manchmal fühle ich mich herausgefordert:
Sehr geehrter Herr Wulff!
Gerade lese ich auf zeit.de, dass sie im Gespräch mit Herrn Joffe vor Journalisten berichteten, sehr viel Zuspruch aus der Bevölkerung zu bekommen.
Hiermit möchte ich ihnen das Gegenteil zukommen lassen.
... und auch schon abgeschickt. Und ich will auch endlich nichts mehr von diesem ganzen Geretze lesen.
Imbissstatistik:
Spielend lernen oder so: Ich zeige J. anhand der Karten des Kartenspiels Café International die chinesische Flagge. J.'s Kommentar: "In China ist meine Y. Und mein M." Betonung natürlich auf mein. Wir wünschen euch ganz viel Spaß und freuen uns schon jetzt darauf, euch wieder zu Hause zu begrüßen!
Wir sind also mal wieder in Berlin. Diesmal um das umgebaute Cabrio zu bestaunen. Die Fahrt mit dem Auto hat diesmal nur etwa zehn Stunden gedauert, verglichen mit den 15 von vor ein paar Jahren, ist das echt unglaublich kurz. Trotzdem konnten wir uns gegenseitig fast in den Wahnsinn treiben und meine Überlegungen eine KA-B Transferroute für Mitfahrgelegenheiten zu eröffnen liegen nun wieder auf Eis. Dafür gab es letzte Nacht schon verdammt preiswerten Döner und das Hostel hat W-Lan auf dem Zimmer. Da freu ich mich mal auf die Party und merke, dass meine Blogschreibqualitäten im aktuellen Bloxil deutlich abgenommen.
Jetzt müssen mal schnell noch ein paar gute Verschwörungstheorien her und dann kann das Wochenende starten.
Imbissstatistik:
Finally I managed to write up a transition statement for my not so new, but stronger GnuPG key. See below:
-----BEGIN PGP SIGNED MESSAGE-----
Hash: SHA1,SHA256
I am transitioning my GPG key from an old 1024-bit key to a new 4096-bit key.
The old key will continue to be valid for some time, but I prefer all new
correspondence to be encrypted for the new key, and will be making all
signatures going forward with the new key.
If you have signed my old key, I would appreciate signatures on my new key as
well, provided that your signing policy permits that without reauthenticating
me.
The old key, which I am transitioning away from, is:
pub 1024D/99E141B4 2004-02-10
Key fingerprint = 25FE 4741 4770 0558 949D 1DB1 58DD 3FE2 99E1 41B4
The new key, to which I am transitioning, is:
pub 4096R/51B85139 2009-06-18
Key fingerprint = A3EB B41F C5AB D675 CEE4 1C45 EA6C A6B9 51B8 5139
Thanks in advance.
Cheers,
Micha Lenk
-----BEGIN PGP SIGNATURE-----
Version: GnuPG v1.4.10 (GNU/Linux)
iEYEARECAAYFAk5aOnkACgkQWN0/4pnhQbTxPgCgzRhREZlQiKJyI9UIdJLLs3Zq
bH4AnA1myFxgDWM7aUMHXgvvsujLTjiWiQIcBAEBCAAGBQJOWjp5AAoJEOpsprlR
uFE5gCsP/0dtCUPl9aQHV1MbQl7+bMofpsC2ikkpdZmrzi68jTG16We49BuzY+PV
S8FhXqg17/YxhKYDnDNTowfztUOyjAOJxy5vrqm3X5xiLwTqN3js9mra+vb4s35k
EVbKMzLLDhj3i0FjeargWEmJmm9cVhaZWKvOvQUhDJAilqvEQ0/50P7B8I+1YvtV
UHoQKbweTljVSlK5R1YPPy9i6r2/oZBYxK4nrknWwS+qPQ5luqelJd+mZdgQ6tow
7HIvtmPgCblJ+hYZWFpoZK6vxs8RaBbuCQcKwYArNhZT/v4TeD/LAaUmIkbQMyKV
J2TKuEHya4+5GMbtg6BGKeiZpleEHPnAq1AfvGpz6opkxjxCLG3RO3X8D3EuM3RW
mkq60mWM8+Zwu1yKbb62iHplp6jpyiQgdjJlB6eHjX7SdY7CvHgYZxGDx4kclP0/
HAdig2U1T+nG6Nn5XflmmKwvNLuKlQlIwJ5NeXyCONRnYvdomQn2hgvkjwMLCdFh
ulIhxa4UvDY7/aQNPZeOrvDHb2XYpiV3TwA9hLgQXXWd0FPmUMVVPpKpRjilaWth
Mtq/QiMGP5Mq/YxgLInRZHGyajDtE67RD4+RgHYOP50cP3UGPoB4ncc2EEtM2kfe
BzJrXPHmdtyGEA6Korl0YwUTRnYsqkqkY1VqDsO0UkOLlV7RAzb9
=9vw1
-----END PGP SIGNATURE-----
Damit es nicht vergessen wird...
