsticks einbinde
- wie war das mit dem autologin
- fonts im firefox sind wie beim letzten mal total kaputt, hilfe :) --> ah das sind diese dummen ms true type fonts, synaptic findet das Paket nicht
seltsam war, dass beim installieren die Tastatur nicht funktionierte und ich den user, die passw usw. per copy&paste einzelner Buchstaben eingegeben habe, Riesenspaß!
aberrr: ich habs geschafft!
Imbissstatistik: ja, das gibt wohl nen richtigen Bruch
Es gab gleich mehrere Gelegenheiten, dieses Mal die verschneite chinesische Landschaft auch außerhalb der Industrieanlagen und Wohnbunker kennenzulernen - zumeist beim Spazierengehen. Dabei habe ich festgestellt, dass Y. Papa ein echter Schnellgeher ist - ich bin gerade so hinterhergekommen, was aber wirklich gut für meine Figur war. Allerdings geht er nicht unbedingt wegen des Sports so schnell, sondern weil man mit seiner Winterkleidung (eben nicht "Arktikkleidung") bei etwas langsamerem Tempo sofort höllisch zu frieren beginnt.
...und ihre Toten haben wir heute besucht! Es ist das zweite UNESCO-Weltkulturerbe "in" Fushun (also, so etwa 100km entfernt, aber da ist ansonsten eben keine andere große Stadt). Es sieht ziemlich so aus wie eine verbotene Stadt im Kleinen. Es ist zeitgleich die am meisten "unterbesuchte" UNESCO-Stätte, die ich je gesehen hatte - es waren außer uns ganze null andere Personen da. Das ganze ist prädynastisch - zwar ist die Grabstätte im Laufe der Qing-Regentschaft perfektioniert worden, aber begraben liegen hier keine Qing-Kaiser, sondern deren Vorfahren (die Manchu-Chefs, bevor diese die Kaiserwürde über Han-China der Ming/Shun-Dynastie im 17. Jahrhundert gewannen). Ob die mit Holzbeinen geflickten Steinstatuen in der Kulturrevolution gefallen waren oder wann anders, konnte ich mangels Karbonbasierte-Altersbestimmungs-Handset nicht bestimmen.
Fushun hat Kohle. Sogar ziemlich viel - auf 50 Jahre wurde die Open-Air-Kohlegrube jetzt schon ausgebautet, und bis 2016 hat sie mindestens noch Vorräte. Natürlich ist auch ein (Open-Air-)Museum angeschlossen. Was ich noch nicht rausgefunden habe, ist, ob die Grube hier größer oder kleiner als die größte Open-Air-Kupfergrube der Welt, Chuquicamata in Chile (das Cabrio fuhr hin), ist. Alle Prominenz der KPdVRC war auch schon hier, von Mao bis Hu.
Das meinte jedenfalls meine Mitreisegruppe - Ha'erbin sei kalt und dreckig. Ich fügte immer noch "und interessant" dazu, was alle verwunderte. Aber es ist schon irgendwie eine Außenseiterstadt - statt Jahrtausende Han-chinesischer Geschichte vorzuweisen, fand der Aufstieg der Stadt unter der russischen Besatzung statt. Auch die Architektur ist stark vom zaristischen Russland geprägt. Das "Cafe Russland 1914" war aber eine Enttäuschung. Es gab zwar ein paar russische Rezepte, die so einigermaßen russisch schmeckten (?), da der Koch wohl Teil der fünfziger Jahre als chinesischer Austauschstudent in Russland verbracht hatte. Aber das Geschirr war dreckig, die Bedienung schläfrig, und die Kulturmelange Russland-China an dieser Stellte erstaundlicherweise weniger anziehend als abstoßend. Naja.
