Planet Sumpf

Subscriptions

Complete Feeds

04. Mai 2012

Witold Arndt

Seriell > USB-Adapter-Treiber

USB to I/O Port Controllers >> PL-2303 Software and Drivers

Prolific 2303

von (Witold) am 04. Mai 2012, 10:38 Uhr CET

27. Februar 2012

Malte Cornils

Was von Hong Kong übrig blieb

Darf ich Dir meine Vasensammlung zeigen?
Das Weckletürmchen
So sieht eine Opiumvernichtungsanlage aus. Hat aber nix gebracht.


Regen, Nebel, Regen! Aber das machte nichts - Hong Kong hat wie Macao zwei ziemlich gute Museen. Also, das eine (Kunstmuseum) ist gar nicht so prima, aber hatte gerade eine gute Ausstellung aus - man ahnt es - dem British Museum in London. Das andere war das Geschichtsmuseum. Beide zogen uns je etwa sechs Stunden (!) in ihren Bann. Dummerweise bin besonders ich ja Im-Museum-Alles-Leser, was die Zeiten doch etwas verlängert.

Es gab also spannende Töpfereiausstellung, wobei Y. nicht ganz so überzeugt war ("Wenn ich noch einen Topf sehe, ..."), Kalligraphie (die für Uneingeweihte eher so aussieht wie meine Handschrift), coole mexikanische Pop-Drachenstatuen, einen Brötchentower, viele Hommagen an das Opium, durch dessen Export Britannien bekanntlich Hong Kong gewinnen konnte und gleich nebenan noch - wie in jeder Stadt, die etwas auf sich hält, einen Walk of Fame, sorry, eine Avenue of Stars. Auf der fand sich sogar ein Bärliner Bär.

Nebenbei gab es noch erfrischende Pressehaie, eine riesige Schere zwischen Arm und Reich (weil ultrawirtschaftsliberal), Bilder von Prinz Charles (bei der Übergabe von Hong Kong an China) und dann Hochhäuser, Hochhäuser, Hochhäuser.

Das war auch das Ende unserer Flitterwochen. Schnüff. Die nächsten zwei Wochen, zu denen ich zu gegebenem Zeitpunkt wohl noch Stellung nehmen muss, stand unter dem Motto "Dritthochzeit" und besaß keinen Flitterwochencharakter mehr. Soviel sei verraten: Es war mindestens genau so spannend. Stay tuned...

Star und Sternchen
United Buddha Bears
Hier wurden britische Abschiedstränen vergossen
Der Himmel ist das Limit.

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 27. Februar 2012, 08:11 Uhr CET

Der Weg zur Erleuchtung

In unserem Hotel wurden wir quasi angefixt. Es handelte sich um das YMCA Salisbury. YMCA klingt nach Mollebar, homoerotischen Erlebnissen, einer Jugendherberge, aber eben auch nach Christentum. In Hong Kong ist das YMCA aber (leider) weder eine Bar, noch sonderlich schwul, noch eine Jugendherberge, sondern ein sündhaft teures Vier-Sterne-Hotel (was uns als billigste Midrange-Option vom Lonely Liar empfohlen wurde). Es ist aber wirklich für unsere Verhältnisse verdammt luxuriös gewesen.

Nur christlich war es dann schon noch. So kamen wir auch gleich am zweiten Tag in Hong Kong auf die Idee, Erleuchtung zu suchen! Wo ginge das besser als auf der benachbarten Lantau-Insel. Dort konnte man mit einer coolen Cable-Car-Bahn (leider in dem Monat defekt) direkt zu der konkurrenzlos größten Buddhastatue Hong Kongs fahren!

Diese war für unseren Geschmack (aber in China typisch) etwas überkommerzialisiert, mit Veggie-Fresstempel, Spendensammlung für das nächste große Bauwerk (die Halle der 1000 Buddhas, jeder kann einen spenden - oder doch eine Stützsäule für ein paar Millionen Euro?), lustigen Weisheitssäulen und - warum auch immer - einem Baumsorten-Lehrpfad.

It's fun to stay at the...
Der Weg zur Erleuchtung
Buddha und die Mensch-Ameisen
Preiset! Frohlocket! Om mani padme hum!

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 27. Februar 2012, 05:08 Uhr CET

26. Februar 2012

Malte Cornils

Hong Kong von oben bis unten

Per Schnellboot ging es weiter in den "Stinkenden Hafen". Für unsere smoggewöhnten Nasen war es abe gar nicht schlimm, Hong Kong fiel eher durch häufigen Nebel und subtropischen Stundenregen auf.

Bei unserer Reise hatten wir dann versucht, eine Vermessung von Hong Kong von oben bis unten durchzuführen. Das ist viel spannender als eine Sightseeing-Tour! So waren wir zuerst einmal unten am Ufer der gegenüberliegenden Insel Kowloon und blickten auf Hong Kong Island. Dem klaren Blick kam eine Lichtshow dazwischen, die sogenannte Symphony of Lights, war aber unserem Zweck im Nachhinein zuträglich - so wussten wir, wie hoch die Wolkendecke lag!

Blinkenlights ist imposanter, aber...


Auf dem Weg weiter nach oben wurden wir dann aufgehalten von komischen Römern und Schnauzbartträgern, die vorgaben, ein Commercial für eine Commercial Institution zu produzieren. Nix wie weg.

Sind wir hier richtig?


Dann ging es weiter mit dem sogenannten Central-Mid-Levels-Escalator. Das ist das längste überdachte Rolltreppensystem der Welt. Morgens geht es nach unten, ab mittags dann nach oben.

Fahrstuhllaufen


Beim unserem Einstiegspunkt lauerten uns aber heimtückische Dinosaurier auf.

Dinoparty


Nachdem wir diese überwunden hatten, konnten wir die Aussicht in so manche Shops (Mit "You are free to take a picture of our Shopping Window"-Plaketen), Wohnungen und Straßen von schwebender Höhe nehmen. Die Rolltreppe läuft nämlich nicht ebenerdig, sondern meistens auf einigen Metern Höhe, um die hier prioritär behandelten Autos nicht zu stören.

Living la vida Wohnturm


So waren wir aber immer noch nicht ganz oben angekommen! Wir entschieden uns also, statt dessen auf die Victoria Peak Tram zu setzen. Diese brachte uns in einer beeindruckenden Fahrt zu einem Tempel - genauer gesagt einem Konsumtempel. Starbucks, Häagen Dasz, Modeketten... Auf dem Endpunkt der Trambahn jedenfalls blieb fast kein Wunsch unerfüllt. Außer vielleicht unserer, ganz nach oben zu kommen! Um nämlich wirklich auf die Spitze von Hong Kong Island zu gelangen, mussten wir längliche Fußwege nehmen - und waren auf einmal fast alleine. Auf dem Governor's Walk (oder alternativ der langweiligeren Straße nach oben) konnte man sich sogar prima verlaufen, so dass wir lustig im Kreis herumirrten. Aber nichts konnte uns aufhalten - schließlich erreichten wir (vermessungstechnsich) heiligen Boden, die Spitze der Spitze!

Das ist Spitze!


Mittlerweile hatte sich jedoch einiger Nebel angesammelt, so dass die Aussicht auf die Stadt nach etwa ein bis zwei Meter an einer undurchdringlichen Nebelwand scheiterte. Zum Glück waren wir keine TouristInnen, sondern VermesserInnen :-)

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 26. Februar 2012, 18:01 Uhr CET

Macao

Eine typisch chinesische Stadt... fast überall.
Kirchenlose Kirche
Kulturkampf
Smash Capitalism?
Portugal wäre ja im letzten Jahr in aller Munde gewesen, wenn es nicht durch Griechenland über/unterschattet worden wäre. Hinfahren konnte ich allerdings nicht - so dass ich mit einer ehemaligen Kolonie Vorlieb nehmen musste.

Macao ist die älteste Kolonie in China, als freundliche Geste nach einem Schiffbruch der Portugiesen auf dem Weg nach Kanton wurde den Verunglückten kurzerhand erlaubt, auf den unbewohnten Inseln vor Kanton zu siedeln. Macao ist auch die Kolonie, die im Schatten von Hong Kong zu allerletzt, nämlich 1999, an China zurückgegeben wurde, mit gleichen Bedingungen - "ein Land, zwei Systeme".

So mussten wir also auch offiziell aus China "ausreisen", und ich konnte die Visumsfreiheit für deutsche TouristInnen nutzen, während Y. als Chinesin froh über ihre visumsäquivalente Bescheinigung "Darf ins gelobte Land des Kapitals, Hong Kong/Macao" im Pass war.

Anyway, wie ist es nun in der Langfristkolonie?

Zuerst ist Macao chinesisch. Schon seit hunderten Jahren dominiert die chinesische Kultur und Sprache, nur an der "Elite" ergänzt durch ein bißchen Portugiesisch. Und es ist genauso voll wie in China... Vom Hauptplatz mit tollem Wellenbodenmuster konnten wir jedenfalls nicht viel sehen aufgrund gefühlter Millionen, die sich mit uns die Beine in den Bauch standen. Macao ist auch nicht so klinisch sauber wie München oder teilweise Hong Kong.

Zweitens ist Macao christlich. Die beiden Wahrzeichen sind demzufolge auch die kirchenlose Kirche (die Rückseite war abgebrannt) und das Immerwährende Kasino. Macao läuft Las Vegas den Rang ab. Der Blickfang, das Grand Lisboa, ist bescheidenerweise eben nicht das Grand Macao, sondern verweist auf die alte koloniale Mutter.

Macao hat ansonsten eines der besten Museen Asiens, coole Dauerweihrauchwürste, die in den buddhistischen Tempeln langsam kreisförmig von unten nach oben abbrennen, und einen komischen Stadttanz, den man nur dann akkurat tanzt, wenn man sich mit Schnaps die Kante gegeben hat.

Zum Glück besteht Lissabon nicht wirklich nur aus Kasinos (Macao schon)
Dauerweihrauchen
Drunken Dragon Dance

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 26. Februar 2012, 16:04 Uhr CET

22. Februar 2012

Malte Cornils

Lichterfest und Jadekaiser

Zurück von unserem friedlichen Trip nach Kaiping war unsere letzte Zeit in Kanton von famosen (und leider sündhaft teuren) japanischen Restaurants und dem absolut lohnenswerten Totenbesuch beim ehemaligen König (seiner Meinung nach Kaiser) von Südchina geprägt. Dessen Heimat (im Aggregatzustand "tot") und zwangsweise auch die Heimat (im selben Aggregatzustand) der vier Konkubinen, mehrerer Generäle und Diener enthielt dermaßen viele Schätze, dass man ein riesiges Museum drumherum errichten konnte.

Der König selbst wurde mit einem Jadepanzer umgeben, von denen jede einzelne Platte im Geschäft heute wohl neu mehrere tausend Euro kosten dürfte, weil das den Körper konservieren sollte (eine Legende). Schick, sowas will ich auch mal haben.

Abends ging es dann in den Stadtpark, der zum chinesischen Lichterfest mit Leuchtfiguren ausgestattet war. Sämtliche chinesische Sternzeichen wie hier das Hühnchen waren dabei, aber auch tolle, leuchtende und Nebel speiende Porzellangeschirrdrachen. Awesome.