Problem: Meine analogen Filmrollen habe ich digitalisieren lassen. Dabei kommen Foto-CDs heraus (z.B. bei dm), die nach dem Motto "img01_01.jpg" heißen, eben bis "img36_36.jpg".
Meine Bildverarbeitung sortiert aber nach EXIF-Zeitstempel, und nicht nach irgendwelchen Dateinamen. Diese sind aber alle gleich, weil sie alle in der selben Sekunde digitalisiert wurden. Außerdem ist das das Digitalisierungsdatum, nicht etwa das Aufnahmedatum. Mit digikam konnte ich mit dem Time & Date-Adjust-Plugin alle Zeiten auf den 21. Juli setzen, das Datum, an dem ich mit dem Fotografieren dieses Films begonnen hatte.
Das war schon besser, aber immer noch nicht gut. Jetzt hatten alle Bilder das ungefähre Knipsdatum, aber eben alle das gleiche. Die Sortierung war immer noch nicht ok! Also habe ich das Perl-Exiftool installiert und folgenden bash-Einzeiler eingetippt:
for i in *.jpg ; do num=${i:4:2} ; exiftool -AllDates+='00:'$num'' -P -overwrite_original "$i" ; done
Das nimmt alle JPG-Dateien, nimmt die vierten Stelle des Dateinamens zwei Zeichen (hier also 00 bis 36), und addiert diese als Minuten auf den Zeitstempel des Bildes. Das Bild img05_05.jpg erhält also nun den 21. Juli plus 05 Minuten als Zeitstempel, was die Sortierung wieder in Ordnung bringt.
Man müsste das nun nur noch "streckbar" machen (also bspw. alle Zeitstempel zwischen Erstknips- und Letzknipsdatum äquidistant verteilen) und den Exiftool-Aufruf in die Kipi-Plugins integrieren, dann wäre das ein prächtiges Feature für digikam. Wenn ich mal nachts nicht schlafen kann..
Gestern war ich im Kino in Source Code. Wer unter diesem Titel einen Geek-Film erwartet hat, dürfte enttäuscht sein. Dennoch ist der Film durchaus sehenswert — sicherlich auch für Leute, die mit Geeks nichts zu tun haben.
Gedankenblitz: Jetzt weiß ich, was M. immer mit "Alles wird gut" meint...
Nichts ist unmöglich. Auch Macbooks könnten von Viren befallen sein. Der einzige mir bekannte kostenlose Virenscanner für Apple Computer ist ClamXAV.
Ich wurde gerade um Rat gefragt, was zu tun ist, nachdem einem in das GoogleMail Konto eingebrochen worden ist. Es ist offenbar garnicht so einfach, in so einem Fall wieder volle Kontrolle über das GoogleMail-Konto zu kriegen. Selbst die Hinweise von Google scheinen mir nicht vollständig zu sein. Hier eine Liste der Einstellungen, die man in seinem GoogleMail-Konto überprüfen sollte. Die Seiten, auf denen man etwas ändern muss, habe ich jeweils verlinkt.
In den Kontoeinstellungen sollte man folgende Dinge tun:
Anschließend sollte man zusätzlich seine GoogleMail-Einstellungen überprüfen:
Diese Liste ist möglicherweise nicht ganz vollständig. Hinweise zur Vervollständigung nehme ich natürlich gerne entgegen.
Neulich wollte ich doch wirklich mal wieder bloggen und dann war blogger.com kaputt.
