Planet Sumpf

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27. Januar 2012

Malte Cornils

Heiß wie ein Vulkan

Irreführend wenig los in Lijiang
Heißluftgebläse mit Holzkohleofen-Animation
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)


ist es nicht gerade in Lijiang, dem super-duper-mega-touristischem Altstädtchen in Chinas südwestlichen Berg- und Dschungelprovinz Yunnan ("Wolke Süd"). Aus sehr sinnvollen Denkmalschutzgründen darf es in der Lijiang-Altstadt, in der wir nun einmal wohnten, keine neumodischen Heizmechanismen geben (und auch keine äquivalent wirksamen Klimaanlagen-Systeme). Bin ich auch voll dafür! Obwohl die Frage durchaus bleibt, ob dieses hier abgebildete Ersatzsystem den wirklich besser ist - energiefressend, laut, gar nicht ästhetisch, nur geringfügig atemwegsschonender als "feuchtklamme, nasse Kälte".

In China ist es wohl ausgemachte Sache, ohnehin südlich des Yangtzekiang keine Heizsysteme zu erlauben bzw. zu unterstützen, was ich auch etwas arbiträr finde, zumal die 2000m-Hochlagen in fast direkt am Yangtze gelegenen Lijiang und die subtropischen Pseudo-Winter in Sanya doch verkühlungstechnisch ganz schön unterschiedlich sind.

Vermutlich als Resultat davon konnte ich auch meinen ersten eigenen Besuch bei einer chinesischen Ärztin machen (wegen Verdacht auf Bronchitis). Die resultierenden Medikamente haben zusammen mit der Beratungsgebühr etwa 8 Euro gekostet (während ein frisch gepresster Pfirsichsaft heute im Flughafenrestaurant ebenso viel gekostet hat - es ist also nicht so, als sei das Preisniveau in China generell krass niedrig). Pangdahai mit Lakritzbonbons, Chrysanthementee und noch ein paar anderen Ingredienzien aus der chinesischen Medizin waren, da es sich eh um eine virale Infektion handelte, die nicht mit Antibiotika bekämpft werden konnte, das geeignete Mittel.

Oh, ach ja. Was haben wir eigentlich gemacht in Lijiang? Zunächst einmal und für heute der Abschlussbericht war die Hauptquartier-Funktion für unsere Tour zu Tigersprungschlucht/Tiger leaping gorge. Der Legende nach sprang hier einst ein Tiger von der einen Seite des Yangtze zur anderen, was aufgrund der etwa 1000 Meter hohen Schluchten zu beiden Seiten nur durch relativ elegantes herunterhangeln an der Schluchtkante, guten Anlauf und hohe Motivation geklappt haben kann. Ok, die einzigen Tiger, die hier jemals herübergesprungen sind, waren wohl Plüschtiger, aber es macht eine gute Legende.

Schluck, Schlucht!
Eines Tages wirst Du Shanghai sehen, kleiner Tropfen
Stairway to heaven
Endlich oben angekommen!

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 27. Januar 2012, 15:32 Uhr CET

26. Januar 2012

Malte Cornils

Papa Razzi

Ist das Papa Razzi?


Das Cabrio war schon immer gut darin, böse Dinge zu tun. Oder etwa nicht? Nach Erwerb des aufgrund thailändischer Überschwemmungen stark vergüngstigt erhältlichen 18-200mm Telezoomobjektivs für meine neue Kamera stellte ich erstaunt und ziemlich überrascht fest, dass man mit so einem Teleobjektiv nicht nur tolle Nahaufnahmen machen kann (nicht so gut wie mit einem Makro, aber immerhin). Nein! Man kann auch Papa Razzi spielen!

So lief ich also beim Warten auf den Anschlussflieger regelmäßig im Flughafen von Kunming herum und konnte wahllos Leute ablichten, ohne dass diese das groß mitbekommen können. Da sind richtige Charakterstudien drin...

Das vorher oder zumindest nachher fragen, ob man das Bild für das Cabrio verwenden kann, gestaltete sich aufgrund der Abwesenheit von Y. und der ebenfalls bedauerlichen Abwesenheit ausreichender Chinesischkenntnisse schwierig.

Rechtlich ist es wahrscheinlich sogar ok, da ich die Aufnahmen erst in Deutschland verwende und publiziere und das Recht am eigenen Bild nicht wie das Urheberrecht international auch strafrechtlich anwendbar ist(? In Deutschland könnte der hier Abgebildete wohl schon zivilrechtlich Unterlassung verlangen, vermute ich?) Andererseits - darf ein deutsches Magazin z.B. Bilder von US-amerikanischen SchauspielerInnen zeigen, ohne dass diese zustimmen?

Moralisch ist es natürlich fragwürdig. Klar, auf Standard-Urlaubsaufnahmen findet man auch so manches Gesicht auf ansonsten durchaus üblichen und legalen Flughafen-Warteraum-Bilder, aber die Porträt-Großaufnahme ist doch schon qualitativ eine andere Nummer.

Allerdings dürfte es auch niemanden so richtig stören, solange das Cabrio kein Geld mit Werbung macht und die zufällig Abgebildeten sich wohl (derzeit) mangels geeigneter Google-My-Own-Image-Suchalgorithmen niemals daran stören werden.

Was sagt das Publikum?

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 26. Januar 2012, 15:14 Uhr CET

23. Januar 2012

Julia Wiegel

manchmal fühle ich mich herausgefordert:

Sehr geehrter Herr Wulff!
Gerade lese ich auf zeit.de, dass sie im Gespräch mit Herrn Joffe vor Journalisten berichteten, sehr viel Zuspruch aus der Bevölkerung zu bekommen.
Hiermit möchte ich ihnen das Gegenteil zukommen lassen.

... und auch schon abgeschickt. Und ich will auch endlich nichts mehr von diesem ganzen Geretze lesen.

Imbissstatistik:

  • letzte Woche: 1 Falaffel
  • diese Woche: 1 Falaffel

von sJulia (noreply@blogger.com) am 23. Januar 2012, 00:21 Uhr CET

22. Januar 2012

Malte Cornils

We had to resort to resorts

Traumpool oder Pooltraum?
Ist die russische Übersetzung eigentlich besser?
Ich bin mir sicher, dass die LED-Beleuchtung erst nach dem Fall der Sowjetunion beschafft wurde
Obligatorisches Strandfoto ObBeach


Auch um die Flitterwochen beim Veranstaltungsteam mit Mehrheit, dann sogar mit 100%iger Mehrheit, durchzubekommen, war ein vielfältiges Programm nötig: Städte(kul)touren, alpines/himalayisches Bergwandern, Radtouren sowie Erholungsurlaub am Strand. Natürlich haben wir mit dem Erholungsurlaub am Strand angefangen... und das war auch gut so!

Beim Flug zu der Südmeerinsel - ja genau, "der" Südmeerinsel, Hainandao übersetzt sich kreativerweise genau zu "Meer Süd Insel" - kam ich nämlich akut erholungsbedürftig aus dem Flugzeug. Der länger schon latent minimal vorhandene Schnupfen sorgte nämlich für ein vollständig verstopftes Eustachisches Röhrchen. Damit war nix mehr mit Schlucken oder Kaugummikauen zum Druckausgleich - es tat einfach richtig weh. So richtig gute Tricks dagegen habe ich auch nachher mit Googeln nicht gefunden, außer "bei der Landung Ohren mit Plastikbechern abdecken", was sicher selten dämlich aussieht und beim dem Flug mangels Bechern auch gar nicht ging.

Dafür kann man danach eigentlich nur noch Gutes erzählen. Sanya ist grundsätzlich eine reine Badeortstadt, mit 500 000 Einwohnern aber eigentlich deutlich zu groß dafür. Anders als z.B. in Varadero, Kuba erhält man also zwangsläufig noch Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung - außerdem machen hier auch in der Mehrheit Inländer Urlaub, anders als auf Mallorca oder eben insbesondere Kuba.

Blick auf Sanya


Die wirklich exklusiven Gegenden gibt es aber auch, in der Yalong-Bucht. Da ist dann aber wirklich nur Marriott neben Hilton etc. Aber auch das haben wir per Bus einen Tag ausprobiert und konnten mit dem gemieteten Fahrrad nach circa 30 Minuten zu einsamen Wasserbüffeln und einsamen Bauernhöfen vordringen.

Anyway, viel mehr gibt es nicht zu erzählen - es war erholsam, wir haben den Pool als Strandersatz genutzt (weil "unser" nicht-exklusiver Strand doch recht siffig und die Aussicht besser war). Ansonsten sind wir eigentlich nur noch den Sanya-Liebeshügel hochgeklettert. Das klingt deutlich unjugendfreier als es ist (und dann doch wieder nicht)- der Liebeshügel Luhuitou ist dort, wo nach 99 Tagen Jagd der Jäger aus dem indigenen Volk der Li dieser der Legende nach endlich das Reh stellen konnte, es einen Blick zurück auf den Jagenden warf und sich - oh Wunder und unerwarteter Zufall - in eine Li-Frau verwandelte. Beide verliebten sich instantan und die Jagd wurde aufgegeben und statt dessen lebten sie glücklich und zufrieden bis zu dem Tag, an dem die touristische Massenerschließung des Hügels begann...

Buddhistischer Wunschbaum auf dem Liebeshügel
Caesar?
Diese Kokosnuss hatte ich soeben vom Affen geklaut
Kann nämlich wirklich beinahe niemand lesen(?), weil nicht auf Chinesisch

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 22. Januar 2012, 14:32 Uhr CET

14. Januar 2012

Malte Cornils

Nach den Vorbereitungen ist vor den Vorbereitungen

Bonjour Tristesse: Überwachter Hotelalltag im Ibis Beijing Capital Airport Hotel
Hier ging die Post ab
Eindeutig besser als Mensaessen
In Deutschland findet man hier eher A Plusplus, A Plus und A (oder habe ich das mit Kühlschränken verwechselt). Bei dieser Klimaanlage kann stolz die roteste Note bei der Umweltfreundlichkeit vermerkt werden.


Eigentlich dachte ich, nach meinem letzten großen Projekttreffen für das TMCC müsste ich für die Flitterwochen nichts mehr groß vorbereiten. Das war falsch.