Wie ich schon beschrieben hatte, hatte ich mich in Ha'erbin auch mal alleine auf den Weg gemacht. Das war ziemlich spannend. Auf dem Hinweg dachte ich, ich gerate in eine Bombenexplosion - es waren aber doch nur Silvesterknaller, aufgereiht auf etwa 20 Meter, zum nacheinander explodieren. Eine Rauchgranate ist genauso effektiv, aber nicht so schick und weniger laut. Wo ich hin wollte, war das 731-Museum. 731 ist die ehemalige japanische Besatzereinheit für biologische Experimente. Was soll ich dazu sagen, ohne den LeserInnen den Tag zu verderben - wer den Wert von Menschen teilweise nicht höher als den von Laborratten einschätzt, ist selbst schon lange keiner mehr. Da ich meinen Pass nicht dabei hatte, musste ich 50 RMB Kaution hinterlegen, und überraschenderweise auch noch Eintritt bezahlen (der Lonely Liar meinte nämlich, das sei komplett kostenlos). Das alles mit bekanntlich nur einseitigen Sprachkenntnissen (ich kann ein bißchen was sagen, was verstanden wird, aber was andere zu mir sagen, geht aufgrund Sprechgeschwindigkeit oder Dialekt oder beidem unter). Puh! Am Ende war ich dann sehr froh und habe auch noch etwas Geld gespendet. Dafür bekam ich eine (Plastik)rose. Damit ging ich frohen Mutes zur Taxi/Busstation, ich war nämlich schon spät dran. Aber ich wurde erwischt! Es kam eine Angestellte hinter mir hergelaufen, und da verstand ich: Die Rose war nicht für mich, sondern zum Anstecken an die Gedenkgrabwand. Wie peinlich.
Uns war kalt. Das heißt, eigentlich war uns gar nicht so kalt, aber dies war ja eine Gruppenreise, wir waren also insgesamt sechs FushunerInnen. Genau die, die mich vorher noch mit Daunenjacke und Neopren-Hose ausgestattet hatten, weil sie der westlichen Outdoor-Kleidung nicht trauten. So lief ich also außen mit Daunenjacke und drunter mit Unterhemd rum, ansonsten wäre die Hitze nicht auszuhalten gewesen (und das bei bis -20 Grad). Genau die, die eigentlich selber gar keine richtige Kleidung dabei hatten - dünne Handschuhe, kein Gesichtsschutz, ...
Eigentlich ist Shenyang ja die von mir am wenigsten geliebte chinesische Stadt. Schon der Lonely Liar sagt dazu, sie sei mit Dickensianischen Bildern der frühindustriellen Hölle zu vergleichen. Die die Kohlepartikel umgebende Restluft ist auch nicht besonders voluminös.
Schon lange hatten wir die Rubrik "Fressneid" nicht mehr. Wobei Rubrik ja hoffnungslos outdated ist, so als Wort. Eigentlich müsste ich endlich den "Tag" Fressneid einführen. Aber auch Cabrios sind ja irgendwo outdated...
So, jetzt reicht's! Des widerspenstigen Dammes Zähmung wollte ich noch erleben, also sind wir alle noch mal im leichten Shanghai-VW ("Lavida") zum Reservoir gefahren. Dort sind wir dann etwa 10 Meter weiter gekommen. Aber dann: keine Chance. Nachdem uns unser Erfahrung immerhin soweit genützt hat, dass wir nicht versucht haben zu wenden, sondern gleich rückwärts den Berg runter gefahren sind, haben wir uns das Autoschieben gespart - schade eigentlich.
Wir wünschen allen ein frohes neues Jahr des Hasen! Ok, das ganze stieg dieses Jahr am 2. Februar (also das "Silvester"). Einen Tag davor hat Y. immer nach dem Mondkalender Geburtstag, das ist voll praktisch zu merken.
http://www.ubuntu.com/desktop/get-ubuntu/download-zh
Endlich hatten wir Zeit, den Oststadtteil (dong zhou) von Fushun mal näher unter die Lupe zu nehmen. Das war wirklich schön, mit guter Sicht und schönen Pagodas und Pavillions. Die sind allerdings nicht aus irgendwelchen Dynastien übriggeblieben, sondern aus Stahl vor zehn Jahren von der örtlichen Dependance von Petrochina für die Mitarbeiterbespaßung gebaut worden. Zum großen Schock von Y. haben wir auf unserem Weg dann auch noch einen buddhistischen Tempel und eine Kirche entdeckt..
Letztes Mal hatten wir schon die Reise zum nahegelegenen Stausee ("Reservoir") gewagt, nur konnten wir da wegen der Überschwemmung nicht hin. Heute haben wir es wieder probiert - endlich wollte ich einen Blick hinter die Staumauer werfen! Aber der Stauseegott war nicht mit uns. Wie man sich vorstellen kann, gibt es bei -20 Grad Celsius vereinzelt auch Schnee; auf der steilen Zugangsstraße zum Reservoir hatte sich dieser dann in komprimierte Rutschmasse verwandelt. Zusammen mit Freunden sind wir dann per Mercedes hochgefahren bis zur Kurve, wo wir langsam um diese... wo relativ schnell eine Impulsumkehr stattfand und wir uns herabgleitend wiederfanden. Unsere Stoppversuche waren sehr erfolgreich. So erfolgreich, dass wir zwei durchdrehende Räder und eine neue sportliche Betätigung gefunden hatten: Tui Che - Auto schieben. Nach der Befreiung sahen wir noch, wie eins der kleinen Dreiradautos (xiao liang kuai - klein und kühl wegen der schlechten Isolierung) locker an uns vorbei hoch zum Reservoir fuhr. Chinesische Straßen sind wohl nicht so sehr für schwere Merceden gebaut...