Y.s chinesisches Sternzeichen und sie
Drache im Porzellanladen
Jadekaiser

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 22. Februar 2012, 09:35 Uhr CET

Friedensstart

All along the watchtower
Kaiping, zu deutsch etwa "Friedensstart", ist Weltkulturerbe. Nachdem Mitte des 19. Jahrhunderts viele Südchinesen (nicht so sehr -innen) den hoffnungsvollen und absolut unterbezahlten Weg zum Schuften beim Aufbau der US-amerikanischen Eisenbahnen auf sich nahmen, schließlich nach Fertigstellung als Ausländer sehr unbeliebt wurden, weil sie anders aussahen und nun den nachrückenden US-Pionieren die Arbeitsplätze wegnahmen (man kennt das leider...), gingen diese eben zurück in ihre alte Heimat.

Sie brachten dabei eine Menge neuer Ideen, relativ viel Geld und meistens auch noch etwas übriggebliebene Energie und Motivation mit ins Land. Hier im Süden, etwa zweihundert Kilometer von Kanton, war aber ein ewiges Piraten- und Räubernest. Deshalb wurde hier auch Kaiping gegründet, damit hier endlich durch Besiedlung aus dem Norden etwas Frieden ins Land gebracht werde!

Die Rückkehrer bauten, wahrscheinlich weil am Anfang mal einer die Idee hatte, tausende Hochhäuser mit Wachturmfunktion, sogenannte Diaolous. Hier konnte man wohnen, sich hinter den Gitterfenstern vor den Räubern verschanzen und sie von den oberen Stockwerken befeuern. Das ist eine einzigartige Architektur, die an die heutigen Gated Communities erinnert.

Lohnenswert ist Kaipings Umgebung auch deshalb, weil sich hier verhältnismäßig wenig TouristInnen verirren (es ist nicht so actionreich wie Kanton) und es sogar Fahrradfernwege gibt. Lustig war auch die auf dem Weg liegende Klostadt Shuikou, die sich selbst selbstbewußt als "China Sanitary Ware City" bewirbt und wohl so viele Duschkopffabriken wie sonst niemand besitzt.

Weltkulturerbebesitzerpanorama

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 22. Februar 2012, 09:32 Uhr CET

21. Februar 2012

Malte Cornils

Akademisches Whampoa: We learn war.

In Kanton besuchten wir auch ein Nationalheiligtum der Chinesen - kostet nämlich nix ;-): Die Whampoa-Militärakademie. Eigentlich alle relevanten Revolutionäre aus Chinas Republikwerdungszeit (und die späteren Führungspersonen Taiwans und der Festlands-Volksbefreiungsarmee) waren hier versumpft.

Heute kann man den OffiziersanwärterInnen (Y. sagt immer etwas sehr solidarisch "Solidaten") beim Zigarette rauchen zuschauen, die patriotischen Geschichtsmuseen durchstöbern und ganz normale Menschen etwas abseits vom hektischen Stadtzentrum Kantons beobachten.

SolidatInnen
"Produkte" der Whampoa-Akademie
Der alte Mann und der Koch

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 21. Februar 2012, 09:11 Uhr CET

Kantonesische Kuriositäten

Kanton (auf Chinesisch besser bekannt als Guangzhou) hat uns überrascht. Es ist mindestens genauso angenehm wie Shanghai und Peking - und im Gegensatz zu unseren vorherigen Reisezielen deutlich sauberer und besser organisiert. Englisch wird auch vereinzelt, und damit deutlich häufiger als anderswo, gesprochen.

Das mag daran liegen, dass es sich um eine wirkliche Multi-Kulti-Stadt handelt. Schon die ollen Römer waren hier, ab Macaos Gründung war hier der Handelshafen für die Europäer. Eine Zeit lang waren alle anderen chinesischen Häfen für Ausländer gesperrt. Von hier aus lief in den Opiumkriegen auch die Eroberung Chinas. Und während der Zeit des Bambusvorhangs, also etwa bis zur Kulturrevolution, hatte ganz China nur während der jährlichen Kantoner Handelsmesse Kontakt mit Weststaaten.

England erzwang sich auch eine eigene Sandbank (Shamian), die mittlerweile restauriert als "Europetown" dient und architektonisch spannend ist.

Wir versuchten hier im Eiltempo alles Kanton-typische und Seltsame zu erkunden, damit wir schneller als Merkel waren - soviel gebietet die Erkundungsehre! Zum Beispiel im ganz schön deutschen "1920"-Restaurant mit hausgemachten Spätzle. Ansonsten blieben wir aber ganz bei der kantonesischen Küche. "Hier wird alles gegessen, was schwimmt, außer das U-Boot, alles was vier Beine hat, außer der Tisch und alles, was fliegt, außer dem Flugzeug" bezieht sich nämlich auf die vielfältige und teilweise doch etwas eklige südchinesische Küche (Katzen, Hunde, Schlange, Schildkröte...). Besonders lecker ist der "Zaocha"-Frühtee mit Dim Sum - diese oft süßen, mit allen möglichen Köstlichkeiten gefüllten Teigtaschen sind hier zu Hause. Mmhmhm.

Alt und neu
Shamian ist Kantons "Europetown"
Hier waren wir schneller als Merkel

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 21. Februar 2012, 09:09 Uhr CET

11. Februar 2012

Malte Cornils

Guilin

Was machen mit dem Zwischenreisetag? Aus Yangshuo waren wir schon zurückgekommen, und unser Flug nach Guangzhou ("Kanton") war erst einen Tag später angesetzt. Also das beschauliche Guilin erkunden (etwa so groß, und so schön, wie Hannover).

Hier können wir eigentlich auch nur Kleinigkeiten berichten. Ich sah die erste politische Demo in Guangxi - jedenfalls wenn das Private bzw. das Speiseverhalten als politisch definiert wird. Als mich die Demonstrantin beim Fotografieren entdeckte, strahlte sie breit lächelnd, wohl erwartend, dass ich ein Fotoreporter von CNN oder BBC bin. Mal sehen, welchen Effekt das Cabrio so hat.

Im Freizeitpark "Seven stars", der eigentlich ziemlich langweilig ist, war wenigstens für die Kleinsten gesorgt. Kinder konnten zum Beispiel mit Thyssen-Krupp-Spielzeugkanonen auf Terroristen ballern. Yay! Oder, wenn das die Reflexe noch nicht ausreichend schult, in der großen CounterStrike-Area vergünstigt rein - als Erwachsener ist es da deutlich teurer! Auch eine Art Jugendschutz - Schutz davor, zu viel Geld auszugeben beim Ballern und Köpfe blutig explodieren lassen. Nun ja.

Y. jedenfalls war glücklich, dass es in Guilin die weltweit wohl einzige Pagode mit eingebautem Fahrstuhl zu besichtigen gab! Sonst ist sie ja nicht ganz so ein großer Treppensteig-Fan wie ich. Hier waren wir beide aber überglücklich...

Die hat doch nen Vogel
Und dann spritzt das warme Blut...
Fahrstuhlpagode

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 11. Februar 2012, 16:08 Uhr CET

10. Februar 2012

Malte Cornils

Yangshuo

Flusspiraten
Auf Schusters Rappen
Vom Schaukelfaktor auch eine Bootsfahrt
Ach, hier ist der SBC!
Mao hier als Schutzamulett für den Neubau
Eigentlich fährt man gar nicht nach Guilin. Ziel ist eigentlich das winzige Kaff Yangshuo (mittlerweile 100000 Einwohner) mit seiner tollen Karstbergegegend, entlang am Fluss (=jiang) Li. Das hieß dann Lijiang Flusstour, und führt bei uns natürlich überhaupt nicht zu Verwechslungen mit unserem vorherigen Aufenthalt in Lijiang, der Stadt in Yunnan, weil das eine Li ja steigend und das andere fallend betont wird.

Auf dem Wasser war es natürlich nach wie vor neblig, was hier aber als "besonders romantisch" verkauft wurde. Die Gegend ist auch auf dem chinesischen 20-Yuan-Schein abgebildet, was mich zu endlosen "von wo wurde das Bild denn genau gemalt"-Fotopunktsuchaktionen brachte, die doch nie ausreichend gut waren, um die Banknote (Gegenwert zwei Euro) sinnvoll fälschen zu können.

Wir hatten immerhin ein super Hotel. Ok, wir wurden bestochen ("Jeder Gast, der hier seine Flitterwochen verbringt, erhält von uns eine Flasche Rotwein umsonst! Geht wild!"). Jedenfalls hatten wir genug Energie, um die ganze Flusstour gleich noch einmal zu machen, nur als Wanderung statt als Bootsfahrt. Da gab es zum Beispiel den Berg, in dem sich neun Pferde verstecken. Sechs davon sind zumindest den Yangshuo-Reiseführern bekannt, Top-Kaiserhofbeamte konnten natürlich alle neun und Bill Clinton hatte - mit Mühe - drei entdecken können. Was das aussagt, wurde im Raum stehen gelassen...

Wir konnten uns nicht verBergen

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 10. Februar 2012, 16:01 Uhr CET

09. Februar 2012

Malte Cornils

Nebeldrachenrücken

Zurück aus der fernen Südwestprovinz Yunnan in die "Zivilisation"! Guilin in der Guangxi-Provinz hieß unser neues Ziel. Der einsame Lügner/Planet sagt zu dieser Stadt: "Mention you're going to Guilin to any Chinese person and you'll almost certainly receive longing looks of jealousy." Auf jeden Fall hat Guangxi große Nebelvorräte, wie wir festgestellt haben.

Das erste Ziel waren die "Drachenrückenknochenreisterrassen". Das sind die wohl berühmtesten Reisterrassen in China. Die Tour dahin war wieder ein toller Spaß mit dem beliebten "Ach übrigens habt ihr noch eine optionale, nicht billige Veranstaltung - die Langhaarfrauenshow. Wenn ihr da nicht mitmachen wollt, auch kein Problem, ihr könnt ja dann warten, bis die anderen damit fertig sind." Grr.

Im Nachhinein war das aber wirklich praktisch, denn der Nebel machte die Reisterrassen doch... ein wenig undurchsichtig. Die Langhaarfrauenshow war wieder so eine "kleine Gruppe hat komischen Brauch, wir machen ein Megaevent draus"-Sache. Die unverheirateten Damen des Dorfes ließen sich nämlich die Haare wachsen und schnitten sie im Leben nur einmal, nämlich mit dem Erwachsen werden. Außerdem sammeln sie alle ausgefallenen Haare. Damit haben sie dann drei Sätze Haare: die Originalhaare auf dem Kopf, die Jugendhaare, und die zusammengestückelten Fallhaare. In die daraus resultierende Haarkämmshow wurde dann noch ein "ist hier jemand unverheiratet?"-Event eingebaut, in dem die männlichen Singles mit den weiblichen Dorfsingles verkuppelt wurden und lustige, haarige Zeremonien hinter sich bringen mussten. Mit viel Schnaps. Ihr könnt es Euch ungefähr vorstellen, es war sehr authentisch und kaum touristisch, aber eben auch nicht so neblig.

Danach waren wir dann erst mal zwangsweise essen und schließlich, nach etwa vier Stunden, hatten wir eine Stunde für das eigentliche Planziel: Die Wanderung in den Drachenrückenterrassen. Y. und ich hatten im Rekordtempo als einzige beide Aussichtspunkte besuchen können, aber so richtig beeindruckend war die Drachenperspektive dann nicht. L. hatte uns schon vorgewarnt... Die anderen, chinesischen MittouristInnen ließen sich vom Wetter natürlich nicht abhalten und machten die beliebten Fake-Fotos. Uns war es so recht wie es war - Die chinesischen Drachen hatten der Legenda nach die Fähigkeit der Wetterkontrolle und konnten insbesondere Wasser regnen lassen, so dass der Nebel für uns eigentlich die echte Macht der Drachen demonstierte.


Drachenrückendorfhausleben
Haarmonisches Theater
Y. als Drachentöterin
Wie, Nebel? Kein Problem!