Imbissstatistik:
Vor besonders unkomplizierten Leipzigerinnen habe ich westdeutsche Gastarbeiter in den 90er Jahren oft gewarnt. Sie wollten das nie hören. Es passte nicht in ihr Bild von dieser glückseligen Insel ohne Aids und Vermögensausgleich, wo alle immer nur nackt badeten und aus Mangel an Freizeitangeboten nichts mit sich anzufangen wussten, als es ständig und zügellos miteinander zu treiben.

Von führenden Freiheitskämpfern empfohlen.
herzblut - ich mag es nicht mal groß schreiben. Jeder redet von Herzblut. Was ist das denn? Arterienblut, Venenblut, nun Herzblut?
Als Nullnegativerin sollte ich ja sämtliche Autorität zu diesem Thema haben, aber nee, ich verstehe nicht was Herzblut sein soll außer einer gnadenlosen, pathetischen Übertreibung.
In diesem Sinne - tretet mit Kapillarenblut zurück, klingt echt extravagant.
- kde4 stinkt immernoch, alternativ trinity, das hab ich aber noch nicht hingekriegt - Stichwort: zu doof gpg zu holen
- /etc/fstab bearbeitet, aber die Festplatten erscheinen als leer (mkdir hab ich auch für alles gemacht), laut gparted sind sie's nicht
- vergessen, wie ich usbsticks einbinde
- wie war das mit dem autologin
- fonts im firefox sind wie beim letzten mal total kaputt, hilfe :) --> ah das sind diese dummen ms true type fonts, synaptic findet das Paket nicht
seltsam war, dass beim installieren die Tastatur nicht funktionierte und ich den user, die passw usw. per copy&paste einzelner Buchstaben eingegeben habe, Riesenspaß!
aberrr: ich habs geschafft!
Imbissstatistik: ja, das gibt wohl nen richtigen Bruch
Es gab gleich mehrere Gelegenheiten, dieses Mal die verschneite chinesische Landschaft auch außerhalb der Industrieanlagen und Wohnbunker kennenzulernen - zumeist beim Spazierengehen. Dabei habe ich festgestellt, dass Y. Papa ein echter Schnellgeher ist - ich bin gerade so hinterhergekommen, was aber wirklich gut für meine Figur war. Allerdings geht er nicht unbedingt wegen des Sports so schnell, sondern weil man mit seiner Winterkleidung (eben nicht "Arktikkleidung") bei etwas langsamerem Tempo sofort höllisch zu frieren beginnt.
...und ihre Toten haben wir heute besucht! Es ist das zweite UNESCO-Weltkulturerbe "in" Fushun (also, so etwa 100km entfernt, aber da ist ansonsten eben keine andere große Stadt). Es sieht ziemlich so aus wie eine verbotene Stadt im Kleinen. Es ist zeitgleich die am meisten "unterbesuchte" UNESCO-Stätte, die ich je gesehen hatte - es waren außer uns ganze null andere Personen da. Das ganze ist prädynastisch - zwar ist die Grabstätte im Laufe der Qing-Regentschaft perfektioniert worden, aber begraben liegen hier keine Qing-Kaiser, sondern deren Vorfahren (die Manchu-Chefs, bevor diese die Kaiserwürde über Han-China der Ming/Shun-Dynastie im 17. Jahrhundert gewannen). Ob die mit Holzbeinen geflickten Steinstatuen in der Kulturrevolution gefallen waren oder wann anders, konnte ich mangels Karbonbasierte-Altersbestimmungs-Handset nicht bestimmen.
Fushun hat Kohle. Sogar ziemlich viel - auf 50 Jahre wurde die Open-Air-Kohlegrube jetzt schon ausgebautet, und bis 2016 hat sie mindestens noch Vorräte. Natürlich ist auch ein (Open-Air-)Museum angeschlossen. Was ich noch nicht rausgefunden habe, ist, ob die Grube hier größer oder kleiner als die größte Open-Air-Kupfergrube der Welt, Chuquicamata in Chile (das Cabrio fuhr hin), ist. Alle Prominenz der KPdVRC war auch schon hier, von Mao bis Hu.