Als nächstes ging es in die Hutongs. Auch so etwas, was wir beim letzten Mal verpasst hatten, ist ein Hutong eine Wohneinheit, wie sie früher (nicht ganz so früher wie beim letzten Blog - etwa seit der Yuan-Dynastie um 1200 unserer Zeit, die mongolische Eroberer und Fremdherrscher waren, bis sie ebenfalls die Vorzüge eines faulen Kaiserlebens kennenlernten und bald gestürzt werden konnten) in Beijing vorherrschend war.
In den kalten, einstöckigen "Wohnstraßen" leben heute gar nicht mehr viele Menschen; sie liegen zumeist im ersten Ring Beijings und sind deshalb von der Lage her sehr teuer, aber schlecht heizbar. Einige wenige hat man allerdings saniert und in Hotels (wie hier) und bekannte Saufstraßen (das "schicke, coole Beijing" mit vielen Bars rund um den Houhai-See) verwandelt.
Am Ende kann ich den steilen Aufstieg auf den Trommelturm empfehlen - nicht nur wegen der Trommeln (nur gucken, nicht anfassen), sondern wegen der Aussicht über Baustellen, die letzten verbliebenen Hutongs und den Houhai-See.
Letztes Mal in Beijing hatten wir natürlich eigentlich keine Zeit für nichts. Die Kaisergräber der Ming-Dynastie und der Lama-Tempel zum Beispiel fehlen noch immer in unserer Sightseeing-Packliste, gleich nach dem Multifunktionsfleece. Statt dessen haben wir erst mal den Himmelstempel besichtigt. Das ist eine etwas kleinere Nachbildung des Himmeltempel-Restaurants zwischen Oranienburg und Berlin (oder doch anders herum?), mit angrenzendem Park.
Früher (also ganz früher, noch vor SB), zu Zeiten der Zhou-Dynastie (das war noch vor der ersten "Vereinigung Chinas", etwa 1700 bis 1100 vor unserer Zeit), gab es in China ja den Glauben an den gerechten Himmelsgott, mit dem ein ausgewählter Kaiser quatschen konnte, damit er die Untertanen entsprechend seiner göttlichen Vorstellungen anleiten konnte. Dann (beim Zerfall des Reiches in Wirklich Viele(tm) Kleinstaaten, "Spring and autumn period", bis etwa 700 v.Chr.) kamen ja die drei unterschiedlichen Philosophien/Religionen auf, Legalismus, Taoismus und Konfuzianismus.
Viel später: Der erste "echte" Kaiser, der heute maßlos unbeliebte Qin Shi Huangdi, eroberte 220 v. Chr. das, was ungefähr das chinesische Kernland ist ("Vereinigung Chinas"), und folgte dem Legalismus - das Gesetz dient zur Herrschaft über die Untertanen, es muss hart bestrafen, zur Arbeit zwingen (z.B. Terrrakotta-Armee-Aufbau) und dient dem Wohl des Einen (des Kaisers natürlich). Irgendwie fanden das aber über 99 Prozenz aller Menschen doof (komisch). Kaiser Qin Shi wurde schließlich auch gegangen und machte Platz für die Han-Dynastie (etwa ab 206 v.Chr.). Diese modifizierte das dann auch "leicht" - Legalismus war sowas von out. Sie schuf eine Beamten-Elite, die den Staat nach konfuzianischen Prinzipien mitleitete: eine strikt patriarchalisch-hierarchische Philosophie, die aber streckenweise durchaus überraschend humanistische Ansätze enthält. Der Kaiser konnte auf einmal nicht nur für Gott (also sich) arbeiten, sondern hatte das Ziel zu haben, etwas für sein Volk (und damit indirekt auch wieder für sich, immerhin) zu befehlen. Seine Beamten sollten das nicht nur unterstützen, sondern auch auf "unkonfuzianische" Gesetze hinweisen. Da mischten sich dann noch anfangs "magische" Elemente aus dem Taoismus mit ein: eher ein spirituelles "Eins Sein mit dem kosmischen Gleichgewicht", welches den fruchtbaren Gegenpol zum langweilig-organisierten Konfuzianismus bildet, bis dann der Buddhismus mit seinen vielen tausend Göttinnen und Göttern chinesiert wurde und dazu stieß.