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 09. Februar 2012, 15:57 Uhr CET

03. Februar 2012

Malte Cornils

Reise des Glücks

Würden Sie diesem Typen einen Kredit geben? Wir auch.
Wir und die YEN
Spazierwanderhochzeitsgebräu "En passant"
Unsere letzte geplante Aktivität in der Yunnan-Provinz war eine Hiking-Tour entlang des Lugu-Sees. So richtig geplant allerdings doch nicht ganz - eigentlich sollte es eine E-Bike-Tour um den ganzen See herum werden. Das scheiterte allerdings am sechs Fussstunden entfernten nächsten Bankautomaten, Ebbe in unserer Bike-Ausleih-Kasse, Ebbe in unserer Nahrungsmittel-Wasserkauf-Überleben-Kasse und der Tatsache, dass es auch gar keine versprochenen E-Bikes gab, sondern nur normale, d.h. viel zu kleine und für die Seehügel dank Eingangschaltung ungeeignete Drahtesel.

So wurde es also ein Spaziergang. Wir planten, zum Haus der Yang Erche Namu (im Folgenden kurz YEN) zu gehen. Diese war eine der ersten Ausreißerinnen der Mosuo. Die Mosuo sind die letzte Überlebende matriarchalische Gesellschaft (seit dem Ende einiger Experimente der 68er). Die Männer sind immer nur auf Abruf zu Besuch, das nennt sich dann "Heirat im Vorübergehen". You gotta walk the walk...

Von dieser Welt berichtete jedenfalls, nach Ansicht Ihrer zahlreichen Mosuo-Kritikerinnen stark exotifiziert, die YEN, die sich schließlich als Vorzeige-Minderheitenfrau mit dem roten Regime in Peking während der Kulturrevolution arrangierte und auch deshalb dieses tolle Haus geschenkt bekam. Nebenbei war sie Model und lebte eine Zeit lang in Kalifornien.

Da wollten wir hin. Eintritt in ihr Haus war schwierig aufgrund unserer privaten Finanzkrise. Aber, oh Wunder! Hat man den Blick beim Wandern vor die Füße gerichtet, kann man doch glatt einen passenden 50 Yuan-Schein vor sich liegen finden! Das waren Eintritt UND Trinkgeld!

Und nochmal oh Wunder, die eigentlich hauptwohnsitzmäßig in Peking lebende YEN war nicht nur aufgrund der chinesischen Neujahrs in der Gegend, sondern traf etwa zehn Sekunden vor uns bei ihrem Haus ein, lud uns zum von ihrer Oma selbst gemachten Weißwein ein und plauderte ganz unverblümt mit uns. Wir waren baff.

In Ihrer Bar fand sich dann auch der Grund, warum Rotchinas (größtenteils männliche) Funktionäre in den Siebzigern sie so toll fanden - sie hatte eine ausgesuchte Sammlung von Rotfahnenträgerinnenpornographie. So scheint es jedenfalls... (Lektüretipp hierzu übrigens "The Mao Case" von Qui Xiaolong und die Berichte über Mao von seinem Arzt)

Die roten Reihen geschlossen...

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 03. Februar 2012, 15:15 Uhr CET

02. Februar 2012

Malte Cornils

Momo's See

Road kill yourself
Nach dem Lonely Liar/Planet war unser nächstes Reiseziel, der Lugu-See, etwa 8 Busstunden entfernt. Kein (Michael?) Ende in Sicht. Nachdem wir die Straßenqualität begutachtet hatten, war uns auch klar, warum. Unser späterer Rückfahrtfahrer schaffte es auch noch, die Strecke in der Hälfte der Zeit zu packen, was zu spannenden Gesprächen mit einigen der Beifahrerinnen führte, die sogar ich übersetzen konnte ("Idiot!" "Fährst Du oder fahre ich?").

Das Seepanorama war es dann aber wert. Hat mich sehr an den Titicacasee in Perulivien erinnert, was Aussehen, Bootstouren, Höhe, indigene Bevölkerung etc. angeht. Abends und kaum wegverhandelbar ("optionaler, vorher nicht angekündigter Teil des Tourenprogramms für nur 100 Yuan extra - wer nicht will, auch kein Problem, man kann dann einfach die zwei Stunden auf die anderen warten!") war das Essen bei den Leuten der Mosuo-Minderheit.

Der Mo Mo-See


Zur Mosuo-Minderheit muss man sagen, dass sie nach chinesischer Ansicht eigentlich gar keine Minderheit sind. Als solche wird man nur gezählt, wenn man eine eigene Schrift hat. Die Mosuo haben zwar eine andere Sprache, verwenden aber gar keine Schrift und zählen damit zur umgebenden Naxi-Minderheit. Wir erlebten also das Essen und authentische Volkssänge der Mosuo-Minderheit.

Das Essen war seltsamerweise genau wie die Zimmereinrichtiung tibetanisch. Die Volkssänge waren ebenso seltsamerweise auf Han-Chinesich (!) und wurden zum Abschluss mit einem kräftigen "Yasuo, Yasuo, Ya Ya suo! Mosuo, Mosuo, Momo suo! zelebriert". Yasuo bedeutet soviel wie "Gib Gas (Haider)", und Mosuo ist ja die lokale Minderheit. Interessanterweise ist "Yasuo" aber gar kein Mosuo, sondern tibetanisch. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Aber Naxi-Tibetaner etc. sind auch total häufig in der Gegend. Abends ging es dann noch zu einem sicher ebenso authentischen Mosuo-Volkstanz (mit Breakdance-Einlagen).

Der Original Mosuo-Taxifahrer am nächsten Morgen klärte uns dann über diese Missverhältnisse auf, so dass wir hier im Cabrio die Wahrheit und nichts als die Wahrheit verkünden können.

Da bekommt man glatt ein schlechtes Gewissen
Ma(i)dami Ma(i)dami Er shi qi kuai wu: Ich liebe Dich (Naxi)/Ich verkauf ne große Schüssel Reis (Han), 2 Euro 75. Whatever...

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 02. Februar 2012, 14:59 Uhr CET

01. Februar 2012

Malte Cornils

Guo nian hao! (Verbringt ein gutes Jahr!)

Das Jahr des Drachens ist über uns gekommen. Vor kurzem war es auch für uns soweit: Frühlingsfest (=Silvester) in China, das wichtigste Fest des Jahres! Wir hatten nach langen und zähen Verhandlungen schließlich einen besonderen Dispens bekommen - obwohl wir uns in China befanden und eigentlich keine Ausrede gehabt hätten (auch nicht die 4000 km Entfernung), durften wir wegen unserer Flitterwochen das Neujahrsfest ausnahmsweise auswärtig und nicht zu Hause in Fushun feiern.

Dafür zahlten wir natürlich drauf: Alle Preise waren standesgemäß erhöht und als Ersatzleistung gab es von unserem Herbergsvater, der für seine Familie gekocht hatte, das gut gemeinte Angebot, uns und die gar nicht so wenigen Gäste in unserer Situation mit beim traditionellen Abendessen zu versorgen. Wir "außerfamiliaren" saßen dann auch an einem extra Tisch und hatten viel Spaß. Der Herbergsvater/Koch machte für meinen Geschmack ganz gutes Essen, für die anwesenden ChinesInnen war es aber wohl nur mittelmäßig. Und die in Nordchina üblichen Mitternachtsjiaozi wurden stillos vorgezogen. Geballert wurde übrigens zwar für deutsche nicht-Kreuzberger Verhältnisse unglaublich viel, aber wohl weniger als in den Jahren zuvor. Trotzdem zeigte der Pekinger Luftqualitätsmesser der US-Botschaft dort für Neujahr zum ersten Mal in diesem Jahr den Wert "Katastrophal" an. Gut, dass wir weit weg in der beschaulichen Kleinstadt (1,2 Millionen Einwohner) Lijiang waren.

Unser früheres Kälteproblem behoben wir ab Neujahr dann übrigens auch mit Heizlüfter auf voller Stufe, einem Umzug ein Stockwerk höher und die Schleimhäute schonten wir dabei mit einer lustigen Wasserbeckenkonstruktion. Eine große Verdunstungsfläche war leider nicht drin. Nun, es war immer noch wärmer als beim lustigen Sibieren-Tief in Deutschland - endlich ist es da mal kälter als in Fushun. Vorteil von solchem Klirrfrost ist ja z.B., dass nach Zahn-OPs die Kühlung deutlich unproblematischer vonstatten geht (nutze diesen Vorteil gut, Sj.!). Wer sich rechtzeitig mit Thermo-Unterwäsche, Buff-Fleece-Röhrenschals, Windbreaker-Mützen und Fettcreme ausgestattet hat, sollte aber überleben. Viel Glück Euch! Die aktuelle Außentemperatur der Blogstation ist übrigens 15 Grad plus in Kanton (*prahl*), Südchina, wo wir Merkel beim Chinabesuch wohl knapp verpassen.

Jedenfalls blogbedingt leicht verspätet allen Leserinnen und Lesern ein frohes neues Drachenjahr!


Ruhe vor dem Schwarzpulversturm?
Vielleicht hilft sowas ja
Frühjahrsfood

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 01. Februar 2012, 15:25 Uhr CET

Julia Wiegel

nervig

Zukünftig muss ich sehr aufpassen wenn ich die Nerven verliere, denn seit letztem Mittwoch habe ich einen weniger.

Schafft dieses schlechte Wortspiel es wohl auf H&M-Niveau? Man weiß es ebenso wenig wie die Antwort auf die Frage, warum denn im Cabrio Kommentare nicht mehr freigeschaltet werden. Die Zensur ist also gar nicht chinesisch.

Imbissstatistik:

  • letzte Woche: 1 Döner

von sJulia (noreply@blogger.com) am 01. Februar 2012, 00:29 Uhr CET

27. Januar 2012

Malte Cornils

Heiß wie ein Vulkan

Irreführend wenig los in Lijiang
Heißluftgebläse mit Holzkohleofen-Animation
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)


ist es nicht gerade in Lijiang, dem super-duper-mega-touristischem Altstädtchen in Chinas südwestlichen Berg- und Dschungelprovinz Yunnan ("Wolke Süd"). Aus sehr sinnvollen Denkmalschutzgründen darf es in der Lijiang-Altstadt, in der wir nun einmal wohnten, keine neumodischen Heizmechanismen geben (und auch keine äquivalent wirksamen Klimaanlagen-Systeme). Bin ich auch voll dafür! Obwohl die Frage durchaus bleibt, ob dieses hier abgebildete Ersatzsystem den wirklich besser ist - energiefressend, laut, gar nicht ästhetisch, nur geringfügig atemwegsschonender als "feuchtklamme, nasse Kälte".

In China ist es wohl ausgemachte Sache, ohnehin südlich des Yangtzekiang keine Heizsysteme zu erlauben bzw. zu unterstützen, was ich auch etwas arbiträr finde, zumal die 2000m-Hochlagen in fast direkt am Yangtze gelegenen Lijiang und die subtropischen Pseudo-Winter in Sanya doch verkühlungstechnisch ganz schön unterschiedlich sind.

Vermutlich als Resultat davon konnte ich auch meinen ersten eigenen Besuch bei einer chinesischen Ärztin machen (wegen Verdacht auf Bronchitis). Die resultierenden Medikamente haben zusammen mit der Beratungsgebühr etwa 8 Euro gekostet (während ein frisch gepresster Pfirsichsaft heute im Flughafenrestaurant ebenso viel gekostet hat - es ist also nicht so, als sei das Preisniveau in China generell krass niedrig). Pangdahai mit Lakritzbonbons, Chrysanthementee und noch ein paar anderen Ingredienzien aus der chinesischen Medizin waren, da es sich eh um eine virale Infektion handelte, die nicht mit Antibiotika bekämpft werden konnte, das geeignete Mittel.