Das meinte jedenfalls meine Mitreisegruppe - Ha'erbin sei kalt und dreckig. Ich fügte immer noch "und interessant" dazu, was alle verwunderte. Aber es ist schon irgendwie eine Außenseiterstadt - statt Jahrtausende Han-chinesischer Geschichte vorzuweisen, fand der Aufstieg der Stadt unter der russischen Besatzung statt. Auch die Architektur ist stark vom zaristischen Russland geprägt. Das "Cafe Russland 1914" war aber eine Enttäuschung. Es gab zwar ein paar russische Rezepte, die so einigermaßen russisch schmeckten (?), da der Koch wohl Teil der fünfziger Jahre als chinesischer Austauschstudent in Russland verbracht hatte. Aber das Geschirr war dreckig, die Bedienung schläfrig, und die Kulturmelange Russland-China an dieser Stellte erstaundlicherweise weniger anziehend als abstoßend. Naja.
Wie ich schon beschrieben hatte, hatte ich mich in Ha'erbin auch mal alleine auf den Weg gemacht. Das war ziemlich spannend. Auf dem Hinweg dachte ich, ich gerate in eine Bombenexplosion - es waren aber doch nur Silvesterknaller, aufgereiht auf etwa 20 Meter, zum nacheinander explodieren. Eine Rauchgranate ist genauso effektiv, aber nicht so schick und weniger laut. Wo ich hin wollte, war das 731-Museum. 731 ist die ehemalige japanische Besatzereinheit für biologische Experimente. Was soll ich dazu sagen, ohne den LeserInnen den Tag zu verderben - wer den Wert von Menschen teilweise nicht höher als den von Laborratten einschätzt, ist selbst schon lange keiner mehr. Da ich meinen Pass nicht dabei hatte, musste ich 50 RMB Kaution hinterlegen, und überraschenderweise auch noch Eintritt bezahlen (der Lonely Liar meinte nämlich, das sei komplett kostenlos). Das alles mit bekanntlich nur einseitigen Sprachkenntnissen (ich kann ein bißchen was sagen, was verstanden wird, aber was andere zu mir sagen, geht aufgrund Sprechgeschwindigkeit oder Dialekt oder beidem unter). Puh! Am Ende war ich dann sehr froh und habe auch noch etwas Geld gespendet. Dafür bekam ich eine (Plastik)rose. Damit ging ich frohen Mutes zur Taxi/Busstation, ich war nämlich schon spät dran. Aber ich wurde erwischt! Es kam eine Angestellte hinter mir hergelaufen, und da verstand ich: Die Rose war nicht für mich, sondern zum Anstecken an die Gedenkgrabwand. Wie peinlich.
Uns war kalt. Das heißt, eigentlich war uns gar nicht so kalt, aber dies war ja eine Gruppenreise, wir waren also insgesamt sechs FushunerInnen. Genau die, die mich vorher noch mit Daunenjacke und Neopren-Hose ausgestattet hatten, weil sie der westlichen Outdoor-Kleidung nicht trauten. So lief ich also außen mit Daunenjacke und drunter mit Unterhemd rum, ansonsten wäre die Hitze nicht auszuhalten gewesen (und das bei bis -20 Grad). Genau die, die eigentlich selber gar keine richtige Kleidung dabei hatten - dünne Handschuhe, kein Gesichtsschutz, ...
Eigentlich ist Shenyang ja die von mir am wenigsten geliebte chinesische Stadt. Schon der Lonely Liar sagt dazu, sie sei mit Dickensianischen Bildern der frühindustriellen Hölle zu vergleichen. Die die Kohlepartikel umgebende Restluft ist auch nicht besonders voluminös.
Schon lange hatten wir die Rubrik "Fressneid" nicht mehr. Wobei Rubrik ja hoffnungslos outdated ist, so als Wort. Eigentlich müsste ich endlich den "Tag" Fressneid einführen. Aber auch Cabrios sind ja irgendwo outdated...
So, jetzt reicht's! Des widerspenstigen Dammes Zähmung wollte ich noch erleben, also sind wir alle noch mal im leichten Shanghai-VW ("Lavida") zum Reservoir gefahren. Dort sind wir dann etwa 10 Meter weiter gekommen. Aber dann: keine Chance. Nachdem uns unser Erfahrung immerhin soweit genützt hat, dass wir nicht versucht haben zu wenden, sondern gleich rückwärts den Berg runter gefahren sind, haben wir uns das Autoschieben gespart - schade eigentlich.