All das mischt sich zusammen im Himmelstempel. Der ist zwar später entstanden, basiert aber auf Himmelsgottglauben, magischer Ausrichtung der Elemente (der Erdtempel z.B. ist an anderer, feng shui-mäßig passender Stelle in Beijing aufgebaut), Buddhismus und Kaiserglauben zusammen und bunt gemischt. Hier gibt es akustisch beeindruckende Bauwerke (Echomauer), Quadraturen des Kreises sowie eben den Himmelstempel selbst, umringt von einer riesigen, theoretisch ruhigen und besinnlichen Parkanlage, die aber zielgerichtet mit Discomusik und ständig labernden Lautsprecheranlagen durchsetzt ist, die laut plärrend von Stille und Ruhe erzählen.
Ok, jetzt ist aber auch mal gut für heute. Nicht gerade Microblogging...
China ist beides. In völliger Unkenntnis zentralasiatischer Geographie hatte ich mich wirklich gewundert, über was wir da flogen. Für den Himalaya war das ganze erstens zu flach, zweitens ziemlich weit ab vom Weg Berlin-Beijing. Die nördlichen tibetanischen Hochebenen kamen auch nicht in Frage, es waren ja schließlich... Ebenen! Sibirien "kannte" ich eher als bewaldet, und westlich von Beijing sollte doch eigentlich die mongolische Wüste und Steppe liegen. Aber die Seidenstraße liegt ja nicht nur wegen der Wüste da, wo sie liegt, sondern weil im Umland - eben! weitere Berge liegen. So richtig genau weiß ich immer noch nicht, wo wir da drüber geflogen sind... Innere Mongolei? (Äußere) Mongolei? Noch Kasachstan? Die Himmelsberge (Tian Shan) in der Xinjiang-Provinz? Vielleicht weiß es ja eine MitleserIn.
Hier jedenfalls lebt wirklich niemand. Von der Bevölkerungsdichte Mecklenburg-Vorpommerns in der Uckermark kann dieses Gebiet nur träumen. Der Gedanke an den einsamen Planet kam auf.
Und dann waren wir in Beijing. Beim Spaziergang abends im Chaoyang-Viertel, wo wir auch unser Nachtlager aufgeschlagen hatten, gab es Walmart, die Deutsche Bank, Gucci, natürlich alle 300 Meter einen Starbucks (Xing (der Stern) Ba Ke (phonetisch "Buck")) und viele, viele Menschen.
Eigentlich sollte mich das nicht schocken, der Unterschied zwischen Berlin und Brandenburg ist ja fast genauso groß...
Da ich ja doch nicht dazu komme, den optimalen blog-Eintrag inklusive Fotos unserer kreativen Bastelaktionen zu Weihnachten zu schreiben, heute einfach einmal eine Zusammenfassung... nicht des letzten Jahres sondern der letzten Nacht. J., seit Montag abend krank mit Fieber, Schnupfen und Husten um ca. 2:00h, im Bett liegend: "Tüta, Feuerwehr da, Tüta, Feuerwehr da, tüta, ..." unterbrochen von: "Nase läuft!".
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from the Signetics 25120 datasheet
Yeah, die Papstleiche kommt wieder in unsere Medien und natürlich auch in einen Rhabarber eures Vertrauens. Als wesentliche Neuerung und vermutlich auch Verbesserung hat die Papstleiche 2.0 einen Homing-Zombiebonus: ist selbstlaufend und knabensuchend.
Wenig überraschenderweise verkauft Manufactum, der Laden für gehobenen Schnösel-, hD-Beamten- & Hippy-Bedarf eben jenes Modell eines Uralt-Telefons welches ich vor geraumer Zeit im Elektromüll des Instituts zurückließ. Für 160 Schleifen.
Liebe PR-Vollpfosten der Fa. Opel: Geschwindigkeit wird nicht in kmh gemessen. Ernsthaft, was könnt Ihr eigentlich? Nicht einmal verdient pleitegehen
Für die Freunde der unterhaltsamen Politsatire gibt es dieses Wochenende ein ganz besonderes Schmankerl in der Schweiz. In Uitikon soll es um "Gleichstellung aus männlicher Sicht" gehen. Und nein, hier treten nicht meine heißgeliebten Feministen an, herauszufinden was wir Frauen denn wirklich wollen und brauchen. Dort, liebe Mafiöse, findet das erste internationale Antifeminismustreffen statt.
Bin mal gespannt auf deren Ziele... oh, Artikel entdeckt über deren Mitstreiter, echt bitter...
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