Eigentlich dachte ich dann, nach Weihnachten und allen gekauften Geschenken müsste ich für die Flitterwochen nichts mehr groß vorbereiten. Das war falsch.

Eigentlich dachte ich schließlich, nach langen Telefongesprächen mit China (Y. bestand fast schon vernünftigerweise darauf, zumindest mal nachzufragen, ob es unsere Zielorte noch gibt) müssten wir für die Flitterwochen nichts mehr groß vorbereiten. Wieder falsch.

Verzweifelt dachte ich endlich, nach dem Einsteigen ins Flugzeug und der Zwangstrennung vom Internet könnten wir für die Flitterwochen nichts mehr groß vorbereiten. Das war richtig, aber sobald wir wieder gelandet waren, ging es gleich weiter...

Wir hatten anfangs ja einen Tag Beijing eingeplant, bevor es in den wirklichen Süden gehen sollte. Das war auch gut so. Mein sonst immer prächtig funktionierendes, fabulöses In-Zimmer-Ordnungssystem ließ mich im Stich. Wo war die Datenflatrate-SIM-Karte für China? "Es gibt da notfalls einen China Telecom-Filiale direkt bei uns um die Ecke, nein halt, die macht Samstag Ruhetag! Aber noch eine, in nur einer Stunde per Bus erreichbar, hat auf!" waren die letzten Worte gewesen, mit denen Y. mich besänftigen konnte.

Ankunft am Beijing Capital Airport


Nun also unser Ankunftsprogramm: Zuerst zur Flughafen-Post, um da die erst in Fushun benötigten Klamotten per Post nach Hause schicken zu lassen. Dann zum Terminal 3 wechseln, um schon einmal die reservierten Flugtickets für morgen zu bezahlen. "Jetzt hat alles wirklich Wichtige geklappt, super! Der Rest wird einfach." waren Y.s frohe Worte.

Das kostenlose Shuttle brachte uns dann schon zu unserem Hotel. Die erste Überraschung: Es handelt sich nach Y.s Aussage wohl um ein Land- nicht Stadthotel. Unser letztes ibis war nämlich sauber und bequem (wenn auch etwas eng). Dieses war nicht so sauber und unpraktisch ("WLAN? Haben wir nicht."), wenn auch ausgesprochen geräumig.

Zum Hotel hatte Zhou Yao noch Ihren Personalausweis/ID-Karte und Ihre chinesische Flatrate-SIM-Karte per Expresspost schicken lassen. Diese vor unserer Ankunft zu schicken, wäre nach Y. zu riskant gewesen - Landhotelbesatzungen ist nicht zu trauen. Leider kam und kam die Expresspost nicht an (der Landpost ist wohl auch nicht zu trauen?)

Ohne SIM-Karte konnten wir aber auch nicht gut bei der Post anrufen und uns den Tracking-Status liefern lassen.

Überraschung zwei: Die China Telecom-Filiale um die Ecke hatte doch offen - das Internet lügt also doch. Nachdem die Eingabe meiner deutschen Passnummer das System (Linux!) zum Neustart (Linux?) gebracht hatte (so mit spannendem Einblick in das Konsolenbootlog), ging es beim zweiten Mal dann doch (wirklich Linux??) und wir hatten nach Zahlung von 50 Euro Kaution eine neue Internet-Flatrate-SIM. Die 50 Euro Kaution mussten wir zahlen, weil Zhou Yao nicht wohnhaft in Beijing ist und ich wohl auch nicht. Was dieses Mal Y. fast in den Wahnsinn getrieben hatte ("500 Yuan! Wucher! Das würde es in D.land nicht geben!").

Die Flatrate galt dann aber nur für Nicht-Hong Kong-China. Was die Angestellten in Erklärungsnöte brachte ("Ist oder ist Hong Kong nicht Teil Chinas?"). Ein sehr sensitives Thema.

Als ich dann endlich wieder online war, konnten wir endlich beim Postamt anrufen. "Ja das ist hier. Also beim Postamt. Warum, weiß ich nicht. Wir machen aber gleich zu." waren die fatalen Ansagen. Ohne ID-Karte wären die Flitterwochen gar nicht mehr so gut gegangen ("Dann wäre die ja irgendwann in der Obhut des Landhotelpersonals gelandet!").

Also auf ins wunderbarerweise nur 10 Autominuten entfernte Postamt. Nachdem das Hotel versagt hatte ("Taxis rufen wir hier nicht") und wir auch keinen Erfolg hatten und schon von schwarz arbeitenden Fahrern angesprochen wurden (was Y. erst mit Schweigen und dann mit "Nein, niemals würde ich bei Ihnen mitfahren" quittierte), sind wir dann mit demselben schwarz arbeitenden Fahrer zur Post befördert worden. Für unsere Notlage dank der offensichtlich geplanten Gesprächstaktik Y.s zum Wucherpreis, aber eben zum leistbaren Wucherpreis von 1,5 Euro.

Die Post hatte dann das Paket auch da und es stellte sich heraus, dass im Internet, welches ja nie lügt, die Postleitzahl des Landhotels falsch angegeben war und das Paket deshalb erst mal auf Halde lag. Puh, das war knapp...

So war am Ende alles wieder gut. Im Hotelrestaurant trafen wir noch einen vegetarisch essenden US-Amerikaner, dem wir bei der Bestellung halfen. Er stellte sich als stark religiöser Geschäftsmann aus dem südlichen North Carolina heraus, der uns zum Dank gleich chinesische Texte zu Jesus zusteckte und unsere Ehe segnete. Mhh, dann heute Abend lieber nur christliche Dinge tun.

May the Lord bless you, too!

Roter Weihnachtsbaum: Nachdem wir in Springe aus der Not geboren einen Osterbaum zu Weihnachten hatten, gibt es hier einen Nationalfarbenbaum zum Frühlingsfest (oder verspätet zu Weihnachten).

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 14. Januar 2012, 14:54 Uhr CET

Zur Einstimmung

Spielend lernen oder so: Ich zeige J. anhand der Karten des Kartenspiels Café International die chinesische Flagge. J.'s Kommentar: "In China ist meine Y. Und mein M." Betonung natürlich auf mein. Wir wünschen euch ganz viel Spaß und freuen uns schon jetzt darauf, euch wieder zu Hause zu begrüßen!

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 14. Januar 2012, 08:08 Uhr CET

13. Januar 2012

10. September 2011

Julia Wiegel

bärlin

Wir sind also mal wieder in Berlin. Diesmal um das umgebaute Cabrio zu bestaunen. Die Fahrt mit dem Auto hat diesmal nur etwa zehn Stunden gedauert, verglichen mit den 15 von vor ein paar Jahren, ist das echt unglaublich kurz. Trotzdem konnten wir uns gegenseitig fast in den Wahnsinn treiben und meine Überlegungen eine KA-B Transferroute für Mitfahrgelegenheiten zu eröffnen liegen nun wieder auf Eis. Dafür gab es letzte Nacht schon verdammt preiswerten Döner und das Hostel hat W-Lan auf dem Zimmer. Da freu ich mich mal auf die Party und merke, dass meine Blogschreibqualitäten im aktuellen Bloxil deutlich abgenommen.
Jetzt müssen mal schnell noch ein paar gute Verschwörungstheorien her und dann kann das Wochenende starten.

Imbissstatistik:

  • letzte Woche 1/2 Lahmacun 1/2 Döner

von sJulia (noreply@blogger.com) am 10. September 2011, 11:03 Uhr CET

28. August 2011

Micha Lenk

Finally transitioning to a new GnuPG key

Finally I managed to write up a transition statement for my not so new, but stronger GnuPG key. See below:

-----BEGIN PGP SIGNED MESSAGE-----
Hash: SHA1,SHA256

I am transitioning my GPG key from an old 1024-bit key to a new 4096-bit key.
The old key will continue to be valid for some time, but I prefer all new
correspondence to be encrypted for the new key, and will be making all
signatures going forward with the new key.

If you have signed my old key, I would appreciate signatures on my new key as
well, provided that your signing policy permits that without reauthenticating
me.

The old key, which I am transitioning away from, is:

pub   1024D/99E141B4 2004-02-10
      Key fingerprint = 25FE 4741 4770 0558 949D  1DB1 58DD 3FE2 99E1 41B4

The new key, to which I am transitioning, is:

pub   4096R/51B85139 2009-06-18
      Key fingerprint = A3EB B41F C5AB D675 CEE4  1C45 EA6C A6B9 51B8 5139

Thanks in advance.

Cheers,
Micha Lenk
-----BEGIN PGP SIGNATURE-----
Version: GnuPG v1.4.10 (GNU/Linux)

iEYEARECAAYFAk5aOnkACgkQWN0/4pnhQbTxPgCgzRhREZlQiKJyI9UIdJLLs3Zq
bH4AnA1myFxgDWM7aUMHXgvvsujLTjiWiQIcBAEBCAAGBQJOWjp5AAoJEOpsprlR
uFE5gCsP/0dtCUPl9aQHV1MbQl7+bMofpsC2ikkpdZmrzi68jTG16We49BuzY+PV
S8FhXqg17/YxhKYDnDNTowfztUOyjAOJxy5vrqm3X5xiLwTqN3js9mra+vb4s35k
EVbKMzLLDhj3i0FjeargWEmJmm9cVhaZWKvOvQUhDJAilqvEQ0/50P7B8I+1YvtV
UHoQKbweTljVSlK5R1YPPy9i6r2/oZBYxK4nrknWwS+qPQ5luqelJd+mZdgQ6tow
7HIvtmPgCblJ+hYZWFpoZK6vxs8RaBbuCQcKwYArNhZT/v4TeD/LAaUmIkbQMyKV
J2TKuEHya4+5GMbtg6BGKeiZpleEHPnAq1AfvGpz6opkxjxCLG3RO3X8D3EuM3RW
mkq60mWM8+Zwu1yKbb62iHplp6jpyiQgdjJlB6eHjX7SdY7CvHgYZxGDx4kclP0/
HAdig2U1T+nG6Nn5XflmmKwvNLuKlQlIwJ5NeXyCONRnYvdomQn2hgvkjwMLCdFh
ulIhxa4UvDY7/aQNPZeOrvDHb2XYpiV3TwA9hLgQXXWd0FPmUMVVPpKpRjilaWth
Mtq/QiMGP5Mq/YxgLInRZHGyajDtE67RD4+RgHYOP50cP3UGPoB4ncc2EEtM2kfe
BzJrXPHmdtyGEA6Korl0YwUTRnYsqkqkY1VqDsO0UkOLlV7RAzb9
=9vw1
-----END PGP SIGNATURE-----

28. August 2011, 13:11 Uhr CET

06. August 2011

Malte Cornils

Analog-Filmrollen mit geeignetem EXIF-Datum versehen

Damit es nicht vergessen wird...
Problem: Meine analogen Filmrollen habe ich digitalisieren lassen. Dabei kommen Foto-CDs heraus (z.B. bei dm), die nach dem Motto "img01_01.jpg" heißen, eben bis "img36_36.jpg".