Wir wünschen allen ein frohes neues Jahr des Hasen! Ok, das ganze stieg dieses Jahr am 2. Februar (also das "Silvester"). Einen Tag davor hat Y. immer nach dem Mondkalender Geburtstag, das ist voll praktisch zu merken.
http://www.ubuntu.com/desktop/get-ubuntu/download-zh
Endlich hatten wir Zeit, den Oststadtteil (dong zhou) von Fushun mal näher unter die Lupe zu nehmen. Das war wirklich schön, mit guter Sicht und schönen Pagodas und Pavillions. Die sind allerdings nicht aus irgendwelchen Dynastien übriggeblieben, sondern aus Stahl vor zehn Jahren von der örtlichen Dependance von Petrochina für die Mitarbeiterbespaßung gebaut worden. Zum großen Schock von Y. haben wir auf unserem Weg dann auch noch einen buddhistischen Tempel und eine Kirche entdeckt..
Letztes Mal hatten wir schon die Reise zum nahegelegenen Stausee ("Reservoir") gewagt, nur konnten wir da wegen der Überschwemmung nicht hin. Heute haben wir es wieder probiert - endlich wollte ich einen Blick hinter die Staumauer werfen! Aber der Stauseegott war nicht mit uns. Wie man sich vorstellen kann, gibt es bei -20 Grad Celsius vereinzelt auch Schnee; auf der steilen Zugangsstraße zum Reservoir hatte sich dieser dann in komprimierte Rutschmasse verwandelt. Zusammen mit Freunden sind wir dann per Mercedes hochgefahren bis zur Kurve, wo wir langsam um diese... wo relativ schnell eine Impulsumkehr stattfand und wir uns herabgleitend wiederfanden. Unsere Stoppversuche waren sehr erfolgreich. So erfolgreich, dass wir zwei durchdrehende Räder und eine neue sportliche Betätigung gefunden hatten: Tui Che - Auto schieben. Nach der Befreiung sahen wir noch, wie eins der kleinen Dreiradautos (xiao liang kuai - klein und kühl wegen der schlechten Isolierung) locker an uns vorbei hoch zum Reservoir fuhr. Chinesische Straßen sind wohl nicht so sehr für schwere Merceden gebaut...
Als nächstes ging es in die Hutongs. Auch so etwas, was wir beim letzten Mal verpasst hatten, ist ein Hutong eine Wohneinheit, wie sie früher (nicht ganz so früher wie beim letzten Blog - etwa seit der Yuan-Dynastie um 1200 unserer Zeit, die mongolische Eroberer und Fremdherrscher waren, bis sie ebenfalls die Vorzüge eines faulen Kaiserlebens kennenlernten und bald gestürzt werden konnten) in Beijing vorherrschend war.
In den kalten, einstöckigen "Wohnstraßen" leben heute gar nicht mehr viele Menschen; sie liegen zumeist im ersten Ring Beijings und sind deshalb von der Lage her sehr teuer, aber schlecht heizbar. Einige wenige hat man allerdings saniert und in Hotels (wie hier) und bekannte Saufstraßen (das "schicke, coole Beijing" mit vielen Bars rund um den Houhai-See) verwandelt.
Am Ende kann ich den steilen Aufstieg auf den Trommelturm empfehlen - nicht nur wegen der Trommeln (nur gucken, nicht anfassen), sondern wegen der Aussicht über Baustellen, die letzten verbliebenen Hutongs und den Houhai-See.
Letztes Mal in Beijing hatten wir natürlich eigentlich keine Zeit für nichts. Die Kaisergräber der Ming-Dynastie und der Lama-Tempel zum Beispiel fehlen noch immer in unserer Sightseeing-Packliste, gleich nach dem Multifunktionsfleece. Statt dessen haben wir erst mal den Himmelstempel besichtigt. Das ist eine etwas kleinere Nachbildung des Himmeltempel-Restaurants zwischen Oranienburg und Berlin (oder doch anders herum?), mit angrenzendem Park.