Oh, ach ja. Was haben wir eigentlich gemacht in Lijiang? Zunächst einmal und für heute der Abschlussbericht war die Hauptquartier-Funktion für unsere Tour zu Tigersprungschlucht/Tiger leaping gorge. Der Legende nach sprang hier einst ein Tiger von der einen Seite des Yangtze zur anderen, was aufgrund der etwa 1000 Meter hohen Schluchten zu beiden Seiten nur durch relativ elegantes herunterhangeln an der Schluchtkante, guten Anlauf und hohe Motivation geklappt haben kann. Ok, die einzigen Tiger, die hier jemals herübergesprungen sind, waren wohl Plüschtiger, aber es macht eine gute Legende.

Schluck, Schlucht!
Eines Tages wirst Du Shanghai sehen, kleiner Tropfen
Stairway to heaven
Endlich oben angekommen!

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 27. Januar 2012, 15:32 Uhr CET

26. Januar 2012

Malte Cornils

Papa Razzi

Ist das Papa Razzi?


Das Cabrio war schon immer gut darin, böse Dinge zu tun. Oder etwa nicht? Nach Erwerb des aufgrund thailändischer Überschwemmungen stark vergüngstigt erhältlichen 18-200mm Telezoomobjektivs für meine neue Kamera stellte ich erstaunt und ziemlich überrascht fest, dass man mit so einem Teleobjektiv nicht nur tolle Nahaufnahmen machen kann (nicht so gut wie mit einem Makro, aber immerhin). Nein! Man kann auch Papa Razzi spielen!

So lief ich also beim Warten auf den Anschlussflieger regelmäßig im Flughafen von Kunming herum und konnte wahllos Leute ablichten, ohne dass diese das groß mitbekommen können. Da sind richtige Charakterstudien drin...

Das vorher oder zumindest nachher fragen, ob man das Bild für das Cabrio verwenden kann, gestaltete sich aufgrund der Abwesenheit von Y. und der ebenfalls bedauerlichen Abwesenheit ausreichender Chinesischkenntnisse schwierig.

Rechtlich ist es wahrscheinlich sogar ok, da ich die Aufnahmen erst in Deutschland verwende und publiziere und das Recht am eigenen Bild nicht wie das Urheberrecht international auch strafrechtlich anwendbar ist(? In Deutschland könnte der hier Abgebildete wohl schon zivilrechtlich Unterlassung verlangen, vermute ich?) Andererseits - darf ein deutsches Magazin z.B. Bilder von US-amerikanischen SchauspielerInnen zeigen, ohne dass diese zustimmen?

Moralisch ist es natürlich fragwürdig. Klar, auf Standard-Urlaubsaufnahmen findet man auch so manches Gesicht auf ansonsten durchaus üblichen und legalen Flughafen-Warteraum-Bilder, aber die Porträt-Großaufnahme ist doch schon qualitativ eine andere Nummer.

Allerdings dürfte es auch niemanden so richtig stören, solange das Cabrio kein Geld mit Werbung macht und die zufällig Abgebildeten sich wohl (derzeit) mangels geeigneter Google-My-Own-Image-Suchalgorithmen niemals daran stören werden.

Was sagt das Publikum?

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 26. Januar 2012, 15:14 Uhr CET

23. Januar 2012

Julia Wiegel

manchmal fühle ich mich herausgefordert:

Sehr geehrter Herr Wulff!
Gerade lese ich auf zeit.de, dass sie im Gespräch mit Herrn Joffe vor Journalisten berichteten, sehr viel Zuspruch aus der Bevölkerung zu bekommen.
Hiermit möchte ich ihnen das Gegenteil zukommen lassen.

... und auch schon abgeschickt. Und ich will auch endlich nichts mehr von diesem ganzen Geretze lesen.

Imbissstatistik:

  • letzte Woche: 1 Falaffel
  • diese Woche: 1 Falaffel

von sJulia (noreply@blogger.com) am 23. Januar 2012, 00:21 Uhr CET

22. Januar 2012

Malte Cornils

We had to resort to resorts

Traumpool oder Pooltraum?
Ist die russische Übersetzung eigentlich besser?
Ich bin mir sicher, dass die LED-Beleuchtung erst nach dem Fall der Sowjetunion beschafft wurde
Obligatorisches Strandfoto ObBeach


Auch um die Flitterwochen beim Veranstaltungsteam mit Mehrheit, dann sogar mit 100%iger Mehrheit, durchzubekommen, war ein vielfältiges Programm nötig: Städte(kul)touren, alpines/himalayisches Bergwandern, Radtouren sowie Erholungsurlaub am Strand. Natürlich haben wir mit dem Erholungsurlaub am Strand angefangen... und das war auch gut so!

Beim Flug zu der Südmeerinsel - ja genau, "der" Südmeerinsel, Hainandao übersetzt sich kreativerweise genau zu "Meer Süd Insel" - kam ich nämlich akut erholungsbedürftig aus dem Flugzeug. Der länger schon latent minimal vorhandene Schnupfen sorgte nämlich für ein vollständig verstopftes Eustachisches Röhrchen. Damit war nix mehr mit Schlucken oder Kaugummikauen zum Druckausgleich - es tat einfach richtig weh. So richtig gute Tricks dagegen habe ich auch nachher mit Googeln nicht gefunden, außer "bei der Landung Ohren mit Plastikbechern abdecken", was sicher selten dämlich aussieht und beim dem Flug mangels Bechern auch gar nicht ging.

Dafür kann man danach eigentlich nur noch Gutes erzählen. Sanya ist grundsätzlich eine reine Badeortstadt, mit 500 000 Einwohnern aber eigentlich deutlich zu groß dafür. Anders als z.B. in Varadero, Kuba erhält man also zwangsläufig noch Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung - außerdem machen hier auch in der Mehrheit Inländer Urlaub, anders als auf Mallorca oder eben insbesondere Kuba.

Blick auf Sanya


Die wirklich exklusiven Gegenden gibt es aber auch, in der Yalong-Bucht. Da ist dann aber wirklich nur Marriott neben Hilton etc. Aber auch das haben wir per Bus einen Tag ausprobiert und konnten mit dem gemieteten Fahrrad nach circa 30 Minuten zu einsamen Wasserbüffeln und einsamen Bauernhöfen vordringen.

Anyway, viel mehr gibt es nicht zu erzählen - es war erholsam, wir haben den Pool als Strandersatz genutzt (weil "unser" nicht-exklusiver Strand doch recht siffig und die Aussicht besser war). Ansonsten sind wir eigentlich nur noch den Sanya-Liebeshügel hochgeklettert. Das klingt deutlich unjugendfreier als es ist (und dann doch wieder nicht)- der Liebeshügel Luhuitou ist dort, wo nach 99 Tagen Jagd der Jäger aus dem indigenen Volk der Li dieser der Legende nach endlich das Reh stellen konnte, es einen Blick zurück auf den Jagenden warf und sich - oh Wunder und unerwarteter Zufall - in eine Li-Frau verwandelte. Beide verliebten sich instantan und die Jagd wurde aufgegeben und statt dessen lebten sie glücklich und zufrieden bis zu dem Tag, an dem die touristische Massenerschließung des Hügels begann...

Buddhistischer Wunschbaum auf dem Liebeshügel
Caesar?
Diese Kokosnuss hatte ich soeben vom Affen geklaut
Kann nämlich wirklich beinahe niemand lesen(?), weil nicht auf Chinesisch

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 22. Januar 2012, 14:32 Uhr CET

14. Januar 2012

Malte Cornils

Nach den Vorbereitungen ist vor den Vorbereitungen

Bonjour Tristesse: Überwachter Hotelalltag im Ibis Beijing Capital Airport Hotel
Hier ging die Post ab
Eindeutig besser als Mensaessen
In Deutschland findet man hier eher A Plusplus, A Plus und A (oder habe ich das mit Kühlschränken verwechselt). Bei dieser Klimaanlage kann stolz die roteste Note bei der Umweltfreundlichkeit vermerkt werden.


Eigentlich dachte ich, nach meinem letzten großen Projekttreffen für das TMCC müsste ich für die Flitterwochen nichts mehr groß vorbereiten. Das war falsch.

Eigentlich dachte ich dann, nach Weihnachten und allen gekauften Geschenken müsste ich für die Flitterwochen nichts mehr groß vorbereiten. Das war falsch.

Eigentlich dachte ich schließlich, nach langen Telefongesprächen mit China (Y. bestand fast schon vernünftigerweise darauf, zumindest mal nachzufragen, ob es unsere Zielorte noch gibt) müssten wir für die Flitterwochen nichts mehr groß vorbereiten. Wieder falsch.

Verzweifelt dachte ich endlich, nach dem Einsteigen ins Flugzeug und der Zwangstrennung vom Internet könnten wir für die Flitterwochen nichts mehr groß vorbereiten. Das war richtig, aber sobald wir wieder gelandet waren, ging es gleich weiter...

Wir hatten anfangs ja einen Tag Beijing eingeplant, bevor es in den wirklichen Süden gehen sollte. Das war auch gut so. Mein sonst immer prächtig funktionierendes, fabulöses In-Zimmer-Ordnungssystem ließ mich im Stich. Wo war die Datenflatrate-SIM-Karte für China? "Es gibt da notfalls einen China Telecom-Filiale direkt bei uns um die Ecke, nein halt, die macht Samstag Ruhetag! Aber noch eine, in nur einer Stunde per Bus erreichbar, hat auf!" waren die letzten Worte gewesen, mit denen Y. mich besänftigen konnte.

Ankunft am Beijing Capital Airport


Nun also unser Ankunftsprogramm: Zuerst zur Flughafen-Post, um da die erst in Fushun benötigten Klamotten per Post nach Hause schicken zu lassen. Dann zum Terminal 3 wechseln, um schon einmal die reservierten Flugtickets für morgen zu bezahlen. "Jetzt hat alles wirklich Wichtige geklappt, super! Der Rest wird einfach." waren Y.s frohe Worte.

Das kostenlose Shuttle brachte uns dann schon zu unserem Hotel. Die erste Überraschung: Es handelt sich nach Y.s Aussage wohl um ein Land- nicht Stadthotel. Unser letztes ibis war nämlich sauber und bequem (wenn auch etwas eng). Dieses war nicht so sauber und unpraktisch ("WLAN? Haben wir nicht."), wenn auch ausgesprochen geräumig.

Zum Hotel hatte Zhou Yao noch Ihren Personalausweis/ID-Karte und Ihre chinesische Flatrate-SIM-Karte per Expresspost schicken lassen. Diese vor unserer Ankunft zu schicken, wäre nach Y. zu riskant gewesen - Landhotelbesatzungen ist nicht zu trauen. Leider kam und kam die Expresspost nicht an (der Landpost ist wohl auch nicht zu trauen?)

Ohne SIM-Karte konnten wir aber auch nicht gut bei der Post anrufen und uns den Tracking-Status liefern lassen.

Überraschung zwei: Die China Telecom-Filiale um die Ecke hatte doch offen - das Internet lügt also doch. Nachdem die Eingabe meiner deutschen Passnummer das System (Linux!) zum Neustart (Linux?) gebracht hatte (so mit spannendem Einblick in das Konsolenbootlog), ging es beim zweiten Mal dann doch (wirklich Linux??) und wir hatten nach Zahlung von 50 Euro Kaution eine neue Internet-Flatrate-SIM. Die 50 Euro Kaution mussten wir zahlen, weil Zhou Yao nicht wohnhaft in Beijing ist und ich wohl auch nicht. Was dieses Mal Y. fast in den Wahnsinn getrieben hatte ("500 Yuan! Wucher! Das würde es in D.land nicht geben!").