Meine Bildverarbeitung sortiert aber nach EXIF-Zeitstempel, und nicht nach irgendwelchen Dateinamen. Diese sind aber alle gleich, weil sie alle in der selben Sekunde digitalisiert wurden. Außerdem ist das das Digitalisierungsdatum, nicht etwa das Aufnahmedatum. Mit digikam konnte ich mit dem Time & Date-Adjust-Plugin alle Zeiten auf den 21. Juli setzen, das Datum, an dem ich mit dem Fotografieren dieses Films begonnen hatte.

Das war schon besser, aber immer noch nicht gut. Jetzt hatten alle Bilder das ungefähre Knipsdatum, aber eben alle das gleiche. Die Sortierung war immer noch nicht ok! Also habe ich das Perl-Exiftool installiert und folgenden bash-Einzeiler eingetippt:


for i in *.jpg ; do num=${i:4:2} ; exiftool -AllDates+='00:'$num'' -P -overwrite_original "$i" ; done


Das nimmt alle JPG-Dateien, nimmt die vierten Stelle des Dateinamens zwei Zeichen (hier also 00 bis 36), und addiert diese als Minuten auf den Zeitstempel des Bildes. Das Bild img05_05.jpg erhält also nun den 21. Juli plus 05 Minuten als Zeitstempel, was die Sortierung wieder in Ordnung bringt.

Man müsste das nun nur noch "streckbar" machen (also bspw. alle Zeitstempel zwischen Erstknips- und Letzknipsdatum äquidistant verteilen) und den Exiftool-Aufruf in die Kipi-Plugins integrieren, dann wäre das ein prächtiges Feature für digikam. Wenn ich mal nachts nicht schlafen kann..

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 06. August 2011, 19:41 Uhr CET

22. Juli 2011

Micha Lenk

Alles wird gut

Gestern war ich im Kino in Source Code. Wer unter diesem Titel einen Geek-Film erwartet hat, dürfte enttäuscht sein. Dennoch ist der Film durchaus sehenswert — sicherlich auch für Leute, die mit Geeks nichts zu tun haben.

Gedankenblitz: Jetzt weiß ich, was M. immer mit "Alles wird gut" meint...

22. Juli 2011, 20:11 Uhr CET

16. Juli 2011

Micha Lenk

Virenscanner für Macs

Nichts ist unmöglich. Auch Macbooks könnten von Viren befallen sein. Der einzige mir bekannte kostenlose Virenscanner für Apple Computer ist ClamXAV.

16. Juli 2011, 14:11 Uhr CET

Was tun nach einem GoogleMail-Einbruch?

Ich wurde gerade um Rat gefragt, was zu tun ist, nachdem einem in das GoogleMail Konto eingebrochen worden ist. Es ist offenbar garnicht so einfach, in so einem Fall wieder volle Kontrolle über das GoogleMail-Konto zu kriegen. Selbst die Hinweise von Google scheinen mir nicht vollständig zu sein. Hier eine Liste der Einstellungen, die man in seinem GoogleMail-Konto überprüfen sollte. Die Seiten, auf denen man etwas ändern muss, habe ich jeweils verlinkt.

In den Kontoeinstellungen sollte man folgende Dinge tun:

  • Als erstes das Passwort ändern. Das neue Passwort sollte dabei möglichst sicher sein, das heißt neben Klein- und Großbuchstaben auch Sonderzeichen und Ziffern enthalten.
  • Dann die Einstellungen zum Passwort Zurücksetzen überprüfen.
  • Die Passwortwiederherstellung per E-Mail sollte nur für eigene E-Mail-Adressen aktiviert sein.
  • Auch die Passwort-Wiederherstellung per SMS sollte nur über das eigene Handy möglich sein.
  • Die Sicherheitsfrage sollte ebenfalls unbedingt geändert werden.

Anschließend sollte man zusätzlich seine GoogleMail-Einstellungen überprüfen:

  • Auf dem Reiter Konten sollte man überprüfen, ob anderen Nutzern der Zugriff auf das Konto ermöglicht wurde. Im Zweifel sollte keinem anderem Nutzer der Zugriff ermöglicht werden.
  • Auf dem Reiter Weiterleitung und POP/IMAP sollten die Weiterleitungen an andere E-Mail-Adressen überprüft werden. Natürlich sollte hier nur eine eigene E-Mail-Adresse stehen.

Diese Liste ist möglicherweise nicht ganz vollständig. Hinweise zur Vervollständigung nehme ich natürlich gerne entgegen.

16. Juli 2011, 13:55 Uhr CET

19. Mai 2011

Witold Arndt

Beamtensprech

Im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt zum Nachteil eines 36 Jahre alten …


Quelle

von (Witold) am 19. Mai 2011, 14:10 Uhr CET

18. Mai 2011

Julia Wiegel

ganz?

Neulich wollte ich doch wirklich mal wieder bloggen und dann war blogger.com kaputt.

Imbissstatistik:

  • letzte Woche: 1 Döner

von sJulia (noreply@blogger.com) am 18. Mai 2011, 13:01 Uhr CET

09. Mai 2011

Witold Arndt

Ach, nicht?

Vor besonders unkomplizierten Leipzigerinnen habe ich westdeutsche Gastarbeiter in den 90er Jahren oft gewarnt. Sie wollten das nie hören. Es passte nicht in ihr Bild von dieser glückseligen Insel ohne Aids und Vermögensausgleich, wo alle immer nur nackt badeten und aus Mangel an Freizeitangeboten nichts mit sich anzufangen wussten, als es ständig und zügellos miteinander zu treiben.


Aus dem grandiosen Schnauze, Wessi.

von (Witold) am 09. Mai 2011, 17:45 Uhr CET

06. Mai 2011

Witold Arndt

Der Ticker jubelt

Nach 22 Jahren ist der SC Preußen wieder drittklassig!!!!

von (Witold) am 06. Mai 2011, 18:49 Uhr CET

28. April 2011

24. April 2011

05. März 2011

Julia Wiegel

wzt

herzblut - ich mag es nicht mal groß schreiben. Jeder redet von Herzblut. Was ist das denn? Arterienblut, Venenblut, nun Herzblut?
Als Nullnegativerin sollte ich ja sämtliche Autorität zu diesem Thema haben, aber nee, ich verstehe nicht was Herzblut sein soll außer einer gnadenlosen, pathetischen Übertreibung.
In diesem Sinne - tretet mit Kapillarenblut zurück, klingt echt extravagant.

von sJulia (noreply@blogger.com) am 05. März 2011, 00:26 Uhr CET

03. März 2011

Julia Wiegel

squeeze me

- kde4 stinkt immernoch, alternativ trinity, das hab ich aber noch nicht hingekriegt - Stichwort: zu doof gpg zu holen
- /etc/fstab bearbeitet, aber die Festplatten erscheinen als leer (mkdir hab ich auch für alles gemacht), laut gparted sind sie's nicht
- vergessen, wie ich usbsticks einbinde
- wie war das mit dem autologin
- fonts im firefox sind wie beim letzten mal total kaputt, hilfe :) --> ah das sind diese dummen ms true type fonts, synaptic findet das Paket nicht

seltsam war, dass beim installieren die Tastatur nicht funktionierte und ich den user, die passw usw. per copy&paste einzelner Buchstaben eingegeben habe, Riesenspaß!

aberrr: ich habs geschafft!

Imbissstatistik: ja, das gibt wohl nen richtigen Bruch

von sJulia (noreply@blogger.com) am 03. März 2011, 19:45 Uhr CET

16. Februar 2011

Malte Cornils

Landschaftstourismus

Ruhe und Frieden.
"Lonely" Highway
"Wo ist denn das bitte?"
Der Mini-Stadtteil zwei Kilometer weiter
Es gab gleich mehrere Gelegenheiten, dieses Mal die verschneite chinesische Landschaft auch außerhalb der Industrieanlagen und Wohnbunker kennenzulernen - zumeist beim Spazierengehen. Dabei habe ich festgestellt, dass Y. Papa ein echter Schnellgeher ist - ich bin gerade so hinterhergekommen, was aber wirklich gut für meine Figur war. Allerdings geht er nicht unbedingt wegen des Sports so schnell, sondern weil man mit seiner Winterkleidung (eben nicht "Arktikkleidung") bei etwas langsamerem Tempo sofort höllisch zu frieren beginnt.

Ansonsten kannte ich mich als Besserwessi in der Nachbarschaft bald besser aus als die Nachbarn, die 500 Meter entfernte Statue kannte hier keiner; und die Wanderwege sind hier jetzt endlich mal ein Unterscheidungsmerkmal von Googles Karten und denen von Open Streetmap.
Street art
Blick vom Fushuner "Kleinen Deister"
Rückweg in die Zivilisation

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 16. Februar 2011, 12:41 Uhr CET

Die Qing-Dynastie ist tot

Die Qing-Dynastie ist tot
Eine der Toten. Ich mag die Klamotten.
Piratenkäpt'n Löw.
Gut für den Rachen: Drachen
...und ihre Toten haben wir heute besucht! Es ist das zweite UNESCO-Weltkulturerbe "in" Fushun (also, so etwa 100km entfernt, aber da ist ansonsten eben keine andere große Stadt). Es sieht ziemlich so aus wie eine verbotene Stadt im Kleinen. Es ist zeitgleich die am meisten "unterbesuchte" UNESCO-Stätte, die ich je gesehen hatte - es waren außer uns ganze null andere Personen da. Das ganze ist prädynastisch - zwar ist die Grabstätte im Laufe der Qing-Regentschaft perfektioniert worden, aber begraben liegen hier keine Qing-Kaiser, sondern deren Vorfahren (die Manchu-Chefs, bevor diese die Kaiserwürde über Han-China der Ming/Shun-Dynastie im 17. Jahrhundert gewannen). Ob die mit Holzbeinen geflickten Steinstatuen in der Kulturrevolution gefallen waren oder wann anders, konnte ich mangels Karbonbasierte-Altersbestimmungs-Handset nicht bestimmen.