Früher (also ganz früher, noch vor SB), zu Zeiten der Zhou-Dynastie (das war noch vor der ersten "Vereinigung Chinas", etwa 1700 bis 1100 vor unserer Zeit), gab es in China ja den Glauben an den gerechten Himmelsgott, mit dem ein ausgewählter Kaiser quatschen konnte, damit er die Untertanen entsprechend seiner göttlichen Vorstellungen anleiten konnte. Dann (beim Zerfall des Reiches in Wirklich Viele(tm) Kleinstaaten, "Spring and autumn period", bis etwa 700 v.Chr.) kamen ja die drei unterschiedlichen Philosophien/Religionen auf, Legalismus, Taoismus und Konfuzianismus.
Viel später: Der erste "echte" Kaiser, der heute maßlos unbeliebte Qin Shi Huangdi, eroberte 220 v. Chr. das, was ungefähr das chinesische Kernland ist ("Vereinigung Chinas"), und folgte dem Legalismus - das Gesetz dient zur Herrschaft über die Untertanen, es muss hart bestrafen, zur Arbeit zwingen (z.B. Terrrakotta-Armee-Aufbau) und dient dem Wohl des Einen (des Kaisers natürlich). Irgendwie fanden das aber über 99 Prozenz aller Menschen doof (komisch). Kaiser Qin Shi wurde schließlich auch gegangen und machte Platz für die Han-Dynastie (etwa ab 206 v.Chr.). Diese modifizierte das dann auch "leicht" - Legalismus war sowas von out. Sie schuf eine Beamten-Elite, die den Staat nach konfuzianischen Prinzipien mitleitete: eine strikt patriarchalisch-hierarchische Philosophie, die aber streckenweise durchaus überraschend humanistische Ansätze enthält. Der Kaiser konnte auf einmal nicht nur für Gott (also sich) arbeiten, sondern hatte das Ziel zu haben, etwas für sein Volk (und damit indirekt auch wieder für sich, immerhin) zu befehlen. Seine Beamten sollten das nicht nur unterstützen, sondern auch auf "unkonfuzianische" Gesetze hinweisen. Da mischten sich dann noch anfangs "magische" Elemente aus dem Taoismus mit ein: eher ein spirituelles "Eins Sein mit dem kosmischen Gleichgewicht", welches den fruchtbaren Gegenpol zum langweilig-organisierten Konfuzianismus bildet, bis dann der Buddhismus mit seinen vielen tausend Göttinnen und Göttern chinesiert wurde und dazu stieß.
All das mischt sich zusammen im Himmelstempel. Der ist zwar später entstanden, basiert aber auf Himmelsgottglauben, magischer Ausrichtung der Elemente (der Erdtempel z.B. ist an anderer, feng shui-mäßig passender Stelle in Beijing aufgebaut), Buddhismus und Kaiserglauben zusammen und bunt gemischt. Hier gibt es akustisch beeindruckende Bauwerke (Echomauer), Quadraturen des Kreises sowie eben den Himmelstempel selbst, umringt von einer riesigen, theoretisch ruhigen und besinnlichen Parkanlage, die aber zielgerichtet mit Discomusik und ständig labernden Lautsprecheranlagen durchsetzt ist, die laut plärrend von Stille und Ruhe erzählen.
Ok, jetzt ist aber auch mal gut für heute. Nicht gerade Microblogging...
China ist beides. In völliger Unkenntnis zentralasiatischer Geographie hatte ich mich wirklich gewundert, über was wir da flogen. Für den Himalaya war das ganze erstens zu flach, zweitens ziemlich weit ab vom Weg Berlin-Beijing. Die nördlichen tibetanischen Hochebenen kamen auch nicht in Frage, es waren ja schließlich... Ebenen! Sibirien "kannte" ich eher als bewaldet, und westlich von Beijing sollte doch eigentlich die mongolische Wüste und Steppe liegen. Aber die Seidenstraße liegt ja nicht nur wegen der Wüste da, wo sie liegt, sondern weil im Umland - eben! weitere Berge liegen. So richtig genau weiß ich immer noch nicht, wo wir da drüber geflogen sind... Innere Mongolei? (Äußere) Mongolei? Noch Kasachstan? Die Himmelsberge (Tian Shan) in der Xinjiang-Provinz? Vielleicht weiß es ja eine MitleserIn.