Die Flatrate galt dann aber nur für Nicht-Hong Kong-China. Was die Angestellten in Erklärungsnöte brachte ("Ist oder ist Hong Kong nicht Teil Chinas?"). Ein sehr sensitives Thema.

Als ich dann endlich wieder online war, konnten wir endlich beim Postamt anrufen. "Ja das ist hier. Also beim Postamt. Warum, weiß ich nicht. Wir machen aber gleich zu." waren die fatalen Ansagen. Ohne ID-Karte wären die Flitterwochen gar nicht mehr so gut gegangen ("Dann wäre die ja irgendwann in der Obhut des Landhotelpersonals gelandet!").

Also auf ins wunderbarerweise nur 10 Autominuten entfernte Postamt. Nachdem das Hotel versagt hatte ("Taxis rufen wir hier nicht") und wir auch keinen Erfolg hatten und schon von schwarz arbeitenden Fahrern angesprochen wurden (was Y. erst mit Schweigen und dann mit "Nein, niemals würde ich bei Ihnen mitfahren" quittierte), sind wir dann mit demselben schwarz arbeitenden Fahrer zur Post befördert worden. Für unsere Notlage dank der offensichtlich geplanten Gesprächstaktik Y.s zum Wucherpreis, aber eben zum leistbaren Wucherpreis von 1,5 Euro.

Die Post hatte dann das Paket auch da und es stellte sich heraus, dass im Internet, welches ja nie lügt, die Postleitzahl des Landhotels falsch angegeben war und das Paket deshalb erst mal auf Halde lag. Puh, das war knapp...

So war am Ende alles wieder gut. Im Hotelrestaurant trafen wir noch einen vegetarisch essenden US-Amerikaner, dem wir bei der Bestellung halfen. Er stellte sich als stark religiöser Geschäftsmann aus dem südlichen North Carolina heraus, der uns zum Dank gleich chinesische Texte zu Jesus zusteckte und unsere Ehe segnete. Mhh, dann heute Abend lieber nur christliche Dinge tun.

May the Lord bless you, too!

Roter Weihnachtsbaum: Nachdem wir in Springe aus der Not geboren einen Osterbaum zu Weihnachten hatten, gibt es hier einen Nationalfarbenbaum zum Frühlingsfest (oder verspätet zu Weihnachten).

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 14. Januar 2012, 14:54 Uhr CET

Zur Einstimmung

Spielend lernen oder so: Ich zeige J. anhand der Karten des Kartenspiels Café International die chinesische Flagge. J.'s Kommentar: "In China ist meine Y. Und mein M." Betonung natürlich auf mein. Wir wünschen euch ganz viel Spaß und freuen uns schon jetzt darauf, euch wieder zu Hause zu begrüßen!

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 14. Januar 2012, 08:08 Uhr CET

13. Januar 2012

10. September 2011

Julia Wiegel

bärlin

Wir sind also mal wieder in Berlin. Diesmal um das umgebaute Cabrio zu bestaunen. Die Fahrt mit dem Auto hat diesmal nur etwa zehn Stunden gedauert, verglichen mit den 15 von vor ein paar Jahren, ist das echt unglaublich kurz. Trotzdem konnten wir uns gegenseitig fast in den Wahnsinn treiben und meine Überlegungen eine KA-B Transferroute für Mitfahrgelegenheiten zu eröffnen liegen nun wieder auf Eis. Dafür gab es letzte Nacht schon verdammt preiswerten Döner und das Hostel hat W-Lan auf dem Zimmer. Da freu ich mich mal auf die Party und merke, dass meine Blogschreibqualitäten im aktuellen Bloxil deutlich abgenommen.
Jetzt müssen mal schnell noch ein paar gute Verschwörungstheorien her und dann kann das Wochenende starten.

Imbissstatistik:

  • letzte Woche 1/2 Lahmacun 1/2 Döner

von sJulia (noreply@blogger.com) am 10. September 2011, 11:03 Uhr CET

28. August 2011

Micha Lenk

Finally transitioning to a new GnuPG key

Finally I managed to write up a transition statement for my not so new, but stronger GnuPG key. See below:

-----BEGIN PGP SIGNED MESSAGE-----
Hash: SHA1,SHA256

I am transitioning my GPG key from an old 1024-bit key to a new 4096-bit key.
The old key will continue to be valid for some time, but I prefer all new
correspondence to be encrypted for the new key, and will be making all
signatures going forward with the new key.

If you have signed my old key, I would appreciate signatures on my new key as
well, provided that your signing policy permits that without reauthenticating
me.

The old key, which I am transitioning away from, is:

pub   1024D/99E141B4 2004-02-10
      Key fingerprint = 25FE 4741 4770 0558 949D  1DB1 58DD 3FE2 99E1 41B4

The new key, to which I am transitioning, is:

pub   4096R/51B85139 2009-06-18
      Key fingerprint = A3EB B41F C5AB D675 CEE4  1C45 EA6C A6B9 51B8 5139

Thanks in advance.

Cheers,
Micha Lenk
-----BEGIN PGP SIGNATURE-----
Version: GnuPG v1.4.10 (GNU/Linux)

iEYEARECAAYFAk5aOnkACgkQWN0/4pnhQbTxPgCgzRhREZlQiKJyI9UIdJLLs3Zq
bH4AnA1myFxgDWM7aUMHXgvvsujLTjiWiQIcBAEBCAAGBQJOWjp5AAoJEOpsprlR
uFE5gCsP/0dtCUPl9aQHV1MbQl7+bMofpsC2ikkpdZmrzi68jTG16We49BuzY+PV
S8FhXqg17/YxhKYDnDNTowfztUOyjAOJxy5vrqm3X5xiLwTqN3js9mra+vb4s35k
EVbKMzLLDhj3i0FjeargWEmJmm9cVhaZWKvOvQUhDJAilqvEQ0/50P7B8I+1YvtV
UHoQKbweTljVSlK5R1YPPy9i6r2/oZBYxK4nrknWwS+qPQ5luqelJd+mZdgQ6tow
7HIvtmPgCblJ+hYZWFpoZK6vxs8RaBbuCQcKwYArNhZT/v4TeD/LAaUmIkbQMyKV
J2TKuEHya4+5GMbtg6BGKeiZpleEHPnAq1AfvGpz6opkxjxCLG3RO3X8D3EuM3RW
mkq60mWM8+Zwu1yKbb62iHplp6jpyiQgdjJlB6eHjX7SdY7CvHgYZxGDx4kclP0/
HAdig2U1T+nG6Nn5XflmmKwvNLuKlQlIwJ5NeXyCONRnYvdomQn2hgvkjwMLCdFh
ulIhxa4UvDY7/aQNPZeOrvDHb2XYpiV3TwA9hLgQXXWd0FPmUMVVPpKpRjilaWth
Mtq/QiMGP5Mq/YxgLInRZHGyajDtE67RD4+RgHYOP50cP3UGPoB4ncc2EEtM2kfe
BzJrXPHmdtyGEA6Korl0YwUTRnYsqkqkY1VqDsO0UkOLlV7RAzb9
=9vw1
-----END PGP SIGNATURE-----

28. August 2011, 13:11 Uhr CET

06. August 2011

Malte Cornils

Analog-Filmrollen mit geeignetem EXIF-Datum versehen

Damit es nicht vergessen wird...
Problem: Meine analogen Filmrollen habe ich digitalisieren lassen. Dabei kommen Foto-CDs heraus (z.B. bei dm), die nach dem Motto "img01_01.jpg" heißen, eben bis "img36_36.jpg".

Meine Bildverarbeitung sortiert aber nach EXIF-Zeitstempel, und nicht nach irgendwelchen Dateinamen. Diese sind aber alle gleich, weil sie alle in der selben Sekunde digitalisiert wurden. Außerdem ist das das Digitalisierungsdatum, nicht etwa das Aufnahmedatum. Mit digikam konnte ich mit dem Time & Date-Adjust-Plugin alle Zeiten auf den 21. Juli setzen, das Datum, an dem ich mit dem Fotografieren dieses Films begonnen hatte.

Das war schon besser, aber immer noch nicht gut. Jetzt hatten alle Bilder das ungefähre Knipsdatum, aber eben alle das gleiche. Die Sortierung war immer noch nicht ok! Also habe ich das Perl-Exiftool installiert und folgenden bash-Einzeiler eingetippt:


for i in *.jpg ; do num=${i:4:2} ; exiftool -AllDates+='00:'$num'' -P -overwrite_original "$i" ; done


Das nimmt alle JPG-Dateien, nimmt die vierten Stelle des Dateinamens zwei Zeichen (hier also 00 bis 36), und addiert diese als Minuten auf den Zeitstempel des Bildes. Das Bild img05_05.jpg erhält also nun den 21. Juli plus 05 Minuten als Zeitstempel, was die Sortierung wieder in Ordnung bringt.

Man müsste das nun nur noch "streckbar" machen (also bspw. alle Zeitstempel zwischen Erstknips- und Letzknipsdatum äquidistant verteilen) und den Exiftool-Aufruf in die Kipi-Plugins integrieren, dann wäre das ein prächtiges Feature für digikam. Wenn ich mal nachts nicht schlafen kann..

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 06. August 2011, 19:41 Uhr CET

22. Juli 2011

Micha Lenk

Alles wird gut

Gestern war ich im Kino in Source Code. Wer unter diesem Titel einen Geek-Film erwartet hat, dürfte enttäuscht sein. Dennoch ist der Film durchaus sehenswert — sicherlich auch für Leute, die mit Geeks nichts zu tun haben.

Gedankenblitz: Jetzt weiß ich, was M. immer mit "Alles wird gut" meint...

22. Juli 2011, 20:11 Uhr CET

16. Juli 2011

Micha Lenk

Virenscanner für Macs

Nichts ist unmöglich. Auch Macbooks könnten von Viren befallen sein. Der einzige mir bekannte kostenlose Virenscanner für Apple Computer ist ClamXAV.

16. Juli 2011, 14:11 Uhr CET

Was tun nach einem GoogleMail-Einbruch?

Ich wurde gerade um Rat gefragt, was zu tun ist, nachdem einem in das GoogleMail Konto eingebrochen worden ist. Es ist offenbar garnicht so einfach, in so einem Fall wieder volle Kontrolle über das GoogleMail-Konto zu kriegen. Selbst die Hinweise von Google scheinen mir nicht vollständig zu sein. Hier eine Liste der Einstellungen, die man in seinem GoogleMail-Konto überprüfen sollte. Die Seiten, auf denen man etwas ändern muss, habe ich jeweils verlinkt.

In den Kontoeinstellungen sollte man folgende Dinge tun:

  • Als erstes das Passwort ändern. Das neue Passwort sollte dabei möglichst sicher sein, das heißt neben Klein- und Großbuchstaben auch Sonderzeichen und Ziffern enthalten.
  • Dann die Einstellungen zum Passwort Zurücksetzen überprüfen.
  • Die Passwortwiederherstellung per E-Mail sollte nur für eigene E-Mail-Adressen aktiviert sein.
  • Auch die Passwort-Wiederherstellung per SMS sollte nur über das eigene Handy möglich sein.
  • Die Sicherheitsfrage sollte ebenfalls unbedingt geändert werden.