Das Haupthaus sieht aus und verhält sich wie jeder Tempel in Asien, ob buddhistisch, taoistisch, konfuzianisch oder eben imperial - es wird hauptsächlich Geld gesammelt. Wir waren allerdings keine Qing-Nachkommen und versuchten statt dessen, die Gegend unsicher zu machen. Erst war Y. Familie und sie mit dabei, dann war ich alleine unterwegs, weil das Auto doch wärmer war. So versuchte ich, einen Weg auf den hinter dem Grab liegenden kleinen Berg zu finden, um eine Sicht von oben auf das Grab zu bekommen; von für mich nicht wirklich lesbaren Schildern musste ich das Schlimmste annehmen ("Nicht weitergehen! Lebensgefahr! Geologisch instabil!"?) und einen anderen Weg suchen. Damit musste ich allerdings auch ziemlich bald aufgeben, und es ging schließlich zurück aus der imperialen Vergangenheit in den Sozialismus chinesischer Prägung (=Kapitalismus).
Eindeutig unterbesucht.
Spenden gehen an... uns.
Wir sind keine Qing, und es geht uns gut.
Eltern haften für ihre Kinder?

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 16. Februar 2011, 02:38 Uhr CET

15. Februar 2011

Malte Cornils

Haste Kohle?

Crushed by CCCP?
ArbeiterInnen helfen bei der Revolution
Chuquifushun
Abends dann ein Gebet an den Kohlegott (Pachapapa?)
Fushun hat Kohle. Sogar ziemlich viel - auf 50 Jahre wurde die Open-Air-Kohlegrube jetzt schon ausgebautet, und bis 2016 hat sie mindestens noch Vorräte. Natürlich ist auch ein (Open-Air-)Museum angeschlossen. Was ich noch nicht rausgefunden habe, ist, ob die Grube hier größer oder kleiner als die größte Open-Air-Kupfergrube der Welt, Chuquicamata in Chile (das Cabrio fuhr hin), ist. Alle Prominenz der KPdVRC war auch schon hier, von Mao bis Hu.

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 15. Februar 2011, 18:34 Uhr CET

Ha'erbin ist nichts Halbes und nichts Ganzes

Cafe Rusiye 1914, leider nur optisch schick
Ha'erbins "Starbucks"
Blasse Tage in Ha'erbin
Das meinte jedenfalls meine Mitreisegruppe - Ha'erbin sei kalt und dreckig. Ich fügte immer noch "und interessant" dazu, was alle verwunderte. Aber es ist schon irgendwie eine Außenseiterstadt - statt Jahrtausende Han-chinesischer Geschichte vorzuweisen, fand der Aufstieg der Stadt unter der russischen Besatzung statt. Auch die Architektur ist stark vom zaristischen Russland geprägt. Das "Cafe Russland 1914" war aber eine Enttäuschung. Es gab zwar ein paar russische Rezepte, die so einigermaßen russisch schmeckten (?), da der Koch wohl Teil der fünfziger Jahre als chinesischer Austauschstudent in Russland verbracht hatte. Aber das Geschirr war dreckig, die Bedienung schläfrig, und die Kulturmelange Russland-China an dieser Stellte erstaundlicherweise weniger anziehend als abstoßend. Naja.

Danach haben wir, um uns das Ins-Kaffe-Gehen nicht völlig abzugewöhnen, ein Starbucks gesucht. In Südchinesischen Großstädten gibt es das ja an jeder Ecke. Hier aber haben wir lange gesucht und nichts gefunden. Das Internet sagt auch, dass Starbucks nordöstlich von Beijing expandieren wollte, die geplanten Filialen in Shenyang aber nur zu zwei dritteln fertig gestellt hatte und mangels BesucherInnen auch nicht weiter expandiert hat. Der einzige saubere Ort schien Y. dann in einem Teeladen gefunden. Der war auch wirlich gut (ok, wir haben auch viel ausgegeben und gekauft, u.a. ein Büro-Pu'er-Teeset). Die Laune war gebessert! Bis wir abends mit der großen Gruppe zu einem guten koreanischen Restaurant gegangen sind, was sich als... vorsichtig ausgedrückt, weniger gut als erwartet herausgestellt hat. Die mitreisenden Nicht-Ha'erbin-Chinesinnen waren den Tränen nahe.

Schließlich kann ich noch von der Sophienkirche berichten, die jetzt in ein schönes Stadtmuseum verwandelt wurde. Die alten Fotos von russisch-chinesischer "Koexistenz" (oder "imperialistischer Unterdrückung") sind sehr empfehlenswert, wenn auch englische Bildunterschriften fehlen.

Das erste, was wir gemacht hatten, als wir wieder in Fushun angekommen waren, war ein sehr teurer Restaurantbesuch...
Die frühere Sophienkirche
Westliches Essen in Fushun, zur Rückkehr
So kann man in Fushun speisen - Eiertanz!

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 15. Februar 2011, 09:31 Uhr CET

14. Februar 2011

Malte Cornils

731

Künstliche Pestinfektion.
Wie ich schon beschrieben hatte, hatte ich mich in Ha'erbin auch mal alleine auf den Weg gemacht. Das war ziemlich spannend. Auf dem Hinweg dachte ich, ich gerate in eine Bombenexplosion - es waren aber doch nur Silvesterknaller, aufgereiht auf etwa 20 Meter, zum nacheinander explodieren. Eine Rauchgranate ist genauso effektiv, aber nicht so schick und weniger laut. Wo ich hin wollte, war das 731-Museum. 731 ist die ehemalige japanische Besatzereinheit für biologische Experimente. Was soll ich dazu sagen, ohne den LeserInnen den Tag zu verderben - wer den Wert von Menschen teilweise nicht höher als den von Laborratten einschätzt, ist selbst schon lange keiner mehr. Da ich meinen Pass nicht dabei hatte, musste ich 50 RMB Kaution hinterlegen, und überraschenderweise auch noch Eintritt bezahlen (der Lonely Liar meinte nämlich, das sei komplett kostenlos). Das alles mit bekanntlich nur einseitigen Sprachkenntnissen (ich kann ein bißchen was sagen, was verstanden wird, aber was andere zu mir sagen, geht aufgrund Sprechgeschwindigkeit oder Dialekt oder beidem unter). Puh! Am Ende war ich dann sehr froh und habe auch noch etwas Geld gespendet. Dafür bekam ich eine (Plastik)rose. Damit ging ich frohen Mutes zur Taxi/Busstation, ich war nämlich schon spät dran. Aber ich wurde erwischt! Es kam eine Angestellte hinter mir hergelaufen, und da verstand ich: Die Rose war nicht für mich, sondern zum Anstecken an die Gedenkgrabwand. Wie peinlich.

Auf dem Rückweg geriet ich dann an sehr nette Buschefin (es gibt ja immer eine FahrerIn und eine ChefIn, die das Geld eintreibt). Auch als ich nicht verstanden hatte, dass genau dieser Bus nicht bis zur Endstation fährt, sondern Benzin nachtanken muss, rettete sie mir meine pünktliche Rückkehr, indem ich einfach beim Tanken als einziger Fahrgast dabei sein durfte, bis es dann wieder in den Regelverkehr - praktischerweise genau an der Endstation! - zurückging.

Das hört sich alles nicht nach viel Abenteuer an, war aber voll ausreichend adrenalintreibend und spannender als die ganzen verpassten Tatorte der letzten zwei Wochen zusammen!


von nospam@example.com (Malte Cornils) am 14. Februar 2011, 18:30 Uhr CET

Die kalte Periode des Cabriofahrers

Schneefrau
Chinesische Segways?
Russische Architektur und Eis
Eisbeine hatten einige - aber doch: best Chinese ice festival city ever!
Uns war kalt. Das heißt, eigentlich war uns gar nicht so kalt, aber dies war ja eine Gruppenreise, wir waren also insgesamt sechs FushunerInnen. Genau die, die mich vorher noch mit Daunenjacke und Neopren-Hose ausgestattet hatten, weil sie der westlichen Outdoor-Kleidung nicht trauten. So lief ich also außen mit Daunenjacke und drunter mit Unterhemd rum, ansonsten wäre die Hitze nicht auszuhalten gewesen (und das bei bis -20 Grad). Genau die, die eigentlich selber gar keine richtige Kleidung dabei hatten - dünne Handschuhe, kein Gesichtsschutz, ...

Nach Expertinnenurteil der übrigen Fushunerinnen war Ha'erbin durch zwei Dinge vollständig charakterisierbar:

1. dreckig
2. kalt

War diese Meerjungfrau an Unterkühlung gestorben?
Tiger-Organe...
Eine der Wärterinnen, die ihre Uniform jetzt nicht mehr braucht.. (?)
Don't worry. Aber auch wirklich nicht die Fenster aufmachen.
Das sah ich nicht ganz so, obwohl dreckig schon zutraf. Ich hatte mich wenigstens gut amüsiert, und weil Zhou Yao beim Wursteinkauf helfen musste (die berühmte Rotwurst, wo man um vier Uhr morgens anstehen musste), konnte ich mal wieder ein Abenteuer erleben und mich alleine per Bus zu meinem nur mich interessierenden, stadtauswärts gelegenen Museum durchschlagen. Und es hat sogar geklappt (!)

Ansonsten waren wir aber in der schützenden, wenn auch teilweise zitternden Gruppe und genossen das legendäre (ziemlich teure, kitschige, aber auch wirklich tolle) Eis- und Schneefestival (das "Laternenfest"), die ehemalige russische Kultur in der Stadt, von der allerdings nur noch Spuren übrig waren, und den siberischen Tigerpark mit ziemlich populistischer Raubtierfütterung (ein Huhn zum lebendig selbst Verfüttern kostest etwa fünf Euro, eine Kuh 200).