Hier jedenfalls lebt wirklich niemand. Von der Bevölkerungsdichte Mecklenburg-Vorpommerns in der Uckermark kann dieses Gebiet nur träumen. Der Gedanke an den einsamen Planet kam auf.
Und dann waren wir in Beijing. Beim Spaziergang abends im Chaoyang-Viertel, wo wir auch unser Nachtlager aufgeschlagen hatten, gab es Walmart, die Deutsche Bank, Gucci, natürlich alle 300 Meter einen Starbucks (Xing (der Stern) Ba Ke (phonetisch "Buck")) und viele, viele Menschen.
Eigentlich sollte mich das nicht schocken, der Unterschied zwischen Berlin und Brandenburg ist ja fast genauso groß...
Da ich ja doch nicht dazu komme, den optimalen blog-Eintrag inklusive Fotos unserer kreativen Bastelaktionen zu Weihnachten zu schreiben, heute einfach einmal eine Zusammenfassung... nicht des letzten Jahres sondern der letzten Nacht. J., seit Montag abend krank mit Fieber, Schnupfen und Husten um ca. 2:00h, im Bett liegend: "Tüta, Feuerwehr da, Tüta, Feuerwehr da, tüta, ..." unterbrochen von: "Nase läuft!".
![]()
from the Signetics 25120 datasheet
Yeah, die Papstleiche kommt wieder in unsere Medien und natürlich auch in einen Rhabarber eures Vertrauens. Als wesentliche Neuerung und vermutlich auch Verbesserung hat die Papstleiche 2.0 einen Homing-Zombiebonus: ist selbstlaufend und knabensuchend.
Wenig überraschenderweise verkauft Manufactum, der Laden für gehobenen Schnösel-, hD-Beamten- & Hippy-Bedarf eben jenes Modell eines Uralt-Telefons welches ich vor geraumer Zeit im Elektromüll des Instituts zurückließ. Für 160 Schleifen.
Liebe PR-Vollpfosten der Fa. Opel: Geschwindigkeit wird nicht in kmh gemessen. Ernsthaft, was könnt Ihr eigentlich? Nicht einmal verdient pleitegehen
Für die Freunde der unterhaltsamen Politsatire gibt es dieses Wochenende ein ganz besonderes Schmankerl in der Schweiz. In Uitikon soll es um "Gleichstellung aus männlicher Sicht" gehen. Und nein, hier treten nicht meine heißgeliebten Feministen an, herauszufinden was wir Frauen denn wirklich wollen und brauchen. Dort, liebe Mafiöse, findet das erste internationale Antifeminismustreffen statt.
Bin mal gespannt auf deren Ziele... oh, Artikel entdeckt über deren Mitstreiter, echt bitter...
Imbisstatistik:
Was für eine schicke, existentielle Zeit zum Bloggen... (und auch der Tag, an dem Ubuntus neue Version rauskommt)
Durch die Errichtung des Zwischenangriffs Prag wird die kleingärtnerisch genutzte Anlage südlich des Pragtunnels beeinträchtigt und unter anderem ein Baum gefällt.
Zum Anschluss des Zwischenagriffs an die Zentrale Baulogistik wird auf den Bahnanlagen eine Baulogistikstraße östlich der Heilbronnerstraße errichtet.
[en] rainbow dumping - [de] aufspülen (z.B. einen Strand)
(...) unn früha isch ma noh mitm kloina Bulldog zwischa d' Straicha durchkomma.
Die Expo war übrigens wirklich toll - der Bolivien-Stand war wirklich bolivianisch, als einziger der "kleineren" amerikanischen Länder im Gemeinschaftspavillion etwas Besonderes. Der chilenische Pavillion bestand aus einer sehr populistischen "Zwei Pisco zum Preis von einem"-Aktion, in die wir aber prompt hereingefallen sind. Hmm, lecker!
Runaway argument?
! File ended while scanning use of \blublaeh
Friggin' 1.3k of them. And none unbalanced! …anymore.
What else I learned—LaTeX doesn't exactly like things like
\newcommand{}{×}
Pretty messes up everything and you'll never remember, that you were in the middle of writing some fancy new definition, when the system crashed and you decided to get a new /. Three hours later (fsck ecryptfs) you are starting to believe in some major conspiracy outside your $TEXMFLOCAL.