Anschließend sollte man zusätzlich seine GoogleMail-Einstellungen überprüfen:

  • Auf dem Reiter Konten sollte man überprüfen, ob anderen Nutzern der Zugriff auf das Konto ermöglicht wurde. Im Zweifel sollte keinem anderem Nutzer der Zugriff ermöglicht werden.
  • Auf dem Reiter Weiterleitung und POP/IMAP sollten die Weiterleitungen an andere E-Mail-Adressen überprüft werden. Natürlich sollte hier nur eine eigene E-Mail-Adresse stehen.

Diese Liste ist möglicherweise nicht ganz vollständig. Hinweise zur Vervollständigung nehme ich natürlich gerne entgegen.

16. Juli 2011, 13:55 Uhr CET

19. Mai 2011

Witold Arndt

Beamtensprech

Im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt zum Nachteil eines 36 Jahre alten …


Quelle

von (Witold) am 19. Mai 2011, 14:10 Uhr CET

18. Mai 2011

Julia Wiegel

ganz?

Neulich wollte ich doch wirklich mal wieder bloggen und dann war blogger.com kaputt.

Imbissstatistik:

  • letzte Woche: 1 Döner

von sJulia (noreply@blogger.com) am 18. Mai 2011, 13:01 Uhr CET

09. Mai 2011

Witold Arndt

Ach, nicht?

Vor besonders unkomplizierten Leipzigerinnen habe ich westdeutsche Gastarbeiter in den 90er Jahren oft gewarnt. Sie wollten das nie hören. Es passte nicht in ihr Bild von dieser glückseligen Insel ohne Aids und Vermögensausgleich, wo alle immer nur nackt badeten und aus Mangel an Freizeitangeboten nichts mit sich anzufangen wussten, als es ständig und zügellos miteinander zu treiben.


Aus dem grandiosen Schnauze, Wessi.

von (Witold) am 09. Mai 2011, 17:45 Uhr CET

06. Mai 2011

Witold Arndt

Der Ticker jubelt

Nach 22 Jahren ist der SC Preußen wieder drittklassig!!!!

von (Witold) am 06. Mai 2011, 18:49 Uhr CET

28. April 2011

24. April 2011

05. März 2011

Julia Wiegel

wzt

herzblut - ich mag es nicht mal groß schreiben. Jeder redet von Herzblut. Was ist das denn? Arterienblut, Venenblut, nun Herzblut?
Als Nullnegativerin sollte ich ja sämtliche Autorität zu diesem Thema haben, aber nee, ich verstehe nicht was Herzblut sein soll außer einer gnadenlosen, pathetischen Übertreibung.
In diesem Sinne - tretet mit Kapillarenblut zurück, klingt echt extravagant.

von sJulia (noreply@blogger.com) am 05. März 2011, 00:26 Uhr CET

03. März 2011

Julia Wiegel

squeeze me

- kde4 stinkt immernoch, alternativ trinity, das hab ich aber noch nicht hingekriegt - Stichwort: zu doof gpg zu holen
- /etc/fstab bearbeitet, aber die Festplatten erscheinen als leer (mkdir hab ich auch für alles gemacht), laut gparted sind sie's nicht
- vergessen, wie ich usbsticks einbinde
- wie war das mit dem autologin
- fonts im firefox sind wie beim letzten mal total kaputt, hilfe :) --> ah das sind diese dummen ms true type fonts, synaptic findet das Paket nicht

seltsam war, dass beim installieren die Tastatur nicht funktionierte und ich den user, die passw usw. per copy&paste einzelner Buchstaben eingegeben habe, Riesenspaß!

aberrr: ich habs geschafft!

Imbissstatistik: ja, das gibt wohl nen richtigen Bruch

von sJulia (noreply@blogger.com) am 03. März 2011, 19:45 Uhr CET

16. Februar 2011

Malte Cornils

Landschaftstourismus

Ruhe und Frieden.
"Lonely" Highway
"Wo ist denn das bitte?"
Der Mini-Stadtteil zwei Kilometer weiter
Es gab gleich mehrere Gelegenheiten, dieses Mal die verschneite chinesische Landschaft auch außerhalb der Industrieanlagen und Wohnbunker kennenzulernen - zumeist beim Spazierengehen. Dabei habe ich festgestellt, dass Y. Papa ein echter Schnellgeher ist - ich bin gerade so hinterhergekommen, was aber wirklich gut für meine Figur war. Allerdings geht er nicht unbedingt wegen des Sports so schnell, sondern weil man mit seiner Winterkleidung (eben nicht "Arktikkleidung") bei etwas langsamerem Tempo sofort höllisch zu frieren beginnt.

Ansonsten kannte ich mich als Besserwessi in der Nachbarschaft bald besser aus als die Nachbarn, die 500 Meter entfernte Statue kannte hier keiner; und die Wanderwege sind hier jetzt endlich mal ein Unterscheidungsmerkmal von Googles Karten und denen von Open Streetmap.
Street art
Blick vom Fushuner "Kleinen Deister"
Rückweg in die Zivilisation

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 16. Februar 2011, 12:41 Uhr CET

Die Qing-Dynastie ist tot

Die Qing-Dynastie ist tot
Eine der Toten. Ich mag die Klamotten.
Piratenkäpt'n Löw.
Gut für den Rachen: Drachen
...und ihre Toten haben wir heute besucht! Es ist das zweite UNESCO-Weltkulturerbe "in" Fushun (also, so etwa 100km entfernt, aber da ist ansonsten eben keine andere große Stadt). Es sieht ziemlich so aus wie eine verbotene Stadt im Kleinen. Es ist zeitgleich die am meisten "unterbesuchte" UNESCO-Stätte, die ich je gesehen hatte - es waren außer uns ganze null andere Personen da. Das ganze ist prädynastisch - zwar ist die Grabstätte im Laufe der Qing-Regentschaft perfektioniert worden, aber begraben liegen hier keine Qing-Kaiser, sondern deren Vorfahren (die Manchu-Chefs, bevor diese die Kaiserwürde über Han-China der Ming/Shun-Dynastie im 17. Jahrhundert gewannen). Ob die mit Holzbeinen geflickten Steinstatuen in der Kulturrevolution gefallen waren oder wann anders, konnte ich mangels Karbonbasierte-Altersbestimmungs-Handset nicht bestimmen.

Das Haupthaus sieht aus und verhält sich wie jeder Tempel in Asien, ob buddhistisch, taoistisch, konfuzianisch oder eben imperial - es wird hauptsächlich Geld gesammelt. Wir waren allerdings keine Qing-Nachkommen und versuchten statt dessen, die Gegend unsicher zu machen. Erst war Y. Familie und sie mit dabei, dann war ich alleine unterwegs, weil das Auto doch wärmer war. So versuchte ich, einen Weg auf den hinter dem Grab liegenden kleinen Berg zu finden, um eine Sicht von oben auf das Grab zu bekommen; von für mich nicht wirklich lesbaren Schildern musste ich das Schlimmste annehmen ("Nicht weitergehen! Lebensgefahr! Geologisch instabil!"?) und einen anderen Weg suchen. Damit musste ich allerdings auch ziemlich bald aufgeben, und es ging schließlich zurück aus der imperialen Vergangenheit in den Sozialismus chinesischer Prägung (=Kapitalismus).
Eindeutig unterbesucht.
Spenden gehen an... uns.
Wir sind keine Qing, und es geht uns gut.
Eltern haften für ihre Kinder?

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 16. Februar 2011, 02:38 Uhr CET

15. Februar 2011

Malte Cornils

Haste Kohle?

Crushed by CCCP?
ArbeiterInnen helfen bei der Revolution
Chuquifushun
Abends dann ein Gebet an den Kohlegott (Pachapapa?)
Fushun hat Kohle. Sogar ziemlich viel - auf 50 Jahre wurde die Open-Air-Kohlegrube jetzt schon ausgebautet, und bis 2016 hat sie mindestens noch Vorräte. Natürlich ist auch ein (Open-Air-)Museum angeschlossen. Was ich noch nicht rausgefunden habe, ist, ob die Grube hier größer oder kleiner als die größte Open-Air-Kupfergrube der Welt, Chuquicamata in Chile (das Cabrio fuhr hin), ist. Alle Prominenz der KPdVRC war auch schon hier, von Mao bis Hu.

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 15. Februar 2011, 18:34 Uhr CET

Ha'erbin ist nichts Halbes und nichts Ganzes

Cafe Rusiye 1914, leider nur optisch schick
Ha'erbins "Starbucks"
Blasse Tage in Ha'erbin
Das meinte jedenfalls meine Mitreisegruppe - Ha'erbin sei kalt und dreckig. Ich fügte immer noch "und interessant" dazu, was alle verwunderte. Aber es ist schon irgendwie eine Außenseiterstadt - statt Jahrtausende Han-chinesischer Geschichte vorzuweisen, fand der Aufstieg der Stadt unter der russischen Besatzung statt. Auch die Architektur ist stark vom zaristischen Russland geprägt. Das "Cafe Russland 1914" war aber eine Enttäuschung. Es gab zwar ein paar russische Rezepte, die so einigermaßen russisch schmeckten (?), da der Koch wohl Teil der fünfziger Jahre als chinesischer Austauschstudent in Russland verbracht hatte. Aber das Geschirr war dreckig, die Bedienung schläfrig, und die Kulturmelange Russland-China an dieser Stellte erstaundlicherweise weniger anziehend als abstoßend. Naja.

Danach haben wir, um uns das Ins-Kaffe-Gehen nicht völlig abzugewöhnen, ein Starbucks gesucht. In Südchinesischen Großstädten gibt es das ja an jeder Ecke. Hier aber haben wir lange gesucht und nichts gefunden. Das Internet sagt auch, dass Starbucks nordöstlich von Beijing expandieren wollte, die geplanten Filialen in Shenyang aber nur zu zwei dritteln fertig gestellt hatte und mangels BesucherInnen auch nicht weiter expandiert hat. Der einzige saubere Ort schien Y. dann in einem Teeladen gefunden. Der war auch wirlich gut (ok, wir haben auch viel ausgegeben und gekauft, u.a. ein Büro-Pu'er-Teeset). Die Laune war gebessert! Bis wir abends mit der großen Gruppe zu einem guten koreanischen Restaurant gegangen sind, was sich als... vorsichtig ausgedrückt, weniger gut als erwartet herausgestellt hat. Die mitreisenden Nicht-Ha'erbin-Chinesinnen waren den Tränen nahe.

Schließlich kann ich noch von der Sophienkirche berichten, die jetzt in ein schönes Stadtmuseum verwandelt wurde. Die alten Fotos von russisch-chinesischer "Koexistenz" (oder "imperialistischer Unterdrückung") sind sehr empfehlenswert, wenn auch englische Bildunterschriften fehlen.

Das erste, was wir gemacht hatten, als wir wieder in Fushun angekommen waren, war ein sehr teurer Restaurantbesuch...
Die frühere Sophienkirche
Westliches Essen in Fushun, zur Rückkehr
So kann man in Fushun speisen - Eiertanz!