Raubtierfütterung. Schlimmer als hungrige RollenspielerInnen.
Partylöwe oder Tigerparty?
Ein Liger.

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 14. Februar 2011, 09:24 Uhr CET

13. Februar 2011

Malte Cornils

Wundervolles Shenyang

Wohnhäuser mit Flußblick - groß genug für alle?
Leckere Gänsezungen!
Beim Neujahrsfeuerwerk versehentlich ausgebrannt... (war sogar in den Nachrichten)
Eigentlich ist Shenyang ja die von mir am wenigsten geliebte chinesische Stadt. Schon der Lonely Liar sagt dazu, sie sei mit Dickensianischen Bildern der frühindustriellen Hölle zu vergleichen. Die die Kohlepartikel umgebende Restluft ist auch nicht besonders voluminös.

Diesmal waren wir eigentlich eher versehentlich hier - von Shenyang aus ging unsere Zugreise in die Eisfestivalstadt Ha'erbin, und da nutzten die Gelegenheit, fuhren schon vorher hin und quartierten uns bei einer guten Freundin von Y. ein, damit wir am nächsten Morgen nicht erst lange anreisen mussten.

Es gab dann auch einen Besuch bei der Familie von W., und da standen die drei hier gezeigten Affen. Die kannte ich natürlich von früher; z.B. bei Frau R., Mutter von C., habe ich schon mal nach der Bedeutung gefragt. Sie seien das Symbol dafür, dass viele keine Verantwortung übernehmen wollen, Drückeberger sind und auf Mißstände nicht hinweisen.

Das ist aber nur die westliche Deutung. Eigentlich kommen die Affen nämlich aus Japan, und dort wurde die Geschichte vermutlich seinerseits aus China übernommen, nämlich aus dem konfuzianischen Ausspruch: "Look not at what is contrary to propriety; listen not to what is contrary to propriety; speak not what is contrary to propriety; make no movement which is contrary to propriety" (非禮勿視, 非禮勿聽,非禮勿言, 非禮勿動)

Das habe ich allerdings selbst nicht gewußt. Allein für die sechs chinesischen Worte "bu shuo, bu ting, bu kan" (nicht reden, nicht hören, nicht sehen) bekam ich die Affen geschenkt. Prima Deal!

Auch China hat Gartenzwerge. Was Freud sagen wuerde, ist auch klar.
Hier wurde die Bebauung mit Hochhäusern wohl vergessen. Im Ernst: Schön!
Eine Affenschande






von nospam@example.com (Malte Cornils) am 13. Februar 2011, 13:32 Uhr CET

12. Februar 2011

Malte Cornils

Fressneid Fushun 2011

Kokonreste-Foto (auch hilfreich für angehende VegetarierInnen)
Das große Festmahl mit 17 Leuten um den einen Tisch...
Schon lange hatten wir die Rubrik "Fressneid" nicht mehr. Wobei Rubrik ja hoffnungslos outdated ist, so als Wort. Eigentlich müsste ich endlich den "Tag" Fressneid einführen. Aber auch Cabrios sind ja irgendwo outdated...

Dabei sieht man auch die Reste von Y.s Lieblingsessen: gekochte Schmetterlingskokons. Ich habe mir vorgenommen, jedes Jahr einen mehr davon zu essen als das Jahr davor. Damit waren 2011 ganze zwei dran. War gar nicht so schlimm, musste nur für den Moment vergessen, dass die noch ein paar Minuten hin- und hergerobbt sind...

"wo sind die Ko-ho-kons, wo sind die Ko-ho-kons, wer hat die Ko-ho-kons gekla-u-aut?"

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 12. Februar 2011, 13:13 Uhr CET

11. Februar 2011

Malte Cornils

Der verdammte Damm

Endlich oben angekommen
Blick auf Ost-Fushun und sein Smog
Der Bootsverkehr liegt zur Zeit auf Eis
...zum Dahinschmelzen...
So, jetzt reicht's! Des widerspenstigen Dammes Zähmung wollte ich noch erleben, also sind wir alle noch mal im leichten Shanghai-VW ("Lavida") zum Reservoir gefahren. Dort sind wir dann etwa 10 Meter weiter gekommen. Aber dann: keine Chance. Nachdem uns unser Erfahrung immerhin soweit genützt hat, dass wir nicht versucht haben zu wenden, sondern gleich rückwärts den Berg runter gefahren sind, haben wir uns das Autoschieben gespart - schade eigentlich.

Und dann sind wir gewandert. Schließlich standen wir wirklich oben - ich konnte es kaum glauben! Es war wirklich ein Reservoir dahinter! Mit echtem Wasser! (Mindestens genauso echt, sagen wir, wie die Mondlandung ;-))





von nospam@example.com (Malte Cornils) am 11. Februar 2011, 13:10 Uhr CET

10. Februar 2011

Malte Cornils

Zhu he da jia xin nian hao...

Deko-Universität
Majiang-Akademie
Jiaozi-Manufaktur
Wir wünschen allen ein frohes neues Jahr des Hasen! Ok, das ganze stieg dieses Jahr am 2. Februar (also das "Silvester"). Einen Tag davor hat Y. immer nach dem Mondkalender Geburtstag, das ist voll praktisch zu merken.

Wie aber nun feiert Y.s Familie Chun Jie (sprich: Tschun Dschie)? Erst einmal muss da dekoriert werden. Im Balkon hängen überall (elektrische) rote Lampen. Die Wohnungstür muss passgenau dekoriert werden, was dieses Jahr der Cabriofahrer zusammen mit Y. übernommen hatte.

Im Fernsehen läuft eine Showgala, die etwa 800 Millionen ZuschauerInnen hat. Also quasi das Dinner for One in China. Aber in China beschweren sich alle, dass sie früher viel spannender war (was auf Dinner for One sicher auch anwendbar ist... die tatsächlichen Änderungen von Jahr zu Jahr sind wahrscheinlich auch ähnlich zahlreich wie bei Dinner for One...)

Ansonsten wird Majiang (sprich: Mahdschiang - aber nicht die Solitär-Variante aus Japan, sondern das Romme/Bridge/Canasta-ähnliche Spiel zu viert) gespielt. Die Regeln habe ich versucht zu lernen, mal gucken, ob das das neue Kubb wird :-)

Zum neuen Jahr gehören natürlich auch Jiao zi (sprich: Dschiao Dse, Dumplings/Teigtaschen). Ich war endlich wieder beim Wunder von Fushun.





von nospam@example.com (Malte Cornils) am 10. Februar 2011, 13:04 Uhr CET

08. Februar 2011

07. Februar 2011

Malte Cornils

Fushun

Endlich hatten wir Zeit, den Oststadtteil (dong zhou) von Fushun mal näher unter die Lupe zu nehmen. Das war wirklich schön, mit guter Sicht und schönen Pagodas und Pavillions. Die sind allerdings nicht aus irgendwelchen Dynastien übriggeblieben, sondern aus Stahl vor zehn Jahren von der örtlichen Dependance von Petrochina für die Mitarbeiterbespaßung gebaut worden. Zum großen Schock von Y. haben wir auf unserem Weg dann auch noch einen buddhistischen Tempel und eine Kirche entdeckt..

Mittagsspaziergang auf dem "kleinen Deister"
Der Weg zu Gott ist steiler als nach Hause
So wohnt man im modernen Teil von Fushun (Anti-Hutong)

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 07. Februar 2011, 10:32 Uhr CET

06. Februar 2011

Malte Cornils

Reservoir Dogs

Aussicht nach unten vom Reservoir
Nachgestellt, im Original waren wir zu nervös und hatten noch einen Säugling auf dem Arm dabei
Letztes Mal hatten wir schon die Reise zum nahegelegenen Stausee ("Reservoir") gewagt, nur konnten wir da wegen der Überschwemmung nicht hin. Heute haben wir es wieder probiert - endlich wollte ich einen Blick hinter die Staumauer werfen! Aber der Stauseegott war nicht mit uns. Wie man sich vorstellen kann, gibt es bei -20 Grad Celsius vereinzelt auch Schnee; auf der steilen Zugangsstraße zum Reservoir hatte sich dieser dann in komprimierte Rutschmasse verwandelt. Zusammen mit Freunden sind wir dann per Mercedes hochgefahren bis zur Kurve, wo wir langsam um diese... wo relativ schnell eine Impulsumkehr stattfand und wir uns herabgleitend wiederfanden. Unsere Stoppversuche waren sehr erfolgreich. So erfolgreich, dass wir zwei durchdrehende Räder und eine neue sportliche Betätigung gefunden hatten: Tui Che - Auto schieben. Nach der Befreiung sahen wir noch, wie eins der kleinen Dreiradautos (xiao liang kuai - klein und kühl wegen der schlechten Isolierung) locker an uns vorbei hoch zum Reservoir fuhr. Chinesische Straßen sind wohl nicht so sehr für schwere Merceden gebaut...

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 06. Februar 2011, 10:30 Uhr CET

05. Februar 2011

Malte Cornils

Mein Haus ist mein Hutong

Als nächstes ging es in die Hutongs. Auch so etwas, was wir beim letzten Mal verpasst hatten, ist ein Hutong eine Wohneinheit, wie sie früher (nicht ganz so früher wie beim letzten Blog - etwa seit der Yuan-Dynastie um 1200 unserer Zeit, die mongolische Eroberer und Fremdherrscher waren, bis sie ebenfalls die Vorzüge eines faulen Kaiserlebens kennenlernten und bald gestürzt werden konnten) in Beijing vorherrschend war.

In den kalten, einstöckigen "Wohnstraßen" leben heute gar nicht mehr viele Menschen; sie liegen zumeist im ersten Ring Beijings und sind deshalb von der Lage her sehr teuer, aber schlecht heizbar. Einige wenige hat man allerdings saniert und in Hotels (wie hier) und bekannte Saufstraßen (das "schicke, coole Beijing" mit vielen Bars rund um den Houhai-See) verwandelt.

Am Ende kann ich den steilen Aufstieg auf den Trommelturm empfehlen - nicht nur wegen der Trommeln (nur gucken, nicht anfassen), sondern wegen der Aussicht über Baustellen, die letzten verbliebenen Hutongs und den Houhai-See.