Das Finale - und was für eins! Für die größte Stadt Chinas hatte es hier erstaunlich gute Luft. Man konnte direkt atmen! Liegt sicherlich an dem fantastischen U-Bahn-System. Der Bund hatte wohl gerade "Sozialistische Woche" - hier hatten alle Gebäude, auch und gerade die ausländischen Banken und Versicherungen, die roten Fahnen gehisst und einmal die Stunde gab es Glockengeläut nach der Melodie von "Dong fang hong" - der Osten ist rot (!!). Dabei ist Shanghai sonst wirklich nicht mehr rot, sondern heimliche Hauptstadt der größten und kapitalistischsten Nation der Welt. Der Geburtsort der chinesischen KP hat gleich nebenan und deutlich sichtbar eine PriceWaterhouseCoopers-Filiale (Pee-WC klingt wirklich häßlich auf Englisch).
Einen Tagestrip entfernt von Suzhou finden sich mehrere Kanalwasserstädte, unter anderem Tongli, in das es uns verschlagen hat. Hier war das Motto "schöne, alte, weiße Häuser" durchaus ernst genommen, wie überall in China, wo man etwas offiziell "touristisch entwickelt" blieb von einem authentischen Flair aber nicht mehr viel übrig. Davon haben wir uns nicht ins Bockshorn jagen lassen und fanden wundervolle alte Residenzen und das Highlight von Tongli - das "Chinese Sex Culture Museum", wohl der einzige Ort im doch noch ziemlich prüden China, das offen über Sexualität und sogar Homosexualität redet und doch in diesem auf alt gemachten Dorf unglaublich fortschrittlich wirkt. Die InitatorInnen haben das dann auch gegen manche Widerstände aufgebaut.
Hier waren wir nur zwischendurch, um ZY.s Freundin und ihren Mann zu besuchen. Der hat sich über meine eher zufällig mitgeführte Klassik-CD als Geschenk riesig gefreut, hat er es doch irgendwie (vermutlich mit viel Geld) geschafft, sich eine Mega-Hifi-Anlage (Studioequipment) aus Berlin einzufliegen und sich hunderte Klassik-CDs aus Europa zu importieren.
Die weiße Stadt Amerikas ist Sucre in Bolivien - und die weiße Stadt in China ist wohl Suzhou. Hier ist die Regel, alle Häuser weiß zu tünchen, allerdings etwas lückenhafter: Helles grau geht auch, und Leuchtreklame natürlich auch. Trotzdem hat's mir hier sehr gefallen. Ist ein bißchen so wie San Pedro de Atacama, nur statt 5000 EinwohnerInnen hat's hier 5 Mille. Ausserdem liegt der Fokus mehr auf vorsichtig arrangierten Gärten statt auf Wüste. Aber sonst - fast gleich.
In China kann man Vorbild sein: Wohnblock-, städtischer, regionaler oder sogar nationaler Modellarbeiter (davon gibt es dann pro Beschäftigung nur eine(n) in China), ganz offiziell. Das ist natürlich aus sozialistischen Zeiten übrig geblieben (passenderweise gibt es den Rabatt für solche auch beim Mausoleum des Staatsgründers, Sun Yat-sen).
In Nanjing fielen sie mir erstmals in Massen auf: Die 30 km/h schnellen Pedelecs, oder "Elektro-Fahrräder". Sie machen kein Geräusch und sorgen regelmäßig für Beinahe-Herzinfarkte und Verkehrstote. Sie haben auch keine vernünftigen Bremsen, sind in Deutschland natürlich überhaupt nicht zugelassen (weder als Fahrrad, Auto noch als Waffe), aber sorgen zusammen mit der Nanjinger U-Bahn und den Sonnenkollektoren auf den Häusern zur Warmwasserversorgung für einigermaßen smogfreie Luft außerhalb der Rush hour. Will haben! Aber die deutsche Version, mit Scheibenbremsen, geschwindigkeitgedrosselt und mit Motorenlärmsimulator. Die ist dafür auch um den Faktor 10 teurer.
Es ist voll in China. Wirlich voll. Nicht immer, nicht überall, aber anders als z.B. in der spanischen Meseta erlebt man hier doch wirklich häufig loveparadeske Panikattacken.
In case of Problems, please contact: Frank Lichtenheld