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 15. Februar 2011, 09:31 Uhr CET

14. Februar 2011

Malte Cornils

731

Künstliche Pestinfektion.
Wie ich schon beschrieben hatte, hatte ich mich in Ha'erbin auch mal alleine auf den Weg gemacht. Das war ziemlich spannend. Auf dem Hinweg dachte ich, ich gerate in eine Bombenexplosion - es waren aber doch nur Silvesterknaller, aufgereiht auf etwa 20 Meter, zum nacheinander explodieren. Eine Rauchgranate ist genauso effektiv, aber nicht so schick und weniger laut. Wo ich hin wollte, war das 731-Museum. 731 ist die ehemalige japanische Besatzereinheit für biologische Experimente. Was soll ich dazu sagen, ohne den LeserInnen den Tag zu verderben - wer den Wert von Menschen teilweise nicht höher als den von Laborratten einschätzt, ist selbst schon lange keiner mehr. Da ich meinen Pass nicht dabei hatte, musste ich 50 RMB Kaution hinterlegen, und überraschenderweise auch noch Eintritt bezahlen (der Lonely Liar meinte nämlich, das sei komplett kostenlos). Das alles mit bekanntlich nur einseitigen Sprachkenntnissen (ich kann ein bißchen was sagen, was verstanden wird, aber was andere zu mir sagen, geht aufgrund Sprechgeschwindigkeit oder Dialekt oder beidem unter). Puh! Am Ende war ich dann sehr froh und habe auch noch etwas Geld gespendet. Dafür bekam ich eine (Plastik)rose. Damit ging ich frohen Mutes zur Taxi/Busstation, ich war nämlich schon spät dran. Aber ich wurde erwischt! Es kam eine Angestellte hinter mir hergelaufen, und da verstand ich: Die Rose war nicht für mich, sondern zum Anstecken an die Gedenkgrabwand. Wie peinlich.

Auf dem Rückweg geriet ich dann an sehr nette Buschefin (es gibt ja immer eine FahrerIn und eine ChefIn, die das Geld eintreibt). Auch als ich nicht verstanden hatte, dass genau dieser Bus nicht bis zur Endstation fährt, sondern Benzin nachtanken muss, rettete sie mir meine pünktliche Rückkehr, indem ich einfach beim Tanken als einziger Fahrgast dabei sein durfte, bis es dann wieder in den Regelverkehr - praktischerweise genau an der Endstation! - zurückging.

Das hört sich alles nicht nach viel Abenteuer an, war aber voll ausreichend adrenalintreibend und spannender als die ganzen verpassten Tatorte der letzten zwei Wochen zusammen!


von nospam@example.com (Malte Cornils) am 14. Februar 2011, 18:30 Uhr CET

Die kalte Periode des Cabriofahrers

Schneefrau
Chinesische Segways?
Russische Architektur und Eis
Eisbeine hatten einige - aber doch: best Chinese ice festival city ever!
Uns war kalt. Das heißt, eigentlich war uns gar nicht so kalt, aber dies war ja eine Gruppenreise, wir waren also insgesamt sechs FushunerInnen. Genau die, die mich vorher noch mit Daunenjacke und Neopren-Hose ausgestattet hatten, weil sie der westlichen Outdoor-Kleidung nicht trauten. So lief ich also außen mit Daunenjacke und drunter mit Unterhemd rum, ansonsten wäre die Hitze nicht auszuhalten gewesen (und das bei bis -20 Grad). Genau die, die eigentlich selber gar keine richtige Kleidung dabei hatten - dünne Handschuhe, kein Gesichtsschutz, ...

Nach Expertinnenurteil der übrigen Fushunerinnen war Ha'erbin durch zwei Dinge vollständig charakterisierbar:

1. dreckig
2. kalt

War diese Meerjungfrau an Unterkühlung gestorben?
Tiger-Organe...
Eine der Wärterinnen, die ihre Uniform jetzt nicht mehr braucht.. (?)
Don't worry. Aber auch wirklich nicht die Fenster aufmachen.
Das sah ich nicht ganz so, obwohl dreckig schon zutraf. Ich hatte mich wenigstens gut amüsiert, und weil Zhou Yao beim Wursteinkauf helfen musste (die berühmte Rotwurst, wo man um vier Uhr morgens anstehen musste), konnte ich mal wieder ein Abenteuer erleben und mich alleine per Bus zu meinem nur mich interessierenden, stadtauswärts gelegenen Museum durchschlagen. Und es hat sogar geklappt (!)

Ansonsten waren wir aber in der schützenden, wenn auch teilweise zitternden Gruppe und genossen das legendäre (ziemlich teure, kitschige, aber auch wirklich tolle) Eis- und Schneefestival (das "Laternenfest"), die ehemalige russische Kultur in der Stadt, von der allerdings nur noch Spuren übrig waren, und den siberischen Tigerpark mit ziemlich populistischer Raubtierfütterung (ein Huhn zum lebendig selbst Verfüttern kostest etwa fünf Euro, eine Kuh 200).

Raubtierfütterung. Schlimmer als hungrige RollenspielerInnen.
Partylöwe oder Tigerparty?
Ein Liger.

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 14. Februar 2011, 09:24 Uhr CET

13. Februar 2011

Malte Cornils

Wundervolles Shenyang

Wohnhäuser mit Flußblick - groß genug für alle?
Leckere Gänsezungen!
Beim Neujahrsfeuerwerk versehentlich ausgebrannt... (war sogar in den Nachrichten)
Eigentlich ist Shenyang ja die von mir am wenigsten geliebte chinesische Stadt. Schon der Lonely Liar sagt dazu, sie sei mit Dickensianischen Bildern der frühindustriellen Hölle zu vergleichen. Die die Kohlepartikel umgebende Restluft ist auch nicht besonders voluminös.

Diesmal waren wir eigentlich eher versehentlich hier - von Shenyang aus ging unsere Zugreise in die Eisfestivalstadt Ha'erbin, und da nutzten die Gelegenheit, fuhren schon vorher hin und quartierten uns bei einer guten Freundin von Y. ein, damit wir am nächsten Morgen nicht erst lange anreisen mussten.

Es gab dann auch einen Besuch bei der Familie von W., und da standen die drei hier gezeigten Affen. Die kannte ich natürlich von früher; z.B. bei Frau R., Mutter von C., habe ich schon mal nach der Bedeutung gefragt. Sie seien das Symbol dafür, dass viele keine Verantwortung übernehmen wollen, Drückeberger sind und auf Mißstände nicht hinweisen.

Das ist aber nur die westliche Deutung. Eigentlich kommen die Affen nämlich aus Japan, und dort wurde die Geschichte vermutlich seinerseits aus China übernommen, nämlich aus dem konfuzianischen Ausspruch: "Look not at what is contrary to propriety; listen not to what is contrary to propriety; speak not what is contrary to propriety; make no movement which is contrary to propriety" (非禮勿視, 非禮勿聽,非禮勿言, 非禮勿動)

Das habe ich allerdings selbst nicht gewußt. Allein für die sechs chinesischen Worte "bu shuo, bu ting, bu kan" (nicht reden, nicht hören, nicht sehen) bekam ich die Affen geschenkt. Prima Deal!

Auch China hat Gartenzwerge. Was Freud sagen wuerde, ist auch klar.
Hier wurde die Bebauung mit Hochhäusern wohl vergessen. Im Ernst: Schön!
Eine Affenschande






von nospam@example.com (Malte Cornils) am 13. Februar 2011, 13:32 Uhr CET

12. Februar 2011

Malte Cornils

Fressneid Fushun 2011

Kokonreste-Foto (auch hilfreich für angehende VegetarierInnen)
Das große Festmahl mit 17 Leuten um den einen Tisch...
Schon lange hatten wir die Rubrik "Fressneid" nicht mehr. Wobei Rubrik ja hoffnungslos outdated ist, so als Wort. Eigentlich müsste ich endlich den "Tag" Fressneid einführen. Aber auch Cabrios sind ja irgendwo outdated...

Dabei sieht man auch die Reste von Y.s Lieblingsessen: gekochte Schmetterlingskokons. Ich habe mir vorgenommen, jedes Jahr einen mehr davon zu essen als das Jahr davor. Damit waren 2011 ganze zwei dran. War gar nicht so schlimm, musste nur für den Moment vergessen, dass die noch ein paar Minuten hin- und hergerobbt sind...

"wo sind die Ko-ho-kons, wo sind die Ko-ho-kons, wer hat die Ko-ho-kons gekla-u-aut?"

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 12. Februar 2011, 13:13 Uhr CET

11. Februar 2011

Malte Cornils

Der verdammte Damm

Endlich oben angekommen
Blick auf Ost-Fushun und sein Smog
Der Bootsverkehr liegt zur Zeit auf Eis
...zum Dahinschmelzen...
So, jetzt reicht's! Des widerspenstigen Dammes Zähmung wollte ich noch erleben, also sind wir alle noch mal im leichten Shanghai-VW ("Lavida") zum Reservoir gefahren. Dort sind wir dann etwa 10 Meter weiter gekommen. Aber dann: keine Chance. Nachdem uns unser Erfahrung immerhin soweit genützt hat, dass wir nicht versucht haben zu wenden, sondern gleich rückwärts den Berg runter gefahren sind, haben wir uns das Autoschieben gespart - schade eigentlich.

Und dann sind wir gewandert. Schließlich standen wir wirklich oben - ich konnte es kaum glauben! Es war wirklich ein Reservoir dahinter! Mit echtem Wasser! (Mindestens genauso echt, sagen wir, wie die Mondlandung ;-))





von nospam@example.com (Malte Cornils) am 11. Februar 2011, 13:10 Uhr CET

10. Februar 2011

Malte Cornils

Zhu he da jia xin nian hao...

Deko-Universität
Majiang-Akademie
Jiaozi-Manufaktur
Wir wünschen allen ein frohes neues Jahr des Hasen! Ok, das ganze stieg dieses Jahr am 2. Februar (also das "Silvester"). Einen Tag davor hat Y. immer nach dem Mondkalender Geburtstag, das ist voll praktisch zu merken.

Wie aber nun feiert Y.s Familie Chun Jie (sprich: Tschun Dschie)? Erst einmal muss da dekoriert werden. Im Balkon hängen überall (elektrische) rote Lampen. Die Wohnungstür muss passgenau dekoriert werden, was dieses Jahr der Cabriofahrer zusammen mit Y. übernommen hatte.

Im Fernsehen läuft eine Showgala, die etwa 800 Millionen ZuschauerInnen hat. Also quasi das Dinner for One in China. Aber in China beschweren sich alle, dass sie früher viel spannender war (was auf Dinner for One sicher auch anwendbar ist... die tatsächlichen Änderungen von Jahr zu Jahr sind wahrscheinlich auch ähnlich zahlreich wie bei Dinner for One...)

Ansonsten wird Majiang (sprich: Mahdschiang - aber nicht die Solitär-Variante aus Japan, sondern das Romme/Bridge/Canasta-ähnliche Spiel zu viert) gespielt. Die Regeln habe ich versucht zu lernen, mal gucken, ob das das neue Kubb wird :-)

Zum neuen Jahr gehören natürlich auch Jiao zi (sprich: Dschiao Dse, Dumplings/Teigtaschen). Ich war endlich wieder beim Wunder von Fushun.





von nospam@example.com (Malte Cornils) am 10. Februar 2011, 13:04 Uhr CET

08. Februar 2011

07. Februar 2011

Malte Cornils

Fushun

Endlich hatten wir Zeit, den Oststadtteil (dong zhou) von Fushun mal näher unter die Lupe zu nehmen. Das war wirklich schön, mit guter Sicht und schönen Pagodas und Pavillions. Die sind allerdings nicht aus irgendwelchen Dynastien übriggeblieben, sondern aus Stahl vor zehn Jahren von der örtlichen Dependance von Petrochina für die Mitarbeiterbespaßung gebaut worden. Zum großen Schock von Y. haben wir auf unserem Weg dann auch noch einen buddhistischen Tempel und eine Kirche entdeckt..