Langgezogene, schmale Straßen in Ost-West-Richtung mit einstöckigen, grau-roten Häusern: Hutongs.

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 05. Februar 2011, 09:02 Uhr CET

04. Februar 2011

Malte Cornils

Himmel, Kaiser, Clown

Letztes Mal in Beijing hatten wir natürlich eigentlich keine Zeit für nichts. Die Kaisergräber der Ming-Dynastie und der Lama-Tempel zum Beispiel fehlen noch immer in unserer Sightseeing-Packliste, gleich nach dem Multifunktionsfleece. Statt dessen haben wir erst mal den Himmelstempel besichtigt. Das ist eine etwas kleinere Nachbildung des Himmeltempel-Restaurants zwischen Oranienburg und Berlin (oder doch anders herum?), mit angrenzendem Park.

Früher (also ganz früher, noch vor SB), zu Zeiten der Zhou-Dynastie (das war noch vor der ersten "Vereinigung Chinas", etwa 1700 bis 1100 vor unserer Zeit), gab es in China ja den Glauben an den gerechten Himmelsgott, mit dem ein ausgewählter Kaiser quatschen konnte, damit er die Untertanen entsprechend seiner göttlichen Vorstellungen anleiten konnte. Dann (beim Zerfall des Reiches in Wirklich Viele(tm) Kleinstaaten, "Spring and autumn period", bis etwa 700 v.Chr.) kamen ja die drei unterschiedlichen Philosophien/Religionen auf, Legalismus, Taoismus und Konfuzianismus.

Viel später: Der erste "echte" Kaiser, der heute maßlos unbeliebte Qin Shi Huangdi, eroberte 220 v. Chr. das, was ungefähr das chinesische Kernland ist ("Vereinigung Chinas"), und folgte dem Legalismus - das Gesetz dient zur Herrschaft über die Untertanen, es muss hart bestrafen, zur Arbeit zwingen (z.B. Terrrakotta-Armee-Aufbau) und dient dem Wohl des Einen (des Kaisers natürlich). Irgendwie fanden das aber über 99 Prozenz aller Menschen doof (komisch). Kaiser Qin Shi wurde schließlich auch gegangen und machte Platz für die Han-Dynastie (etwa ab 206 v.Chr.). Diese modifizierte das dann auch "leicht" - Legalismus war sowas von out. Sie schuf eine Beamten-Elite, die den Staat nach konfuzianischen Prinzipien mitleitete: eine strikt patriarchalisch-hierarchische Philosophie, die aber streckenweise durchaus überraschend humanistische Ansätze enthält. Der Kaiser konnte auf einmal nicht nur für Gott (also sich) arbeiten, sondern hatte das Ziel zu haben, etwas für sein Volk (und damit indirekt auch wieder für sich, immerhin) zu befehlen. Seine Beamten sollten das nicht nur unterstützen, sondern auch auf "unkonfuzianische" Gesetze hinweisen. Da mischten sich dann noch anfangs "magische" Elemente aus dem Taoismus mit ein: eher ein spirituelles "Eins Sein mit dem kosmischen Gleichgewicht", welches den fruchtbaren Gegenpol zum langweilig-organisierten Konfuzianismus bildet, bis dann der Buddhismus mit seinen vielen tausend Göttinnen und Göttern chinesiert wurde und dazu stieß.

All das mischt sich zusammen im Himmelstempel. Der ist zwar später entstanden, basiert aber auf Himmelsgottglauben, magischer Ausrichtung der Elemente (der Erdtempel z.B. ist an anderer, feng shui-mäßig passender Stelle in Beijing aufgebaut), Buddhismus und Kaiserglauben zusammen und bunt gemischt. Hier gibt es akustisch beeindruckende Bauwerke (Echomauer), Quadraturen des Kreises sowie eben den Himmelstempel selbst, umringt von einer riesigen, theoretisch ruhigen und besinnlichen Parkanlage, die aber zielgerichtet mit Discomusik und ständig labernden Lautsprecheranlagen durchsetzt ist, die laut plärrend von Stille und Ruhe erzählen.

Ok, jetzt ist aber auch mal gut für heute. Nicht gerade Microblogging...

Im Bild sind zehn Lautsprecher versteckt. Finde sie!
Kaiser oder Clown
2000 Jahre Himmelsanbetung

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 04. Februar 2011, 08:57 Uhr CET

28. Januar 2011

Malte Cornils

Leer und voll

China ist beides. In völliger Unkenntnis zentralasiatischer Geographie hatte ich mich wirklich gewundert, über was wir da flogen. Für den Himalaya war das ganze erstens zu flach, zweitens ziemlich weit ab vom Weg Berlin-Beijing. Die nördlichen tibetanischen Hochebenen kamen auch nicht in Frage, es waren ja schließlich... Ebenen! Sibirien "kannte" ich eher als bewaldet, und westlich von Beijing sollte doch eigentlich die mongolische Wüste und Steppe liegen. Aber die Seidenstraße liegt ja nicht nur wegen der Wüste da, wo sie liegt, sondern weil im Umland - eben! weitere Berge liegen. So richtig genau weiß ich immer noch nicht, wo wir da drüber geflogen sind... Innere Mongolei? (Äußere) Mongolei? Noch Kasachstan? Die Himmelsberge (Tian Shan) in der Xinjiang-Provinz? Vielleicht weiß es ja eine MitleserIn.

Hier jedenfalls lebt wirklich niemand. Von der Bevölkerungsdichte Mecklenburg-Vorpommerns in der Uckermark kann dieses Gebiet nur träumen. Der Gedanke an den einsamen Planet kam auf.

Und dann waren wir in Beijing. Beim Spaziergang abends im Chaoyang-Viertel, wo wir auch unser Nachtlager aufgeschlagen hatten, gab es Walmart, die Deutsche Bank, Gucci, natürlich alle 300 Meter einen Starbucks (Xing (der Stern) Ba Ke (phonetisch "Buck")) und viele, viele Menschen.

Eigentlich sollte mich das nicht schocken, der Unterschied zwischen Berlin und Brandenburg ist ja fast genauso groß...

Nachbar der Seidenstraße
Glitzerstadt

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 28. Januar 2011, 08:50 Uhr CET

20. Januar 2011

Malte Cornils

Zusammenfassung

Da ich ja doch nicht dazu komme, den optimalen blog-Eintrag inklusive Fotos unserer kreativen Bastelaktionen zu Weihnachten zu schreiben, heute einfach einmal eine Zusammenfassung... nicht des letzten Jahres sondern der letzten Nacht. J., seit Montag abend krank mit Fieber, Schnupfen und Husten um ca. 2:00h, im Bett liegend: "Tüta, Feuerwehr da, Tüta, Feuerwehr da, tüta, ..." unterbrochen von: "Nase läuft!".

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 20. Januar 2011, 09:12 Uhr CET

27. November 2010

21. November 2010

19. November 2010

Witold Arndt

Wulff vs. Steuergeld

Yeah, die Papstleiche kommt wieder in unsere Medien und natürlich auch in einen Rhabarber eures Vertrauens. Als wesentliche Neuerung und vermutlich auch Verbesserung hat die Papstleiche 2.0 einen Homing-Zombiebonus: ist selbstlaufend und knabensuchend.

von (Witold) am 19. November 2010, 09:00 Uhr CET

14. November 2010

Witold Arndt

Hirnschonend, wenn man denn eines hätte

Wenig überraschenderweise verkauft Manufactum, der Laden für gehobenen Schnösel-, hD-Beamten- & Hippy-Bedarf eben jenes Modell eines Uralt-Telefons welches ich vor geraumer Zeit im Elektromüll des Instituts zurückließ. Für 160 Schleifen.

von (Witold) am 14. November 2010, 21:11 Uhr CET

11. November 2010

Witold Arndt

Troppel

Liebe PR-Vollpfosten der Fa. Opel: Geschwindigkeit wird nicht in kmh gemessen. Ernsthaft, was könnt Ihr eigentlich? Nicht einmal verdient pleitegehen

von (Witold) am 11. November 2010, 16:56 Uhr CET

29. Oktober 2010

Julia Wiegel

grüße aus dem bloxil

Für die Freunde der unterhaltsamen Politsatire gibt es dieses Wochenende ein ganz besonderes Schmankerl in der Schweiz. In Uitikon soll es um "Gleichstellung aus männlicher Sicht" gehen. Und nein, hier treten nicht meine heißgeliebten Feministen an, herauszufinden was wir Frauen denn wirklich wollen und brauchen. Dort, liebe Mafiöse, findet das erste internationale Antifeminismustreffen statt.
Bin mal gespannt auf deren Ziele... oh, Artikel entdeckt über deren Mitstreiter, echt bitter...

Imbisstatistik:

  • in letzter Zeit: viel zu viel zum Zählen, oder die Zeit war zu lang

von sJulia (noreply@blogger.com) am 29. Oktober 2010, 16:51 Uhr CET

10. Oktober 2010

Malte Cornils

Handtuch nicht vergessen!

Was für eine schicke, existentielle Zeit zum Bloggen... (und auch der Tag, an dem Ubuntus neue Version rauskommt)

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 10. Oktober 2010, 08:10 Uhr CET

05. Oktober 2010

Witold Arndt

Endlich wiederrr Anschlüsse und Angriffe auf Prag


Durch die Errichtung des Zwischenangriffs Prag wird die kleingärtnerisch genutzte Anlage südlich des Pragtunnels beeinträchtigt und unter anderem ein Baum gefällt.

Zum Anschluss des Zwischenagriffs an die Zentrale Baulogistik wird auf den Bahnanlagen eine Baulogistikstraße östlich der Heilbronnerstraße errichtet.


Planfeststellungsbeschluss des EBA zu Stuttgart 21, S. 427

von (Witold) am 05. Oktober 2010, 12:42 Uhr CET

30. September 2010

29. September 2010

Witold Arndt

Things I learned from the Internet (part n+1)

[en] rainbow dumping - [de] aufspülen (z.B. einen Strand)


Other things I learned: What has been seen, cannot be unseen. Ask yourself whether you have to google above expression. Of course you have.

von (Witold) am 29. September 2010, 00:24 Uhr CET

27. September 2010

Witold Arndt

"Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch."

(...) unn früha isch ma noh mitm kloina Bulldog zwischa d' Straicha durchkomma.


Während eines Vortrags zur Nutzung von Bioenergie und der fachplanerischen Begleitung, vom Rednerpult einer hier ungenannt bleibenden grossen und wichtigen wissenschaftlichen Tagung.

Ein "kloina Bulldog" ist übrigens ein kleiner, alter, grüner Traktor.

/me hat beim Tagungspoker klar verloren, diesen Herbst.

von (Witold) am 27. September 2010, 22:52 Uhr CET

19. September 2010

Malte Cornils

Expo!

Haibaos und Expo-Werbung ist natürlich in China überall
Bolivien erklärt das Coca-Blatt (leider habe ich da nur eine neuartige Coca Cola)
Die Expo war übrigens wirklich toll - der Bolivien-Stand war wirklich bolivianisch, als einziger der "kleineren" amerikanischen Länder im Gemeinschaftspavillion etwas Besonderes. Der chilenische Pavillion bestand aus einer sehr populistischen "Zwei Pisco zum Preis von einem"-Aktion, in die wir aber prompt hereingefallen sind. Hmm, lecker!

Der Kuba-Stand hatte dagegen nur Standard-Examplare von Havana Club an der Bar und sonst... gar nichts. Enttäuschung der Expo!

Danach kam das Highlight - die Achse des Bösen, der Nordkorea-Pavilion, durch eine Laune des Veranstalters direkt neben dem Iran-Pavilion platziert. Nordkorea war dann auch wirklich toll - keine Schlangen, und alle ChinesInnen fanden sich zurückversetzt in die Zeit der Kulturrevolution. "Paradise for People". Hier konnte ich auch meinen Nordkorea-Expo-Pass beantragen, mit dem ich dann noch die Stempel für Afghanistan, Iran etc. abholen konnte. Der Hammer war, wie sich Nordkorea so die Emanzipation vorstellte - mit säbelschwingenden Soldatinnen.

Achse des Bösen
Kim Jong Ils feuchte Träume?
Iran mit kleinem Kernreaktor-Modell und vielen Mullahs war dann schon echt schick, konnten die Krone von Nordkorea aber nicht mehr zurückgewinnen.

Schließlich haben wir es neben kleinern Nationen wie Mongolei und Osttimor noch in Afghanistan und Syrien versucht, uns am Irak vorbeigeschlichen und wegen der kollegialen Bekanntschaften den Marokko-Pavilion aufgesucht, uns wegen der deutlichen Schlangen aber gegen einen Besuch entschieden. Dann waren wir essen im Schweizer Pavilion - Rösti! Käsefondue! Lecker! - und schließlich fragt mich meine mitreissende Mitreisende, ob ich nicht meinen Pass-Bonus beim deutschen Pavilion ausreizen könnte. Die etwa vier Stunden langen Monsterschlangen - es war schon 18 Uhr - vor dem deutschen Pavilion bewirkten zweierlei: a) mich dazu zu bringen, es zu probieren und b) dabei ein richtig schlechtes Gewissen zu haben, weil nur aufgrund meiner zufälligen Geburtsnation tausende Menschen länger warten müssen als ich.

"Kommen Menschen, die in Deutschland leben, hier durch diesen Eingang rein?" fragte ich also unbeholfen. "Ja, ein deutscher Pass müsste es schon sein". "Meine Freundin hat eine Aufenthaltsgenehmigung, reicht das nicht?" "Hast Du denn einen Pass?" "Ja, hier" "Eigentlich nicht." "Eigentlich? Ja oder nein?" "Dann... nein." "Na gut, auf Wiedersehen dann!"

Soweit so gut - mein Blogeintrag über die Festung Europa war in diesem Moment im Geiste fertig. Geduldet, aber mehr auch nicht und das auf Zeit, ist man ja als jemand mit "temporärer Aufenthaltsgenehmigung" in Deutschland ein Mensch zweiter Klasse, schien es. Umso schäbiger fühlte ich mich, es überhaupt probiert zu haben - anscheinend waren die gefühlt 100000 größtenteils chinesische StaatsbürgerInnen außerhalb Grund genug, auch hier, an den Expo-Außengrenzen des deutschen Staates, die CDU/SPD-sche Integrations"politik" zu betreiben.

"Echt, dann willst Du auch nicht reingehen??" "Natürlich nicht" "Na gut, dann kommt schnell rein"... und schwupps, "bin ich da schon drin oder was?"

Der Pavilion war dann eigentlich ganz amüsant, obwohl erwartungsgemäß kritiklos ("Meisterwerk Elbphilarmonie" sowie die Hymnen auf die Gentrifizierungsprozesse). Die Show wollten wir uns nicht mehr geben und verpassten damit unwissentlich das Highlight des Pavilions und den Grund, warum alle anstanden - ein gruppendynamisches Spiel, wo beide Seiten einen virtuellen Spielball durch lauteres Brüllen bewegen mussten. So hatten wir aber auch noch Zeit, den ozeanischen Gemeinschaftsstand (Palau, Niue, ...) zu durchwandern und den afrikanischen Gemeinschaftsstand nach Kandidaten für "Schurkenstaaten" abzusuchen. Leider hatten sowohl Zimbabwe, Somalia als auch der Sudan ihre Passausgabestätten geschlossen (von wegen "das Böse schläft nie!") und Libyen mit dem eigenen Pavilion ebenfalls schon geschlossen.

Einmal zehn Minuten anstehen für den Iran und etwa 50 lustige bis bizarre Stände/Pavilions genießen war ein total gelungener Expo-Tag, der uns beiden total viel Spaß gemacht hat.

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 19. September 2010, 11:46 Uhr CET

Witold Arndt

Friggin' brackets

Runaway argument?
! File ended while scanning use of \blublaeh

Friggin' 1.3k of them. And none unbalanced! …anymore.

What else I learned—LaTeX doesn't exactly like things like

\newcommand{}{×}

Pretty messes up everything and you'll never remember, that you were in the middle of writing some fancy new definition, when the system crashed and you decided to get a new /. Three hours later (fsck ecryptfs) you are starting to believe in some major conspiracy outside your $TEXMFLOCAL.

von (Witold) am 19. September 2010, 10:05 Uhr CET

Malte Cornils

Shanghai

KP-Gründungshaus und PWC
US-Banken, rote Fahnen, gute Kameras (V., welches Modell?)
Shanghai vom World (Shanghai) Trade Center aus
OK, der Transrapid ist durchaus schnell...
Das Finale - und was für eins! Für die größte Stadt Chinas hatte es hier erstaunlich gute Luft. Man konnte direkt atmen! Liegt sicherlich an dem fantastischen U-Bahn-System. Der Bund hatte wohl gerade "Sozialistische Woche" - hier hatten alle Gebäude, auch und gerade die ausländischen Banken und Versicherungen, die roten Fahnen gehisst und einmal die Stunde gab es Glockengeläut nach der Melodie von "Dong fang hong" - der Osten ist rot (!!). Dabei ist Shanghai sonst wirklich nicht mehr rot, sondern heimliche Hauptstadt der größten und kapitalistischsten Nation der Welt. Der Geburtsort der chinesischen KP hat gleich nebenan und deutlich sichtbar eine PriceWaterhouseCoopers-Filiale (Pee-WC klingt wirklich häßlich auf Englisch).

Ansonsten hat Shanghai alles, was sich für eine aufstrebende Stadt gehört - einen Milliardengrab (das "technological dead end" Transrapid, der aber - muss man sagen - doch ganz schön schnell ist) und eine Weltausstellung.

Zugrestaurant mit leckerer Haifischflossensuppe

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 19. September 2010, 01:42 Uhr CET

18. September 2010

Malte Cornils

Hangzhou

Japanische Kriegsschiffe als Spezialität im Sushi-Restaurant. Wird in China gerne verputzt.
Ob der Träger weiß, wer Harvey Milk war? Basierend auf dem, was sonst so an absurden englischen Phrasen auf Shirts steht, eher nicht. Schade eigentlich.
Resultat unseres Einkaufs bei der Siegelstempelgilde.
Der Westsee
Hangzhou wurde wie Suzhou von Marco Polo beschrieben, und er war ein ziemlicher Schwärmer. Hier gibt es den "West lake", der eigentlich nur ein künstlich ausgehobener See ist. Jahrhunderte von verschönernden Maßnahmen haben die Umgebung aber wirklich schön gemacht, so dass man hier wirklich hübsche Flecken finden kann.

Das finanzielle Niveau der (etwa 5 Millionen) EinwohnerInnen ist auch deutlich höher als sonstwo in China (außer noch in Shanghai), was man an den Filialen von Porsche, Bugatti, Maybach und und und erkennen kann.

Am zweiten Tag machten wir dann unsere Radtour in eines der umliegenden Dörfer, die vom Lonely Planet empfohlen wurde (zum Dragonwell/Longjing-Dorf, wo der berühmten Drachenbrunnen-Tee herkommt). Da war man in China nur leider wieder schneller als wir - Radfahren war bereits verboten (schieben durfte man), und oben im Dorf wurden gerade etwa 100 Prozent aller Aussichtspunkte durch Hotels "verschönert". Es war eine gigantische Baustelle. Etwas weiter südlich war dann immerhin ein tatsächlich geschütztes Naturschutzgebiet zu finden, wo es noch Natur gab und ich mir mein eintrainiertes "ich trinke gar keinen Tee" auf chinesisch auch sparen konnte. Die Rückfahrtstraße führte mittlerweile an einem Mega-Highway vorbei, der uns die ganze halbwegs gute Luft in den Bergen durch ein intensives, katalysatorloses Auspuffgasgemisch ersetzte. Lonely Liar - manchmal eine selbsterfüllende Prophezeiung!