Mittagsspaziergang auf dem "kleinen Deister"
Der Weg zu Gott ist steiler als nach Hause
So wohnt man im modernen Teil von Fushun (Anti-Hutong)

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 07. Februar 2011, 10:32 Uhr CET

06. Februar 2011

Malte Cornils

Reservoir Dogs

Aussicht nach unten vom Reservoir
Nachgestellt, im Original waren wir zu nervös und hatten noch einen Säugling auf dem Arm dabei
Letztes Mal hatten wir schon die Reise zum nahegelegenen Stausee ("Reservoir") gewagt, nur konnten wir da wegen der Überschwemmung nicht hin. Heute haben wir es wieder probiert - endlich wollte ich einen Blick hinter die Staumauer werfen! Aber der Stauseegott war nicht mit uns. Wie man sich vorstellen kann, gibt es bei -20 Grad Celsius vereinzelt auch Schnee; auf der steilen Zugangsstraße zum Reservoir hatte sich dieser dann in komprimierte Rutschmasse verwandelt. Zusammen mit Freunden sind wir dann per Mercedes hochgefahren bis zur Kurve, wo wir langsam um diese... wo relativ schnell eine Impulsumkehr stattfand und wir uns herabgleitend wiederfanden. Unsere Stoppversuche waren sehr erfolgreich. So erfolgreich, dass wir zwei durchdrehende Räder und eine neue sportliche Betätigung gefunden hatten: Tui Che - Auto schieben. Nach der Befreiung sahen wir noch, wie eins der kleinen Dreiradautos (xiao liang kuai - klein und kühl wegen der schlechten Isolierung) locker an uns vorbei hoch zum Reservoir fuhr. Chinesische Straßen sind wohl nicht so sehr für schwere Merceden gebaut...

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 06. Februar 2011, 10:30 Uhr CET

05. Februar 2011

Malte Cornils

Mein Haus ist mein Hutong

Als nächstes ging es in die Hutongs. Auch so etwas, was wir beim letzten Mal verpasst hatten, ist ein Hutong eine Wohneinheit, wie sie früher (nicht ganz so früher wie beim letzten Blog - etwa seit der Yuan-Dynastie um 1200 unserer Zeit, die mongolische Eroberer und Fremdherrscher waren, bis sie ebenfalls die Vorzüge eines faulen Kaiserlebens kennenlernten und bald gestürzt werden konnten) in Beijing vorherrschend war.

In den kalten, einstöckigen "Wohnstraßen" leben heute gar nicht mehr viele Menschen; sie liegen zumeist im ersten Ring Beijings und sind deshalb von der Lage her sehr teuer, aber schlecht heizbar. Einige wenige hat man allerdings saniert und in Hotels (wie hier) und bekannte Saufstraßen (das "schicke, coole Beijing" mit vielen Bars rund um den Houhai-See) verwandelt.

Am Ende kann ich den steilen Aufstieg auf den Trommelturm empfehlen - nicht nur wegen der Trommeln (nur gucken, nicht anfassen), sondern wegen der Aussicht über Baustellen, die letzten verbliebenen Hutongs und den Houhai-See.

Langgezogene, schmale Straßen in Ost-West-Richtung mit einstöckigen, grau-roten Häusern: Hutongs.

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 05. Februar 2011, 09:02 Uhr CET

04. Februar 2011

Malte Cornils

Himmel, Kaiser, Clown

Letztes Mal in Beijing hatten wir natürlich eigentlich keine Zeit für nichts. Die Kaisergräber der Ming-Dynastie und der Lama-Tempel zum Beispiel fehlen noch immer in unserer Sightseeing-Packliste, gleich nach dem Multifunktionsfleece. Statt dessen haben wir erst mal den Himmelstempel besichtigt. Das ist eine etwas kleinere Nachbildung des Himmeltempel-Restaurants zwischen Oranienburg und Berlin (oder doch anders herum?), mit angrenzendem Park.

Früher (also ganz früher, noch vor SB), zu Zeiten der Zhou-Dynastie (das war noch vor der ersten "Vereinigung Chinas", etwa 1700 bis 1100 vor unserer Zeit), gab es in China ja den Glauben an den gerechten Himmelsgott, mit dem ein ausgewählter Kaiser quatschen konnte, damit er die Untertanen entsprechend seiner göttlichen Vorstellungen anleiten konnte. Dann (beim Zerfall des Reiches in Wirklich Viele(tm) Kleinstaaten, "Spring and autumn period", bis etwa 700 v.Chr.) kamen ja die drei unterschiedlichen Philosophien/Religionen auf, Legalismus, Taoismus und Konfuzianismus.

Viel später: Der erste "echte" Kaiser, der heute maßlos unbeliebte Qin Shi Huangdi, eroberte 220 v. Chr. das, was ungefähr das chinesische Kernland ist ("Vereinigung Chinas"), und folgte dem Legalismus - das Gesetz dient zur Herrschaft über die Untertanen, es muss hart bestrafen, zur Arbeit zwingen (z.B. Terrrakotta-Armee-Aufbau) und dient dem Wohl des Einen (des Kaisers natürlich). Irgendwie fanden das aber über 99 Prozenz aller Menschen doof (komisch). Kaiser Qin Shi wurde schließlich auch gegangen und machte Platz für die Han-Dynastie (etwa ab 206 v.Chr.). Diese modifizierte das dann auch "leicht" - Legalismus war sowas von out. Sie schuf eine Beamten-Elite, die den Staat nach konfuzianischen Prinzipien mitleitete: eine strikt patriarchalisch-hierarchische Philosophie, die aber streckenweise durchaus überraschend humanistische Ansätze enthält. Der Kaiser konnte auf einmal nicht nur für Gott (also sich) arbeiten, sondern hatte das Ziel zu haben, etwas für sein Volk (und damit indirekt auch wieder für sich, immerhin) zu befehlen. Seine Beamten sollten das nicht nur unterstützen, sondern auch auf "unkonfuzianische" Gesetze hinweisen. Da mischten sich dann noch anfangs "magische" Elemente aus dem Taoismus mit ein: eher ein spirituelles "Eins Sein mit dem kosmischen Gleichgewicht", welches den fruchtbaren Gegenpol zum langweilig-organisierten Konfuzianismus bildet, bis dann der Buddhismus mit seinen vielen tausend Göttinnen und Göttern chinesiert wurde und dazu stieß.

All das mischt sich zusammen im Himmelstempel. Der ist zwar später entstanden, basiert aber auf Himmelsgottglauben, magischer Ausrichtung der Elemente (der Erdtempel z.B. ist an anderer, feng shui-mäßig passender Stelle in Beijing aufgebaut), Buddhismus und Kaiserglauben zusammen und bunt gemischt. Hier gibt es akustisch beeindruckende Bauwerke (Echomauer), Quadraturen des Kreises sowie eben den Himmelstempel selbst, umringt von einer riesigen, theoretisch ruhigen und besinnlichen Parkanlage, die aber zielgerichtet mit Discomusik und ständig labernden Lautsprecheranlagen durchsetzt ist, die laut plärrend von Stille und Ruhe erzählen.

Ok, jetzt ist aber auch mal gut für heute. Nicht gerade Microblogging...

Im Bild sind zehn Lautsprecher versteckt. Finde sie!
Kaiser oder Clown
2000 Jahre Himmelsanbetung

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 04. Februar 2011, 08:57 Uhr CET

28. Januar 2011

Malte Cornils

Leer und voll

China ist beides. In völliger Unkenntnis zentralasiatischer Geographie hatte ich mich wirklich gewundert, über was wir da flogen. Für den Himalaya war das ganze erstens zu flach, zweitens ziemlich weit ab vom Weg Berlin-Beijing. Die nördlichen tibetanischen Hochebenen kamen auch nicht in Frage, es waren ja schließlich... Ebenen! Sibirien "kannte" ich eher als bewaldet, und westlich von Beijing sollte doch eigentlich die mongolische Wüste und Steppe liegen. Aber die Seidenstraße liegt ja nicht nur wegen der Wüste da, wo sie liegt, sondern weil im Umland - eben! weitere Berge liegen. So richtig genau weiß ich immer noch nicht, wo wir da drüber geflogen sind... Innere Mongolei? (Äußere) Mongolei? Noch Kasachstan? Die Himmelsberge (Tian Shan) in der Xinjiang-Provinz? Vielleicht weiß es ja eine MitleserIn.

Hier jedenfalls lebt wirklich niemand. Von der Bevölkerungsdichte Mecklenburg-Vorpommerns in der Uckermark kann dieses Gebiet nur träumen. Der Gedanke an den einsamen Planet kam auf.

Und dann waren wir in Beijing. Beim Spaziergang abends im Chaoyang-Viertel, wo wir auch unser Nachtlager aufgeschlagen hatten, gab es Walmart, die Deutsche Bank, Gucci, natürlich alle 300 Meter einen Starbucks (Xing (der Stern) Ba Ke (phonetisch "Buck")) und viele, viele Menschen.

Eigentlich sollte mich das nicht schocken, der Unterschied zwischen Berlin und Brandenburg ist ja fast genauso groß...

Nachbar der Seidenstraße
Glitzerstadt

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 28. Januar 2011, 08:50 Uhr CET

20. Januar 2011

Malte Cornils

Zusammenfassung

Da ich ja doch nicht dazu komme, den optimalen blog-Eintrag inklusive Fotos unserer kreativen Bastelaktionen zu Weihnachten zu schreiben, heute einfach einmal eine Zusammenfassung... nicht des letzten Jahres sondern der letzten Nacht. J., seit Montag abend krank mit Fieber, Schnupfen und Husten um ca. 2:00h, im Bett liegend: "Tüta, Feuerwehr da, Tüta, Feuerwehr da, tüta, ..." unterbrochen von: "Nase läuft!".

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 20. Januar 2011, 09:12 Uhr CET

27. November 2010

21. November 2010

19. November 2010

Witold Arndt

Wulff vs. Steuergeld

Yeah, die Papstleiche kommt wieder in unsere Medien und natürlich auch in einen Rhabarber eures Vertrauens. Als wesentliche Neuerung und vermutlich auch Verbesserung hat die Papstleiche 2.0 einen Homing-Zombiebonus: ist selbstlaufend und knabensuchend.

von (Witold) am 19. November 2010, 09:00 Uhr CET

14. November 2010

Witold Arndt

Hirnschonend, wenn man denn eines hätte

Wenig überraschenderweise verkauft Manufactum, der Laden für gehobenen Schnösel-, hD-Beamten- & Hippy-Bedarf eben jenes Modell eines Uralt-Telefons welches ich vor geraumer Zeit im Elektromüll des Instituts zurückließ. Für 160 Schleifen.

von (Witold) am 14. November 2010, 21:11 Uhr CET

11. November 2010

Witold Arndt

Troppel

Liebe PR-Vollpfosten der Fa. Opel: Geschwindigkeit wird nicht in kmh gemessen. Ernsthaft, was könnt Ihr eigentlich? Nicht einmal verdient pleitegehen

von (Witold) am 11. November 2010, 16:56 Uhr CET

29. Oktober 2010

Julia Wiegel

grüße aus dem bloxil

Für die Freunde der unterhaltsamen Politsatire gibt es dieses Wochenende ein ganz besonderes Schmankerl in der Schweiz. In Uitikon soll es um "Gleichstellung aus männlicher Sicht" gehen. Und nein, hier treten nicht meine heißgeliebten Feministen an, herauszufinden was wir Frauen denn wirklich wollen und brauchen. Dort, liebe Mafiöse, findet das erste internationale Antifeminismustreffen statt.
Bin mal gespannt auf deren Ziele... oh, Artikel entdeckt über deren Mitstreiter, echt bitter...

Imbisstatistik:

  • in letzter Zeit: viel zu viel zum Zählen, oder die Zeit war zu lang

von sJulia (noreply@blogger.com) am 29. Oktober 2010, 16:51 Uhr CET


In case of Problems, please contact: Frank Lichtenheld

Powered by Planet!
Last updated: 19. Mai 2012, 10:55 Uhr CET