Scheinbar wie gute Kumpels liegen Hitler und Mao hier auf der Streichholzwerbung direkt nebeneinander
Drachenbrunnen-Ort: nein, ich will wirklich keinen Tee (hier eine der letzten schönen Stellen)

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 18. September 2010, 11:35 Uhr CET

Tongli

Als Symbol hat das Chinese Sex Culture History Museum diese putzigen Tierchen. Warum wohl?
"Das Kind wartet schon (im Rücken des Mannes) erwartungsfroh auf die Geburt, wenn Mann und Frau jenes tun"
Einen Tagestrip entfernt von Suzhou finden sich mehrere Kanalwasserstädte, unter anderem Tongli, in das es uns verschlagen hat. Hier war das Motto "schöne, alte, weiße Häuser" durchaus ernst genommen, wie überall in China, wo man etwas offiziell "touristisch entwickelt" blieb von einem authentischen Flair aber nicht mehr viel übrig. Davon haben wir uns nicht ins Bockshorn jagen lassen und fanden wundervolle alte Residenzen und das Highlight von Tongli - das "Chinese Sex Culture Museum", wohl der einzige Ort im doch noch ziemlich prüden China, das offen über Sexualität und sogar Homosexualität redet und doch in diesem auf alt gemachten Dorf unglaublich fortschrittlich wirkt. Die InitatorInnen haben das dann auch gegen manche Widerstände aufgebaut.

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 18. September 2010, 01:31 Uhr CET

17. September 2010

Malte Cornils

Changzhou

Japanisches Luxusklo
Hier waren wir nur zwischendurch, um ZY.s Freundin und ihren Mann zu besuchen. Der hat sich über meine eher zufällig mitgeführte Klassik-CD als Geschenk riesig gefreut, hat er es doch irgendwie (vermutlich mit viel Geld) geschafft, sich eine Mega-Hifi-Anlage (Studioequipment) aus Berlin einzufliegen und sich hunderte Klassik-CDs aus Europa zu importieren.

Beeindruckt hat mich noch mehr die Toilette der Familie - die war nämlich so ein Hightech-Teil aus Japan mit ganz vielen Knöpfen (leider nicht mit Piktogrammen, sondern mit chinesischen Schriftzeichen beschriftet). Nachdem ich dort eine Weile verbracht hatte, konnte ich meinem Mobiltelefon zwar entnehmen, was "Spülen" auf chinesisch heißt, aber das nicht am Armaturenbrett finden.

Verzweifelt musste ich wieder meine mitreissende Mitreisende bemühen (übrigens: "Es ist mir sehr peinlich" heißt: Bu hao yi si). Es stellte sich heraus, dass die Armaturen die Spülung gar nicht bedienten (wohl aber: ein sanftes Spülgeräusch als Klohintergrundmusik lauter/leiser machen könnten), die HandwerkerInnen hatten nämlich geschlampt und das Ding noch gar nicht fertig montiert. Im Moment konnte das Multifunktionsklo tatsächlich nur eins: Spülen. Und das nicht über die Armaturen, auch nicht über einen Spülknopf, sondern über einen klapprigen Draht, denn man manuell wieder herunterdrücken musste, wenn's genug vom kühlen Nass gab. Das hätte ich mit ein bißchen mehr Cleverness auch selbst herausfinden können...

Ansonsten haben wir von Changzhou als minder wichtige 4,5-Millionenstadt nicht viel gesehen. War aber sehr gastfreundlich dort, vielen Dank!

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 17. September 2010, 21:11 Uhr CET

Suzhou

Der "Humble Administrator's Garden"
Die weiße Stadt Amerikas ist Sucre in Bolivien - und die weiße Stadt in China ist wohl Suzhou. Hier ist die Regel, alle Häuser weiß zu tünchen, allerdings etwas lückenhafter: Helles grau geht auch, und Leuchtreklame natürlich auch. Trotzdem hat's mir hier sehr gefallen. Ist ein bißchen so wie San Pedro de Atacama, nur statt 5000 EinwohnerInnen hat's hier 5 Mille. Ausserdem liegt der Fokus mehr auf vorsichtig arrangierten Gärten statt auf Wüste. Aber sonst - fast gleich.

5 Sterne Deluxe Backpacker
Gleich zu Beginn trafen wir auf eine deutsche Familie, die etwas ratlos aussah beim Versuch, die hier zahlreichen Touristen-Nepper dazu zu bringen, sie in Ruhe zu lassen. Mit Zhou Yaos exzellentem Translate-Fu, was mir leider noch etwas abgeht, ging das dann ganz schnell. Dann hatte ich kurz meine früheren Erlebnisse als Backpacker in Südamerika erwähnt, was aufgrund meines auch hier vorhandenen großen Rucksacks die Familie nicht sonderlich erstaunte - als ich dann sagte, wir würden im Sheraton übernachten, waren die Überraschung und der Spott dann aber nicht mehr weit ("Ein Backpacker im Sheraton??").

Mit lebenden madenähnlichen Raupen... lecker
Im Sheraton? Ja, ausnahmsweise: für eine vorher ungeplante Mehrübernachtung in Suzhou. Ich hatte nämlich meine mitreissende Mitreisende überzeugen können, statt ins von ihr ungeliebte Putuoshan (buddhistische Tempelinsel) lieber zwei Tage mehr im Süden zu verbringen. Der Deal war aber, dass wir dann im konkurrenzlos günstigen 5-Sterne-Hotel der Stadt übernachten. Fand ich prima, war nämlich wirklich erholsam! Nur war das natürlich kein Sheraton mehr seit etwas über einem Jahr, sondern ein PanPacific, aber der Glanz war zumindest noch nicht vollständig verflogen.

Unsere Touri-Familie hat sich danach wacker geschlagen, wir waren noch mit ihnen essen und haben sie zufällig später in Hangzhou wieder getroffen; aber auf die Taxifahrer-Masche "ins Seidenmuseum? Das ist gerade im Umbau, aber es gibt da diese Seidenfabrik ganz in der Nähe (ist dann eine Seide-An-Touris-Verkaufsstelle)" gab es für sie leider keinen Ausweg. Augen auf beim Seidenmuseentaxifahrscheinkauf!

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 17. September 2010, 16:03 Uhr CET

14. September 2010

Malte Cornils

Nationalmodell

Punkt fünf!
In China kann man Vorbild sein: Wohnblock-, städtischer, regionaler oder sogar nationaler Modellarbeiter (davon gibt es dann pro Beschäftigung nur eine(n) in China), ganz offiziell. Das ist natürlich aus sozialistischen Zeiten übrig geblieben (passenderweise gibt es den Rabatt für solche auch beim Mausoleum des Staatsgründers, Sun Yat-sen).

Dass es neben ModellarbeiterInnen und Modellhelden auch Vorbilder an Moralität gibt, finde ich wirklich toll. Ich hätte es ja leider nur zum nationalen Vorbild fürs Spätaufstehen gebracht, aber dafür gibt es keinen Rabatt (mehr?).

Puh. Ich bin doch immer wieder froh, der Kulturrevolution nur in Ausschnitten zu begegnen.

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 14. September 2010, 13:46 Uhr CET

Die Verkehrsr-e-Volution

eBike (habe auch schon Segway-Verleiher gesehen)
China, das Land der schnellsten Züge (Transrapid-Erfahrung folgt noch)
In Nanjing fielen sie mir erstmals in Massen auf: Die 30 km/h schnellen Pedelecs, oder "Elektro-Fahrräder". Sie machen kein Geräusch und sorgen regelmäßig für Beinahe-Herzinfarkte und Verkehrstote. Sie haben auch keine vernünftigen Bremsen, sind in Deutschland natürlich überhaupt nicht zugelassen (weder als Fahrrad, Auto noch als Waffe), aber sorgen zusammen mit der Nanjinger U-Bahn und den Sonnenkollektoren auf den Häusern zur Warmwasserversorgung für einigermaßen smogfreie Luft außerhalb der Rush hour. Will haben! Aber die deutsche Version, mit Scheibenbremsen, geschwindigkeitgedrosselt und mit Motorenlärmsimulator. Die ist dafür auch um den Faktor 10 teurer.

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 14. September 2010, 03:43 Uhr CET

13. September 2010

Malte Cornils

Nanjing

Bester Firmenname ever: Creative Go-Aheadism Factualistic-Pioneer
Mülleimer im buddhistischen Tempel. Ich dachte erst: fiese Entweihung - aber die gibt es zu diesem Zweck zu kaufen. Trashig.
Great city wall of China
Eigentlich ist es meine chinesische Lieblingsstadt - warm, mit längster erhaltener Stadtmauer der Welt, die auch stattliche 11 Meter hoch ist, und mit der richtig kitschigen Mischung aus Pomp, Pop, Patina und Pathos. Beijing heißt ja "Nord-Hauptstadt" und Nanjing "Süd-Hauptstadt", weil Nanjing mal für ein paar Jahre Ersatzhauptstadt war. Außerdem gibt es halbechte Thüringer Würste hier, im "German garden restaurant". Und ein wirklich echtes Köstritzer Flaschenbier, immerhin besser als die drei Paulaner-Filialen in Shanghai! Go, Nanjing, go!

Trauriger Teil der Geschichte - das Nanjing-Massaker im 2. Weltkrieg. Hier die Akten über die Opfer.
Dritthöchster Skyscraper in China neben uraltem Schriftsteller
Blinkende Lichter in Nanjing. Chinesische Tourimeilen bei Nacht sind grausam neon.
Nanjing war leider auch Schauplatz für das wohl größte Kriegsverbrechen im 2. Weltkrieg auf dem asiatischen Kontinent - 300.000 EinwohnerInnen erschossen, ermordet, vergewaltigt... innerhalb von wenigen Wochen, als die japanische Besatzungsmacht dein Einmarsch in die (temporäre) Hauptstadt des Feindes feierte. Statt den Willen der Bevölkerung zu brechen, sorgte man im strategisch fast eroberten Nationalchina für erbitterten Widerstand, und hat so die Truppen Japans bis zum Ende des 2. Weltkrieges auf dem chinesischen Festland gebunden. Tja, wer weiß, wenn das nicht passiert wäre?

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 13. September 2010, 13:22 Uhr CET

Too many people

Moshpit-Metro
Es ist voll in China. Wirlich voll. Nicht immer, nicht überall, aber anders als z.B. in der spanischen Meseta erlebt man hier doch wirklich häufig loveparadeske Panikattacken.

von nospam@example.com (Malte Cornils) am 13. September 2010, 03:21 Uhr CET


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Last updated: 27. Januar 2012, 20:11 Uhr CET